Anschlag-Verdacht vor BW-Landtagswahl: Brennendes Röhrchen bei Özdemir-Auftritt – „Sah gefährlich aus“

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Brennender Gegenstand im Fachwerkhaus: Nach einem Vorfall bei einer Veranstaltung von Cem Özdemir prüfen LKA und Staatsschutz ein politisches Motiv.

Metzingen – Ende Januar wurde per Zufall ein möglicher Brandanschlag auf den Grünen-Ministerpräsidentschaftskandidaten in Baden-Württemberg, Cem Özdemir, verhindert. Man fand laut dem Spiegel ein mit brennbarem Material gefülltes Plastikröhrchen im Gebälk eines Fachwerkhauses in Metzingen, Veranstaltungsort eines Wahlkampfauftritts von Özdemir.

Cem Özdemir, (Bündnis 90/Die Grünen), Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026, spricht beim Landesparteitag seiner Partei.
Mögliche Brandstiftung bei Wahlkampfveranstaltung? Cem Özdemir ist Spitzenkandidat der Grünen zur Landtagswahl in Baden-Württember (Archivbild). © picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod

Rund 400 Menschen waren an dem Abend gekommen. Als das Röhrchen gefunden wurde, war das Holz wohl bereits angekokelt und verrußt. Im Polizeibericht war bisher lediglich von einem „Docht“ die Rede, die Ermittlungen sind noch im vollen Gange. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg ging anders als die Behörden schon früh von einem Angriff aus.

„Sah gefährlich aus“: Grünen-Abgeordnete vermutete früh Absicht

„Es sah gefährlich aus“, sagte die Grünen-Landtagsabgeordnete Ciny Holmberg, die auf den Docht aufmerksam geworden ist, laut n-tv. „Das brennende Röhrchen ist mit Absicht dort aufgestellt worden“. Niemand wisse, was geschehen wäre, wenn man es nicht entdeckt hätte. Ein anwesender Personenschützer löschte die Flamme.

„Der Gegenstand war so drapiert, dass er da nicht unabsichtlich gelandet sein kann“, sagte Holmberg der Stuttgarter Zeitung Ende Januar. Gegenüber der Südwest Presse zeigte sich Holmberg schockiert, „dass es offensichtlich Menschen gibt, die bereit sind, ein historisches Gebäude mit fast 400 Anwesenden in Brand zu setzen und dabei billigend in Kauf nehmen, dass Menschen verletzt werden könnten“. Das LKA hatte zu dem Zeitpunkt davon abgeraten, von einem Anschlag zu sprechen und betonte: „Wir ermitteln in jede Richtung“.

Landeskriminalamt und Staatsschutz ermitteln: Mutmaßliche Brandstiftung vor der BW-Wahl 2026?

Mittlerweile ermitteln das Landeskriminalamt und das Staatsschutzzentrum bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart wegen einem Verdacht auf versuchte schwere Brandstiftung. Man vermutet ein mögliches politisches Motiv. Angaben zu potenziellen Tatverdächtigten machten die Behörden bisher allerdings nicht.

Laut dem Spiegel soll zunächst ein Gutachten klären, wie gefährlich der Vorfall war und ob das ganze Gebäude hätte brennen können. Drohungen lagen vor der Veranstaltung nicht vor, wie der SWR Ende Januar berichtete. Das Landeskriminalamt gab an, das Thema Sicherheit bei Wahlkampfveranstaltungen beschäftige die Beamten grundsätzlich, Schutzkonzepte würden fortlaufend geprüft.

Vorfall bei Wahlkampfveranstaltung hat Özdemir „sehr umgetrieben“: Sorge um Demokratie

Özdemir selbst habe wohl erst nach der Veranstaltung von dem Vorfall erfahren. „Zum Glück ist der brennende Gegenstand schnell gefunden worden“, so der Grünen-Politiker zum Spiegel. Auch die Polizei habe sehr umsichtig gehandelt. Dennoch habe ihn das Geschehene „sehr umgetrieben“: „Denn wo der offene Austausch angegriffen wird, steht die Basis unserer Demokratie auf dem Spiel.“

Der Grünen-Politiker ist Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahlen in Baden-Württemberg, da sein Parteikollege und langjähriger Ministerpräsident Winfried Kretschmann nicht erneut antritt. Die Wahl findet am 8. März statt. (Quellen: Spiegel, n-tv, SWR, eigene Recherche) (lismah)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/politik/landtagswahl-baden-wuerttemberg-brandstiftung-bei-oezdemir-auftritt-94170004.html