Selbstbedienungskassen sollen den Einkauf erleichtern – doch für viele Kunden sind sie ein Reizthema. Eine Online-Diskussion zeigt, wie groß der Ärger ist.
Hamm – Sie sind schnell, praktisch – und umstritten. Selbstbedienungskassen (SB-Kassen) gehören in Supermärkten, Discountern und Drogeriemärkten inzwischen für viele Kunden zum Alltag. Handelsketten werben mit kürzeren Wartezeiten, effizienteren Abläufen und mehr Flexibilität beim Bezahlen.
Gerade zu Stoßzeiten sollen Self-Checkout-Kassen den Andrang entzerren. Während sich an klassischen Kassen lange Schlangen bilden, stehen daneben oft mehrere SB-Terminals bereit. Doch trotz moderner Technik bleiben diese überraschend häufig ungenutzt. Warum meiden viele Verbraucher die vermeintlich schnellere Alternative?
SB-Kassen sorgen im Netz für hitzige Debatten
Neue Technik bringt Vorteile, aber auch Unsicherheiten. Diskussionen über Selbstbedienungskassen flammen deshalb immer wieder in sozialen Netzwerken auf. Die Gründe für die Skepsis sind vielfältig. Einige Kunden fühlen sich von der Technik überfordert, andere empfinden das Scannen und Abwiegen der Waren als zusätzliche Arbeit. Hinzu kommen Fehlermeldungen, Alterskontrollen oder der Ruf nach Personal, wenn das System streikt – was den versprochenen Zeitgewinn oft zunichtemacht.
Unter einem Facebook-Beitrag von extratipp.com von Ippen.Media zeigte sich zuletzt, wie groß der Widerstand gegen Self-Checkout-Kassen ist. Während einige Nutzer die Technik als Fortschritt feiern, lehnen andere sie kategorisch ab. In den Kommentaren wird schnell deutlich: Die Debatte ist längst mehr als eine Frage der Technik. Für viele geht es ums Prinzip. Manche weigern sich bewusst, SB-Kassen zu nutzen – aus Solidarität mit dem Kassenpersonal oder aus Protest gegen Rationalisierung im Einzelhandel.
Warum sich viele Kunden gegen SB-Kassen wehren
Manche empfinden SB-Kassen schlicht als unnötige Zumutung: „Ich soll nach meinem wohlverdienten Feierabend meine Einläufe auch noch selbst einscannen, während der Verkäufer zuschaut? Ich glaube nicht“, schreibt ein Nutzer. Für andere Kritiker steht vor allem ein Gefühl im Vordergrund: Sie wollen im Supermarkt keine zusätzliche Arbeit übernehmen. Für viele wirkt das nicht wie Fortschritt, sondern wie eine Einsparung auf ihre Kosten. „Ich arbeite nicht im Supermarkt. Ich bin Kunde“, bringt es ein User auf den Punkt. Ein anderer fragt provokant: „Warum soll ich einen Job machen, für den ich nicht bezahlt werde?“
Häufig genannt wird auch der Vorwurf, SB-Kassen seien weder günstiger noch wirklich schneller. „Ständig braucht man eine Kassiererin, weil das Ding anderer Meinung ist als meine Ware“, schreibt ein User. Ein anderer meint sogar, sie seien „der größte Schwachsinn“.
Für viele ist die Ablehnung jedoch nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit. „Man geht einfach lieber zu einer ‚menschlichen Kasse‘ als zu einem Automaten. Diese Automatenkassen gehören wieder abgeschafft, denn sie nehmen den Leuten den Arbeitsplatz weg“, kommentiert ein weiterer Nutzer. Eine Mutter erlebte indes einen peinlichen Kassenmoment bei Rewe.
„Ich finde diese Kassen toll“ – Einige User möchten die SB-Kassen nicht mehr missen
Nicht alle Kommentatoren teilten die ablehnende Haltung. Viele schätzen die Technik gerade wegen ihrer Schnelligkeit. „Ich finde diese Kassen toll und nutze sie, wann immer es sich anbietet“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer ergänzt: „Warum soll ich in einer Schlange zuschauen, wie einige in Zeitlupe ihre Taschen einräumen oder ewig lange ihr Kleingeld zusammenfummeln?“ Für eine weitere Userin ist die Kasse indes eine Form der Entschleunigung: „Für mich ist Einkaufen auch Entschleunigung. Und wenn ich an der Kasse warten muss, habe ich Zeit für mich. Einfach rumstehen und nix tun“.
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Auch der soziale Aspekt spielt eine Rolle: „Der menschliche Kontakt im Supermarkt ist für viele kontaktarme Menschen gerade das Highlight beim Einkaufen. Warum soll ich den Untergang des Einzelhandels unterstützen?“ Sogar aus der Perspektive der Beschäftigten gibt es positive Stimmen: „SB-Kassen sind für uns, die wir im Einzelhandel arbeiten, eine Erleichterung! Nein, sie bedeuten keinen Stellenabbau – was übrigens der größte Blödsinn ist, den wir uns anhören müssen. Denn wir finden kein brauchbares Personal“, kommentiert eine Kassiererin. Eine andere fügt hinzu: „Ich bin selbst Kassierer und muss sagen, zu mir kommen die Kunden gerne an die Kasse: ein nettes Lächeln, ein paar nette Worte, in Ruhe die Ware in den Korb legen lassen. Das gibt es bei mir. Glaube nicht, dass so was eine lieblose SB-Kasse ersetzen kann.“ Ein Boomer gestand neulich seine Sorgen um SB-Kassen und erhielt praktische Tipps. (Quelle: Facebook) (vw)