Der Landkreis München zahlt künftig nur noch 35 Euro für das Deutschlandticket der Mitarbeiter im Landratsamt.
Landkreis - Im Moment übernimmt der Landkreis für rund 800 Mitarbeiter und alle 70 Kreisräte den vollen Betrag des „49 Euro-Tickets“. Doch ab 1. Januar steigt der Preis: Das Deutschlandticket kostet künftig 58 Euro. Aufgrund der Sparvorgaben hat der Kreisausschuss gestern mehrheitlich beschlossen, ab 1. Januar nur noch 35 Euro zu zahlen, die restlichen 23 Euro müssen die Angestellten selbst beitragen.
„Eine Geste ist das schon noch“, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU). Der Landkreis würde 2025 für das Jobticket 344 000 Euro investieren und spart gegenüber dem Vorjahr 134 400 Euro ein.
Landrat plädiert für Fahrtkostenzuschuss
Ein gewisser Druck liegt auf dem Landratsamt, weil die Stadt München als direkter Konkurrent bei der Suche nach Angestellten voraussichtlich ihren Zuschuss bei 49 Euro einfriert und dadurch im Vorteil wäre. Daher riet Göbel davon ab, auf einen Zuschuss vollkommen zu verzichten: „Das wäre ein Nachteil.“ CSU-Fraktionschef Stefan Schelle sagte: „Ich bin mir sicher, dass man wegen dieses Eigenanteils nicht den Arbeitsplatz wechselt.“
Kreisräte sollen ebenfalls Beitrag leisten
SPD-Fraktionsvorsitzender Florian Schardt sah es ähnlich, allerdings sei es schwer zu vermitteln, dass der Landkreis seinen Beschäftigten Leistungen einräumt, die die Gemeinden, die den Kreis finanzieren, gar nicht mehr gewähren könnten. Nur vier der 29 Kreiskommunen kommen aktuell für das Jobticket ihrer Mitarbeiter voll auf. Schardt regte in der Sitzung des Kreis- und Finanzausschusses an, dass die Kreisräte einen Beitrag in gleicher Höhe leisten sollten, eine Zuzahlung von 23 Euro sei zumutbar. Eine Anregung, die der Landrat für die nächste Änderung der Gebührensatzung mitnahm.
Grüne möchten Jobticket stärker bezuschussen
Grünen-Fraktionsvorsitzender Christoph Nadler sprach sich dafür aus, den Jobticket-Zuschuss für die Beschäftigten im Landratsamt bei 49 Euro einzufrieren: „Warum soll das auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werden?“ Es gehe um geringe Summen, die die Kreisumlage nicht erhöhen und den Haushalt kaum belasten würden. Er wurde jedoch überstimmt.