Gletschersturz begräbt Alpen-Ort: Video zeigt Ausmaß der Verwüstung – „Macht uns fassungslos“

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Millionen Kubikmeter Eis und Geröll haben das Alpendorf Blatten verschüttet. Eine Person wird vermisst. Jetzt droht auch noch ein weiteres Szenario.

Blatten – Der Albtraum, vor dem sich die Bewohner von Blatten im Lötschental seit Tagen fürchteten, ist Wirklichkeit geworden: Am Mittwochnachmittag (28. Mai) brach ein gewaltiger Teil des Birchgletschers ab und donnerte ins Tal. Millionen Kubikmeter Eis und Geröll begruben das idyllische Bergdorf in der Schweiz unter sich.

Eine große Lawine mit einem Gemisch aus Eis, Fels, Schnee und Wasser hat Teile des Alpen-Ortes Blatten unter sich begraben.
Eine große Lawine mit einem Gemisch aus Eis, Fels, Schnee und Wasser hat Teile des Alpen-Ortes Blatten unter sich begraben. © Jean-Christophe Bott/dpa

„Wir haben das Dorf verloren“: Gletschersturz verschüttet Alpen-Ort

„Das Unvorstellbare ist heute eingetroffen. Wir haben das Dorf verloren“, sagte Gemeindepräsident Matthias Bellwald bei einer Pressekonferenz am Mittwochabend. Insgesamt drei Millionen Kubikmeter seien mit dem Gletscher heruntergekommen. „Das Ereignis macht uns fassungslos und es schockiert, wenn man die Bilder gesehen hat“, räumte Bundesrat Albert Rösti ein. Dem Schweizerischen Erdbebendienst zufolge wurde die Erde mit einer Stärke von 3,1 erschüttert.

Die rund 300 Einwohner der Berggemeinde wurden bereits vergangene Woche evakuiert. Eine Person wird jedoch vermisst. Wie die Kantonspolizei Wallis mitteilte, handelt es sich um einen 64-jährigen Einheimischen, der sich zum Zeitpunkt des Gletschersturzes im betroffenen Gebiet aufgehalten haben soll. Trotz intensiver Suche konnte der Mann bislang nicht gefunden werden.

Das Ausmaß der Katastrophe ist gewaltig. „Auf den ersten Blick sind 90 Prozent des Dorfes unter der Gerölllawine begraben“, erklärte Staatsrat Stéphane Ganzer dem RTS. Bilder und Videos in den sozialen Medien ließen die Zerstörung nach der Naturkatastrophe erahnen. Auf den Aufnahmen war zu sehen, wie sich eine riesige Schuttwolke mit den Geröllmassen den Berg hinabwälzte. Teile des Dorfes wurden unter den Massen begraben.

Gletschersturz begräbt Alpen-Dorf: Weiteres Gefahren-Szenario kündigt sich an

Dass der Birchgletscher abbricht, war bereits zu erwarten. In den vergangenen Tagen lagerte sich tonnenweise Schuttmaterial auf dem Gletscher ab. Nun brachen die Eismassen unter dem Druck zusammen. Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt. Durch den Abbruch wurde der Fluss Lonza stark aufgestaut. Es droht ein Murenabgang, prognostizierte Raphaël Mayoraz, Naturgefahren-Experte des Kantons Wallis. Auch Überschwemmungen seien möglich.

Weitere Teile des Tals könnten evakuiert werden. Wie Blick berichtete, mussten aus Sicherheitsgründen in der Nacht zum Donnerstag (29. Mai) bereits 16 Menschen aus den Nachbargemeinden Wiler und Kippel ihre Häuser verlassen. Dennoch gibt die Alpen-Gemeinde die Hoffnung nicht auf. Das Bergdorf soll wieder aufgebaut werden. „Es wird viel Kraft und Arbeit bis zur Rückkehr brauchen“, sagte Rösti. Auch die Armee wird vor Ort sein. Andere Berge in den Alpen drohen ebenfalls auseinanderzubrechen. (kas/dpa)

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