Transparenz bei Martinsrieder Walldurchstich

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Würmtal
  4. Planegg

Kommentare

Der Martinsrieder Wall trennt die Wohnbebauung der Röntgenstraße vom Gewerbegebiet Fraunhoferstraße, das im Hintergrund zu erkennen ist. © Andreas Wenzel

Der Durchstich des Martinsrieder Walls ist seit zehn Jahren beschlossene Sache, aber nie verwirklicht worden. Die Bedingungen haben sich geändert, eine Grundsatzentscheidung steht aus. Nun hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, die Bürger miteinzubeziehen.

Die Gemeinde Planegg wird eine Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema „Walldurchstich ja oder nein und falls ja in welcher Form?“ durchführen. Dafür sprach sich der Gemeinderat am Donnerstag einstimmig aus. Er nahm damit einen Antrag an, den die Fraktion „Pro Planegg & Martinsried“ (PP&M) im April 2024 gestellt hatte.

Der mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Martinsrieder Wall trennt die Wohnbebauung an der Röntgenstraße vom Gewerbegebiet Fraunhoferstraße. 2015 hatte der Planegger Ausschuss für Umwelt, Bauleitplanung und Verkehr einen Durchstich als Zwischenlösung bis zur Verwirklichung der Westumfahrung beschlossen. Realisiert wurde die Verbindung von Röntgen- und Fraunhoferstraße durch das westliche Ende des Walls nie. 2023 entschied der Gemeinderat, die Umgehungsstraße nicht weiterzuverfolgen, vertagte aber den Walldurchstich. Dieser hat zum Ziel, die Ortsmitte zu entlasten und die Lärmbelastung der Anwohner der Röntgenstraße Nord zu reduzieren, weil der Verkehr über Fraunhofer- und Röntgenstraße Süd fließen würde.

Im März vergangenen Jahres wurde nach Vorstellung von drei Varianten – Durchstich verkehrsoptimiert, Durchstich mit reduziertem baulichen Umgriff und kein Durchstich, dafür eine bessere Fuß- und Radwegführung – eine Entscheidung erneut verschoben und die Ausarbeitung einer vierten Variante in Auftrag gegeben. Die PP&M stellte im Nachgang ihren Antrag auf Bürgerinformation „unter dem Eindruck, dass der Gemeinderat nicht in der Lage war, einen Beschluss zu fassen“, wie Fraktionssprecher Philipp Pollems am Donnerstag sagte.

Gutachten werden online gestellt

In den vergangenen 13 Monaten sei die vierte Variante erarbeitet, außerdem „ein Lärmschutzgutachten mit aktuellen Verkehrsdaten gefüttert“ worden, wie Bauamtsleiter Andreas Löbe auf Merkur-Anfrage erläuterte. In einem nicht öffentlichen Workshop hatte sich der Gemeinderat mit den Erkenntnissen auseinandergesetzt. Pollems erklärte am Donnerstag: „Ich bin erbitterter Gegner davon, etwas hinter verschlossenen Türen zu machen. Wir wollen Transparenz haben.“

In die gleiche Kerbe schlug Jürgen Peters (Grüne). Er beklagte, dass Gemeinderäte Bürgern zum Beispiel die vierte Variante, ein Durchstich möglichst weit westlich, nicht erläutern dürften, weil die Vorstellung nicht öffentlich stattgefunden habe. Peters beantragte, das Lärm- und Verkehrsgutachten zum Walldurchstich sowie die vier Varian㈠tenplanungen auf der Website der Gemeinde online zugänglich zu machen. Zur Begründung sagte er: „Damit das Herumgeeiere mit der Nichtöffentlichkeit endlich ein Ende hat.“ Peters regte an, die Informationen noch vor der Bürgerveranstaltung online zu stellen. „Das sind wichtige Entscheidungsgrundlagen.“ Auch der Antrag der Grünen wurde einstimmig angenommen.

Die Bürgerinformationsveranstaltung soll ein ähnliches Format haben wie diejenige, die im vergangenen Oktober zum städtebaulichen Grobkonzept fürs neue Bahnhofsareal stattfand. Nach Vorstellung des Sachstandes sollen die Bürger in kleineren Workshops die Möglichkeit haben, den Fachleuten Fragen zu stellen und eigene Anregungen einzubringen. Eingeladen werden alle Gemeindebürger, Veranstaltungsort ist das Kupferhaus.

Bettina Kempkes begrüßt es, dass die Bürger jetzt miteinbezogen werden. Sie gehört zu den Anwohnern der Röntgenstraße, die seit Jahren auf eine Verkehrsentlastung hoffen. Am Donnerstag hatte sie die Bürgerfragestunde vor Beginn des Gemeinderates dazu genutzt, eine Verlagerung der Debatte in die Öffentlichkeit zu fordern. Sie schlug zusätzlich zur Informationsveranstaltung eine Ortsbegehung vor. Kempkes: „Es gibt wirklich viele Brennpunkte.“

Auch interessant

Kommentare

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/wuermtal/planegg-ort29296/transparenz-bei-martinsrieder-walldurchstich-93724325.html