„Der Engel mit den Eisaugen“: Prozess-Überraschung im Fall Amanda Knox in Italien

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Das Bild zeigt die US-Amerikanerin Amanda Knox bei Prozessbeginn am 03.10.2011 im Gerichtssaal in Perugia (Italien). © dpa

Ihr Fall sorgte weltweit für Aufsehen: Vom Vorwurf des Mordes wurde Amanda Knox in Italien freigesprochen. Jetzt will sie einen weiteren Freispruch.

Perugia – Als „Engel mit den Eisaugen“ wurde die US-Amerikanerin global bekannt. Lange wurde ihr als Hauptverdächtige zur Last gelegt, ihre Mitbewohnerin, die 21 Jahre alten Meredith Kercher, in Perugia, Italien, im November 2007 ermordet zu haben. Gemeinsam mit ihrem Ex-Freund Raffaele Sollecito.

Knox (damals 20) geriet damals schnell unter Verdacht und wurde wenige Tage nach dem Fund der Leiche verhaftet. Der „Engel mit den Eisaugen“ wurde zunächst zu 26 Jahren und in zweiter Instanz zu 28,5 Jahren Haft verurteilt, nach vier Jahren im Gefängnis 2015 letztlich aber freigesprochen.

Amanda Knox will in Italien endgültigen Freispruch

Allerdings hatte Knox nach ihrer Festnahme einen Barmann der Tat beschuldigt, obwohl sie von dessen Unschuld wusste und war deshalb zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil wegen Verleumdung blieb zunächst bestehen, wurde dann aber 2019 vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg ebenfalls gekippt. Italien musste Knox mehr als 18.000 Euro Entschädigung zahlen.

Mit dem neuen Prozess will Knox nun einen völligen Freispruch durch die italienische Justiz auch von den Verleumdungsvorwürfen erreichen. Es dürfte der letzte Akt im Justizdrama sein. Die US-Amerikanerin begründete ihre Falschaussage damit, nach dem Fund der Leiche unter Schock gestanden zu haben und von der Polizei geschlagen worden zu sein. In der mittelitalienischen Stadt Perugia beschäftigt sich nun seit Mittwoch ein Berufungsgericht mit der Frage, ob eine andere Verurteilung der inzwischen 36-Jährigen wegen Verleumdung rechtens war. 

Mord an Mitbewohnerin von Knox bleibt in Italien weiter ein Rätsel

Dem Auftakt des neuen Prozesses blieb sie fern. Knox lebt mittlerweile wieder in den USA. 2019 kehrte sie jedoch noch mal in das Land des Schreckens, das Italien für sie darstellen muss, zurück. Sie reiste auf eine Konferenz der Organisation «Innocence Project» (Projekt Unschuld) in Modena.

Wer die junge Britin damals in Perugia ermordete, ist bis heute nicht geklärt. Wegen Beihilfe zum Mord wurde ein damals 20-jähriger Mann verurteilt, dessen Fingerabdrücke am Tatort gefunden worden waren. Er ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Der Fall Amanda Knox war später Grundlage für mehrere Bücher, Filme und auch für eine Serie. (mke mit dpa)

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