Der Wintereinbruch trifft Deutschland im Januar hart – und in manchen Regionen herrschen bereits „katastrophale Zustände“. Die Polizei warnt.
München – Rutschpartie und blockierte Straßen zum Ferienende. Das Winter-Wetter trifft Deutschland zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Während Familien ihre Koffer packen und sich auf die Heimreise von den Winterferien machen, verwandelt Väterchen Frost die deutschen Straßen in Schlittschuhbahnen.
Schnee, Sturm und Whiteout-Gefahr rücken nach Deutschland vor. Besonders dramatisch ist die Lage in Nordrhein-Westfalen: Bis Freitagabend (2. Januar) war im Kreis Höxter so viel Schnee gefallen, dass die Polizei gegenüber dem WDR zwischenzeitlich von „katastrophalen Zuständen“ sprach. Die deutliche Wetter-Warnung: Nur noch im Notfall das Haus verlassen! In Brakel rutschten Autos in Straßengräben oder blieben einfach stecken. Die Räumfahrzeuge stellten in den Höhenlagen des Kreises ihre Arbeit ein – nur noch Hauptverkehrsstraßen werden geräumt. In Wuppertal-Langerfeld kippte eines sogar um.
Deutschland im Winter-Wetter: Zahlreiche Unfälle bei Schnee – Städte stellen Busverkehr ein
Im Norden ist die Bilanz ebenfalls dramatisch: Allein in Schleswig-Holstein registrierte die Polizei laut Tagesschau mehr als 50 Glätteunfälle, besonders betroffen waren die Kreise Pinneberg, Segeberg und Stormarn. In der Nacht auf Sonntag (4. Januar) kamen laut NDR weitere rund 80 Unfälle aufgrund der Glätte hinzu – am meisten davon rund um Kiel. Größtenteils blieb es bei Blechschäden, vereinzelt kam es jedoch zu leichten Verletzungen.
In Hannover und Kiel fahren keine Busse mehr. Die Kieler Verkehrsgesellschaft warnt: „Bitte stellen Sie sich darauf ein, dass die Lage aufgrund der Straßensituation für viele Stunden anhalten wird.“ Auch der HVV in Hamburg hatte über Nacht seinen Busbetrieb eingestellt.
DWD mit Wetter-Warnung: Schnee-Gefahr hält in Deutschland an
Der Deutsche Wetterdienst mahnt auch am Sonntag zur Vorsicht im Straßenverkehr. Bei Höchstwerten zwischen 3 und –3 Grad muss mit Glätte auf den Fahrbahnen gerechnet werden. „Autofahrer sollten entsprechend mit angepasster Geschwindigkeit fahren“, erklärt Meteorologin Jacqueline Kernn vom DWD.
Besonders tückisch: Im Tagesverlauf ist noch mehr Schnee vorwiegend vom Nordwesten bis zum Erzgebirge zu erwarten. Schneeschauer gibt es immer wieder im Dreieck zwischen Nordsee, Niederrhein und Erzgebirge.
Brisantes Timing fürs Winter-Chaos: Kälte-Walze kommt zum Ferienende – und bleibt
Betroffen sind jetzt auch viele Familien, die aus dem Urlaub zurückkehren, da in mehreren Bundesländern nach den Weihnachtsferien am Montag (5. Januar) wieder die Schule beginnt. Auch Flugverbindungen nach Frankfurt, München, Berlin, Hamburg und Bremen wurden beispielsweise am Flughafen Schiphol in Amsterdam gestrichen. Hunderte Flüge fielen aus, weitere Hunderte verspäteten sich.
Die Wetteraussichten bleiben winterlich: Laut DWD muss mindestens bis zur Wochenmitte mit Schnee und Frost gerechnet werden. Dauerfrost deutet sich auch für Donnerstag an, für Freitag ist die Prognose noch unsicher. „Möglicherweise länger anhaltender Schneefall und erhöhte Glättegefahr“, befürchtet der Wetterdienst schon jetzt. (Verwendete Quellen: Tagesschau, NDR, WDR, DWD)