Karlsfelds Bürgermeister besucht das Betreute Wohnen: Die Initiative „Fehlender Nahversorger“ schöpft daraus Hoffnung für den Prinzenpark West.
Karlsfeld – Seit Jahren kämpft Eckart Moj und seine Initiative „Fehlender Nahversorger“ für einen Supermarkt westlich der Bahn. Das brachliegende Gelände vor dem Betreuten Wohnen, in dem der Senior lebt, sei für ihn ein Zeichen des Versagens von Gemeinde und Investor, wie er nicht müde wird, öffentlich kund zu tun. Doch in diesem Jahr keimt bei Moj Hoffnung.
Bürgermeister Stefan Kolbe sprach mit Bewohnern
Bürgermeister Stefan Kolbe ist vor Kurzem der Einladung in das Betreute Wohnen gefolgt, um mit den Bewohnern zu sprechen. „Der Bürgermeister hat eine neue Offenheit mir gegenüber gezeigt“, sagt Moj. Er klingt optimistisch. Grund für seine Zuversicht: „Es könnte eine mögliche Veränderung im Denken der Gemeinderäte geben.“
Bislang beharrten die Karlsfelder Kommunalpolitiker, wie berichtet, auf dem Vorhaben auf dem Erl-Gelände ausschließlich Gewerbe und einen Supermarkt zu genehmigen. Wie berichtet, lehnte der Gemeinderat in der Vergangenheit die jüngsten Pläne des Investors, einen Nahversorger, Kindertagesstätte, stationäre Pflegeeinrichtung nebst Tagespflege, Mitarbeiterwohnungen als auch gewerbliche Flächen zu errichten, ab.
Doch seitdem das Altenheim St. Josef im Juli 2022 schließen musste und die Gemeinde somit eine wichtige Einrichtung für Senioren in Karlsfeld verloren hat, „gibt es eine Notlage, worüber der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung sprechen wird“, meint Moj. „Der Gemeinderat könnte den Bau eines Pflegeheims auf unserem Gelände genehmigen“, hofft der Rentner. Er sieht darin eine „logische Konsequenz“ und einen „Anlass für den Investor, erst einen Supermarkt und dann ein Pflegeheim zu bauen“, wie er mitteilt.
Der Investor hält sich dazu auf Nachfrage bedeckt. Vorstand Wolfgang Haider teilt lediglich mit, dass Erl-Immobilien in 2023 mit Bürgermeister Kolbe „in bisher ergebnisoffenen Gesprächen“ waren. Konkrete Neuigkeiten gebe es derzeit nicht.
Kolbe reagiert auf Nachfrage indes ausweichend: „Es könnte sein, dass der Gemeinderat feststellt, dass sich die Situation verändert hat.“ Er könne nicht einschätzen, zu welchen Ergebnis der Gemeinderat in seiner Sitzung Ende Januar kommt. Ob sich seine eigene Position dadurch geändert habe, ließ Kolbe unbeantwortet. Er betont stattdessen: „Ich wünsche mir, dass es weitergeht.“
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