Was ein Jackpot: Ab sofort und bis zum 27. Dezember verkauft der Online-Lotterieanbieter Omaze Lose für ein Luxus-Haus oberhalb von Fischbachau. Ein Teil des Erlöses geht an den Tierschutzbund.
Birkenstein – Der Jackpot liegt in Birkenstein. Als „Landhaus in Oberbayern“ bewirbt die Online-Lotterie Omaze das nach eigener Schätzung 2,7 Millionen Euro teure Objekt. Auf eine Ortsangabe verzichtet das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main. Aber wer sich die schicken Hochglanzfotos im Internet anschaut, braucht keinen siebten Sinn, um es in Fischbachau zu adressieren.
Wer es bald sein Eigen nennen möchte, braucht nicht nur Glück, sondern zunächst auch ein bisschen Kleingeld für die Lose. 20 kosten zehn Euro, 50 sind für 25 Euro zu haben, 70 für 35 Euro. Selbstverständlich können auch mehrere Pakete erworben werden, um die Chancen auf den Hauptgewinn zu erhöhen. Der beinhaltet übrigens nicht nur die hochwertige Ausstattung mit edlen Holzböden, schicken Möbeln, vollausgestatteter Schreinerküche und Bad sowie sogar Billardtisch, Wellnessbereich mit Sauna, Fitnessraum, Heimkino und beheizbarer Außenbadewanne, sondern obendrein noch 100 000 Euro „Startgeld“. Vielleicht fürs Hauspersonal, das sich um die Instandhaltung der 340 Quadratmeter Wohnfläche auf zwei Vollgeschossen sowie des mehr als 1200 Quadratmeter großen Grundstück kümmert? Platz für Gäste wäre bei drei Schlafzimmern und drei Bädern jedenfalls genug.
Tierschutz profitiert von Verlosung
Dabei muss der Gewinner nicht mal selbst einziehen. Auch ein Verkauf oder eine Vermietung – für laut Homepage 6000 Euro pro Monat – seien möglich. Haken wie Grunderwerbssteuer oder Notarkosten bleiben dem siegreichen Los ebenfalls erspart. Nicht nur dieses, sondern auch alle Nieten tun obendrein etwas Gutes. Bei jeder Verlosung – seit 2020 waren es in Großbritannien als Mutterland von Omaze bereits 37 Immobilien – spendet der Anbieter einen Teil der Einnahmen (mindestens aber 500 000 Euro) an ausgewählte Charity-Partner. Im Fall des Luxus-Hauses in Birkenstein profitiert der Deutsche Tierschutzbund.
„Dieses Landhaus in Oberbayern verkörpert alles, wofür unsere Haus-Lotterie steht: außergewöhnliche Architektur, eine traumhafte Lage und die Chance, Gutes zu tun“, wird Matt Pohlson als CEO und Co-Gründer von Omaze in der Pressemitteilung zitiert. Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, erklärt: „Mit der Unterstützung von Omaze erreichen wir noch mehr Menschen und können unsere Arbeit für den Tierschutz weiter ausbauen. Jeder Loskauf trägt dazu bei, Tieren in Not eine Stimme zu geben.“
Gewinner wird am 7. Januar gezogen
Bis 27. Dezember sind die Lose auf www.omaze.de erhältlich, am 7. Januar soll nach notarieller Ziehung der Gewinner feststehen. Übrigens: Bereits am 29. Oktober endet die Verlosung eines „Alpen-Hauses“ im Wert von 2,8 Millionen Euro in Icking am Starnberger See.
Fischbachaus Bürgermeister Stefan Deingruber wird in beiden Fällen auf den Loskauf verzichten, teilt er auf Nachfrage unserer Zeitung schmunzelnd mit. Dass der Jackpot einer solchen Lotterie nur wenige Hundert Meter vom Rathaus entfernt steht, überrasche ihn aber schon. Lustigerweise habe er erst vor ein paar Wochen zum ersten Mal von Omaze gehört. „Kurios, dass wir es jetzt bei uns im Ort haben“, sagt Deingruber. Das Haus selbst ist dem Rathauschef im Jahr 2018 erstmals begegnet. Damals sei ein Antrag auf Umbau eingereicht worden. Wie es dann weitergegangen ist und wann die Immobilie zuletzt bewohnt war, entziehe sich aber seiner Kenntnis. So kann er auch zum angegebenen Wert von 2,7 Millionen Euro nichts sagen. Der Mietpreis scheint ihm aber – runtergerechnet auf 17 Euro pro Quadratmeter – als nicht unrealistisch hoch. Allerdings gehe er davon aus, dass jemand, der sich 6000 Euro Miete im Monat leisten kann, sich eher ein Haus kaufen würde. Oder ein paar Lose, um es zu gewinnen.