Der Volkstanz-Nachwuchs lebt: „Die Kinder haben so leichte Füße!“

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Aus den kleinen D’Knödldrahra ist die eigenständige Jugendvolkstanzgruppe Karlsfeld entstanden. Die Kinder und Jugendliche lieben es, sich zu Volksliedern traditionell zu bewegen. Links stehen Leiterin Irena Büchner und ihr Mann Fritz. © ep

Die Jugendvolkstanzgruppe der Knödldrahra macht Karlsfelder Kinder und junge Heranwachsende glücklich

Eins ist klar: Der „Holsteiner Dreitour“ ist der absolute Renner. Die rund 20 Kinder der Karlsfelder Jugendvolkstanzgruppe tanzen ihn mit Hingabe. Nach der Tanzbeschreibung geht das so: „Die Hauptpaare gehen mit gefassten Innenhänden aufeinander zu, Paar drei hebt die Innenhände zu einem Tor und Paar eins bückt sich ein wenig und geht hindurch.“ Das wiederholt sich und wechselt sich ab mit Schreiten, neuen Kreis bilden, alles synchron und flüssig. Hört sich kompliziert an, ist auch so. Aber: „Sie sind total scharf drauf“, sagt Irena Büchner, die Leiterin dieser Gruppe.

Zusammen mit ihrem Mann Fritz Büchner, der für die Technik und die passende Musik sorgt, hat sie seit etwa zwei Jahren aus der Jugendgruppe der „D’Knödldrahra“ eine eigenständige Jugendtanzgruppe aufgebaut. Viele Jahre trainierte sie zusammen mit Gertraud Himmler die Kinder. Die Knödldrahra feierten, wie berichtet, im März ihr 30-jähriges Bestehen.

Nach Corona kamen immer weniger Kinder zum Tanzen. Inzwischen gibt es eine eigene „Jugendvolkstanzgruppe Karlsfeld“, die versicherungsrechtlich eine Kooperation mit der Volkshochschule als Arbeitsgemeinschaft eingegangen ist, unter der Leitung von Irena Büchner. In der Vhs können sie einen großen Übungsraum samt Spiegelwand nutzen.

Zwei neue Mädchen sind zum Schnuppern gekommen. „Da geht viel mit Mundpropaganda“, sagt Irena Büchner. Es spricht sich offenbar herum, dass es Spaß macht. Das betonen jedenfalls alle ziemlich übereinstimmend: die zehnjährige Clarissa ebenso wie die achtjährige Antonia, Alessia, ebenfalls zehn Jahre alt: „Ich lerne neue Tänze, das finde ich toll.“ Die zehnjährige Nele sagt: „Ich habe neue Freundinnen gefunden.“ Und sie spricht noch einmal extra auf den Irene Büchners Anrufbeantworter: „Ich mag diese bayerische Tradition.“ Alicia ist mit 18 die älteste in der Gruppe. Sie macht eine Ausbildung zur Kinderpflegerin und hilft ein wenig mit bei der Organisation. „Wenn man die Musik hört, ist das einfach schön.“ Daric, acht Jahre, ist der zweite Bub in der Gruppe. Ihm gefällt es sehr, zu führen, das ist ihm anzusehen. „Klar wünschen wir uns noch mehr Buben“, sagt Büchner. „Wir geben die Hoffnung nicht auf.“

Öffentliche Auftritte lieben die Kinder. Jüngst begeisterten sie beim Heimatmuseum das Publikum. Auf den Siedlerfestumzug diesen Samstag freuen sie sich riesig. Da werden sie auch alte Bauerntrachten anziehen.

Ob Sternpolka oder Mühlenpolka oder einen bairischen Marsch: „Die Kinder lernen so schnell, sie haben so leichte Füße“, sagt Büchner. Sie und ihr Mann tanzen den Kindern etwas vor: „Und dann wird abgestimmt, was sie wollen, ganz demokratisch.“ Es braucht keine Vorkenntnisse, um dort mitzumachen. „Ich möchte, dass sich die Kinder wohlfühlen“, sagt sie. Die 54-Jährige stammt aus Rumänien und lebt seit 30 Jahren hier. „Wenn sie Freude haben, macht mich das glücklich.“ Und das bleibt wohl auch eine ganze Weile noch so. „Cansu ist zehn und fragt mich immer: Wie lange kann ich denn Volkstanz machen?“ Die Antwort beruhigt die Kinder. Denn Irena Büchner antwortet dann: „Mindestens bis zur Rente.“

Elfriede Peil

Ich lerne neue Tänze, das finde ich toll.

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