Seit 125 Jahren gibt es in Nandlstadt Bienenfreunde. Und die feierten kürzlich Jubiläum. Klar, dass alle Festredner ein Loblied auf die Imker sangen – und eigene Erinnerungen aufleben ließen.
Nandlstadt – Den Auftakt der 125-Jahr-Feier der Imker bildete ein 900 Meter langer Fußmarsch zur Maria-Rast-Kapelle, der dank Blasmusik der Marktkapelle Nandlstadt mit Helmut Schranner sehr kurzweilig verlief. Dem Anlass entsprechend, fand Diakon Tomislav Rukavina einfühlsame Worte, verglich den Fleiß der Honigsammler mit dem stetigen Bemühen jedes einzelnen Menschen, um am Ende dann seinen Beitrag für das große Ganze zu erreichen. Angeführt von der Vereins-Standarte, die im Jahr 2008 der ehemalige Vorsitzende Walter Fabisch stiftete, ging es bei brütender Hitze zurück in Gasthaus Huber unter die schattigen Kastanien. Dort ließ Imker-Vorsitzender Michael Hobmeier 125 Jahre Liebe zu den Bienen Revue passieren.
Ein Artikel aus einer alten Bienenzeitung sei Beleg für das Gründungsjahr 1900, erst ab 1937 gäbe es gesicherte Aufzeichnungen über die Installierung einer Ortsfachgruppe Imker unter Leitung des damaligen Schulleiters Joseph Eckart. Da diese mindestens 20 Personen umfassen musste, kam den zwölf Nandlstädtern gerade recht, dass sich auch aus Au neun Bienenfreunde hinzugesellten. Bereits 1938 gehörte mit Anna Held aus Meilendorf auch das erste weibliche Mitglied dem Verein an. Viele Akten wurden nach Ende des Weltkriegs vernichtet, am 5. November 1947 war der Neuanfang unter Franz Demmel. Ab 1954 führte Bartholomäus Betz 20 Jahre den Verein, dem dann Hans Worovsky und ab 1986 Toni Betz folgten. Weitere Männer an der Vereinsspitze waren ab 1990 Albert Ferch bis 1999, Walter Fabisch bis 2008 und Gottfried Schillinger bis 2020. Im Jahr 2020 übernahmen Thomas Hobmeier als Vorsitzender und Michael Hobmeier als „Vize“, die 2023 in einer Rochade ihre Ämter tauschten. Seither lenkt also Hobmeier den 62 Mitglieder zählenden Verein.
Dass Bienen viel Zeit beanspruchen, habe er bei seinem Vater als begeisterten Imker selbst feststellen können, erzählte Bürgermeister Gerhard Betz. Neben dem Naturschutz lieferten die Nandlstädter Imker auch einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung für örtliche Kindergartengruppen und Schulklassen, was dem rührigen Verein sicher auch für seine Zukunft zu Gute käme. Von gleich drei Erfahrungen mit Bienen berichtete Landrat Helmut Petz. Eine „schmerzhafte“ aufgrund eines Bienenstichs im Kleinkindalter, eine „versöhnliche“ dank leckeren Honigbroten sowie eine „beeindruckende“ aufgrund der zeitaufwändigen Imker-Hobbys, die er durch gute Bekannte am eigenen Leib erlebt habe.
Der Vorsitzende des Verbands bayerischer Bienenzüchter, Franz Vollmaier, erinnerte an die Anfänge der bäuerlichen Imkerei, die früher zu jedem Gehöft gehörte, um die Hofbewohner neben Honig auch mit den gedeihlichen Früchten zur Mostgewinnung zu versorgen. Um auch für die Feierlaune der Nandlstädter Imker beizutragen, hatte Vollmaier neben dem geschichtlichen Rückblick auch ein monetäres Verbandsgeschenk mitgebracht.