Der Kindergarten Harthausen entwickelt sein pädagogisches Konzept weiter und ist jetzt eine inklusive statt integrative Einrichtung.
Grasbrunn – Einrichtungsleiter Marc Freimann, seit 2017 in Harthausen, stellte dem Hauptausschuss nun engagiert die neue Konzeption des Kinderhauses vor. „In den letzten Jahren haben wir die pädagogische Konzeption des Kinderhauses inhaltlich überarbeitet“, sagte Freimann. Man sei nun ein „inklusives“ Haus, dabei gehören alle Kinder mit und ohne Behinderung, mit deutschen Sprachkenntnissen oder ohne, von Anfang an voll dazu. „Beim integrativen Konzept konnten wir diese Kinder erst im Laufe der Zeit in die Gruppen aufnehmen“, so Freimann.
Kindern die Welt zeigen, die über die eigene Familie hinausgeht
Aktuell gibt es zwei Krippen- und drei Kindergarten-Gruppen, die Kinder sind zwischen einem und sieben Jahren alt, bis sie zur Schule gehen. Elf Kinder haben eine körperliche oder seelische Behinderung. In Harthausen können bis zu 108 Kinder aufgenommen werden, die meisten kommen direkt aus Harthausen. Ein Ziel ist es, dass das Kinderhaus und das restliche Dorf zusammenleben und -wachsen, um den Kindern die Welt zu zeigen, die über die eigene Familie und den Freundeskreis hinausgeht. So sind etwa die „Strolche“ (Vorschüler) und die „Weltentdecker“ (Kinder im vorletzten Kindergartenjahr) regelmäßig zu Besuch bei der Feuerwehr, bei den Bauern, im Dorfladen und sogar im Dorftheater. Andersherum lädt man zu den Festen alle Nachbarn und weitere Teile des Dorfes ein. „Wir beschützen die Kinder, begleiten und unterstützen sie bei ihrer Entwicklung“, betont Freimann. Zu den Eltern und Erziehungsberechtigten pflege man einen individuellen, aber immer von Ehrlichkeit und Wertschätzung geprägten Kontakt.
Kinder sollen lernen, was sie alles selbst schaffen können
Ein Ansatz in Harthausen ist, dass die Kinder vieles selbst lernen sollen: sich so weit wie möglich selber anziehen, selbst das Essen auf den Teller legen, alleine essen. Im Kindergarten dürfen sich die Kinder mit natürlichen Materialien beschäftigen: Äste, Bretter, Hölzer, Steine, Laub, Erde, Kies, Sand und Wasser stehen zur Verfügung.
Bei drei wichtigen Übergängen hilft man den Kindern: dem Einleben im Haus am Anfang, dem Übergang von der Krippe in den Kindergarten und dem Übergang in die Schule. „Damit die Kinder dies erfolgreich bewältigen können, brauchen sie Zeit, Veränderungen passieren nicht von heute auf morgen“, so Freimann. Alle Vorschüler bekommen ein Verkehrssicherheitstraining und einen Erste-Hilfe-Kurs, sie besuchen die Gemeinde Bücherei Neukeferloh und die Grundschule, erleben in der Turnhalle mit der Unterstützung des TSV eine Turnstunde. Zum Abschluss gibt es noch eine Schulhaus-Rallye und ein großes Abschlussfest, bevor die Kinder mit ihren Eltern in die Schule wechseln.