Das sind acht der beeindruckendsten Burgen auf der Schwäbischen Alb

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Sage und schreibe 77 Burgen und Burgruinen gibt es allein auf der Schwäbischen Alb – darunter auch etliche weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus bekannte wie die Burg Hohenzollern. Wir haben einige der beeindruckendsten Burgen zusammengefasst.

Schwäbische Alb - Klar, Burg Hohenzollern ist ein Touristenmagnet und definitiv ein gut frequentierter Anlaufpunkt für Besucher aus aller Welt. Der Stammsitz der Familie Hohenzollern, aus der schwäbische Grafen und brandenburgische Kurfürsten, vor allem aber auch preußische Könige und selbst deutsche Kaiser hervorgingen, beeindruckt dabei nicht nur aus der Ferne. Die Festung Burg Hohenzollern thront auf 855 Metern Höhe auf dem kegelförmigen Zollerberg und garantiert daher nicht nur einen herausragenden Rundumblick (natürlich bei gutem Wetter), sondern eben auch mal bis zu 100 Kilometer Fernsicht. BW24 hat in einer Übersicht 10 der schönsten Burgen in Baden-Württemberg zusammengestellt.

Burg Katzenstein Dischingen, Schwäbische Alb, Stauferburg
Die Stauferburg Katzenstein bei Dischingen im Landkreis Heidenheim wurde in den vergangenen Jahrzehnten umfangreich restauriert. © IMAGO/ImageBROKER

Burg Hohenzollern

Burg Hohenzollern ist seit etwa 1000 Jahren im Besitz der Familie, die erste Burg wurde im 15. Jahrhundert durch einen Krieg zerstört. An gleicher Stelle entstand daraufhin die zweite Burg Hohenzollern. Diese verfiel allerdings im 17./18. Jahrhundert zu einer Ruine. König Friedrich Wilhelm IV von Preußen nahm sich schließlich dem Stammsitz seiner Familie an und ließ von 1850 bis 1867 die dritte Burg Hohenzollern errichten – noch viel größer und schöner als die Vorgängerbauten. Und vor allem in dem Zustand, wie sie heute noch von jährlich um die 350.000 Besuchern erlebt werden kann.

Hohenzollern ist ohne Frage eine der imposantesten Burganlagen Deutschlands im neugotischen Stil. Sie besteht aus einem vieltürmigen Schloss und Wehranlagen, die ein Meisterwerk der Kriegsbaukunst des 19. Jahrhunderts darstellen. Burg Hohenzollern ist nach wie vor in Familienbesitz. Sie gehört zu zwei Dritteln der brandenburgisch-preußischen Linie des Hauses Hohenzollern, zu einem Drittel der schwäbischen Linie. Hausherr ist seit 1994 Georg Friedrich Prinz von Preußen.

Burg Hohenneuffen (Neuffen)

Hier haben nicht die Hohenzollern das Sagen, sondern seit jeher das Adelsgeschlecht der Neuffen. Um 1100 wurde die Festung Hohenneuffen erbaut – und sie hielt zu allen Zeiten anstürmenden Feinden stand. Weder im Heiligen Römischen Krieg, noch in den Bauernkriegen des 16. Jahrhunderts konnte sie eingenommen werden. Und selbst im 30-jährigen Krieg wurde Hohenneuffen nicht kriegerisch erobert. Die damaligen Herren ergaben sich nach mehr als einem Jahr Belagerung kampflos.

Die Burg auf einer Höhe von 745 Metern ist günstig gelegen auf einem Weißjurafelsen oberhalb der Stadt Neuffen im Landkreis Esslingen direkt am Albtrauf. Zwar sind viele Bastionen, Rundtürme und Wehrgänge auf Hohenneuffen verfalllen, dennoch ist die ehemalige Festung bis heute vielfältig nutzbar. So veranstaltet die Burggasstätte mehrmals im Jahr Rittermahle mit kostümierten Herolden und Spielleuten. Auch Mittelaltermärkte und ein alljährlicher Hohenneuffen-Berglauf finden dort regelmäßig statt.

Burg Teck (Owen)

Ebenfalls im 12. Jahrhundert erbaut wurde Burg Teck bei Owen in der Nähe von Kirchheim/Teck. Allerdings hat das, was man heute von Burg Teck zu sehen bekommt, nicht mehr allzu viel mit dem Ursprungsbau zu tun. Die alte Burg wurde nämlich im Bauernkrieg 1525 völlig zerstört und war fortan eine Ruine. Erst später folgte der Wiederaufbau, sodass auf der 773 Meter hoch gelegenen Gipfelburg Ende des 19. Jahrhunderts ein Aussichtsturm  errichtet wurde. Im 20. Jahrhundert kamen schließlich noch eine Veranstaltungshalle und ein Wanderheim des Schwäbischen Albvereins hinzu. Vom Aussichtsturm hat man aber einen großartigen Blick auf den Hohenstaufen, den Hausberg der Staufer-Kaiser.

Übrigens: Indirekt hat die Burg Teck auch etwas mit dem britischen Königshaus zu tun. Die Großmutter der mittlerweile verstorbenen Queen Elizabeth II hieß Maria von Teck.

Burgruine Hohenrechberg (Schwäbisch Gmünd)

Der Rechberg, neben Hohenstaufen und Stuifen einer der drei Kaiserberge, bildet durch seine reizvolle Lage mit der alten Wallfahrtskirche auf dem Hauptberg und der Burgruine ein selten geglücktes Ensemble von Landschaft, Historie und Kunst. Die Burgruine Hohenrechberg gilt als eine der schönsten in Schwaben. Die Burg, die die Fehden des Mittelalters und den Bauernkrieg – dem etwa Burg Hohenstaufen zum Opfer fiel - unbeschadet überstanden hatte, brannte allerdings 1865 nach einem Blitzschlag aus.

Die Burgruine ist auf einer Höhe von 644 Metern gelegen und wurde zwischen 1200 und 1250 vermutlich von Ulrich von Rechberg erbaut. Noch gut erhalten sind die mächtige Grabenanlage sowie das eindrucksvolle Torhaus der Kernburg und die teilweise nach französischem Vorbild errichtete Zwingeranlage. All das lässt die Burgruine imposant und eindrucksvoll erscheinen. Nach der Besichtigung der Burgruine kann man sich in der Burgschänke stärken und die Aussicht über das Fils- und Remstal bis hin zur Schwäbischen Alb genießen.

Burg Katzenstein (Dischingen)

Die Stauferburg Katzenstein thront stolz über dem gleichnamigen Örtchen und gehört zur Gemeinde Dischingen im Landkreis Heidenheim. Da seit dem Jahr 1967 umfangreiche Restaurierungsarbeiten an der Burg vollzogen wurden, konnte eine der wertvollsten Burganlagen Süddeutschlands aus romanischer Zeit zu einem Vorzeigeobjekt wiederhergestellt werden.

Ringmauer, Palas und Bergfried von Burg Katzenstein erheben sich mächtig auf einem Felsen. Vor allem der Bergfried, der ‚Katzenturm‘ scheint mit seinen gewaltigen Buckelquadern mit dem Fels verwachsen zu sein. Die Burg ist gleichzeitig ein Musterbeispiel für eine Wehranlage mit mehreren Innenhöfen, Wehrgängen und Basteien. Der aus dem 12. Jahrhundert stammende Palas konnte im Zuge der Instandsetzung der Burg wieder neu erstehen. Sein unterstes Geschoß wird von zwei mächtigen Tonnengewölben überspannt und enthält den 23 Meter tief in den Fels gehauenen Burgbrunnen.

Heute befindet sich Burg Katzenstein in Privatbesitz, kann aber fast ganzjährig gegen Eintritt besucht werden. Regelmäßig finden Mittelaltermärkte und andere Veranstaltungen dort statt, außerdem gibt es dort eine Gastronomie, die auch für verschiedene private Events genutzt werden kann.

Burgruine Reußenstein (Wiesensteig)

Die Burgruine Reußenstein steht auf einem hochragenden Felsenriff auf einer Höhe von 760 Metern am Nordrand der Schwäbischen Alb. Sie gehört ohne Frage zu den schönsten Burgen auf der Alb und bietet einen tollen Blick ins Neidlinger Tal. Bauherr war die aus Kirchheim stammende Niederadelsfamilie Reuß. Nach mehrfachem Besitzerwechsel in Adelskreisen wurde sie im 16. Jahrhundert schließlich aufgegeben. Nach Erwerb durch den Landkreis Esslingen wurde sie 1965/66 zur Besichtigung wieder hergerichtet. Die Burgruine gehört zu den meistbesuchten Burgen der Schwäbischen Alb und ist auch ein beliebtes Ziel für Wanderer und Kletterer.

Burgruine Helfenstein (Geislingen an der Steige)

Eberhard von Helfenstein hat die Spornburg Helfenstein um 1100 oberhalb der Stadt Geislingen an der Steige erbauen lassen. Die einstige Festung beeindruckt nicht nur mit ihren Ausmaßen, sondern auch mit dem grandiosen Ausblick auf die Geislinger Steige. Die ehemalige Stammburg der Grafen von Helfenstein, einer der mächtigsten regionalen Adelsfamilien des Mittelalters, ist heute ein attraktives Wanderziel.

Von der früheren Burg sind noch Reste der Befestigungsmauern und einiger Gebäude erhalten, die in Teilen restauriert wurden. Innerhalb der Mantelmauer der Kernfestung ist heute auf einem Felsen ein Aussichtspunkt eingerichtet, der vom oberen Burghof über Treppen und eine Holzbrücke erreichbar ist. Wo einst das Palas stand, befindet sich heute ein rund neun Meter hoher rechteckiger Aussichtsturm mit einer ostseitig angebauten Burgschenke.

Festungsruine Hohentwiel (Singen)

Hohentwiel ist einer der größten Festungsbauten in Deutschland und diente den Herzögen von Schwaben als Residenz sowie als württembergische Landesfestung. Die sich im Hegau befindliche Festung steht auf einem ehemaligen Vulkan, weshalb auf dem 108 Hektar großen Gelände des Hohentwiel auch viele seltene Tier- und Pflanzenarten heimisch sind: Falken, Kolkraben, Schmetterlinge sowie bedrohte Bienen- und Heuschreckenarten.

Die Festung auf dem Hohentwiel baut sich in mehreren Ebenen auf: der untere Eingang, das Alexandertor, die Oberburg mit dem Fürstlichen Haus, die Kaserne und der Kirchturm als höchste Spitze. Geschützt einerseits von steil abfallenden Felsen, andererseits durch die gewaltigen Festungsbauwerke.

Wer heute zum Hohentwiel aufsteigt, belohnt sich selbst mit einer einmaligen Aussicht: bei gutem Wetter kann man den Blick über den Bodensee bis zu den Alpen schweifen lassen.

Mit einer Fläche von neun Hektar stellt die für Besucher zugängliche Festung die größte Burgruine Deutschlands dar.

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