150 Jagdgenossen informieren sich bei Hegeschau in Rammingen

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Spaliere mit Gehörnen erlegter Tiere, von denen die gewichtigsten prämiert wurden, säumen den Bühnenrand im voll besetzten Saal des Gasthofs Stern in Rammingen. Die Jagdhornbläser sind unverzichtbarer und eindrucksvoll klingender Bestandteil des Jagdgeschehens und Botschafter der Jägerschaft. © Glöckner

Gut 150 Jagdgenossen waren zur diesjährigen Hegeschau der Kreisgruppe Mindelheim des Bayerischen Jagdverbandes in den Saal des Gasthofs Stern in Rammingen gekommen.

Rammingen – Die Veranstaltung gab Einblicke in Abschusszahlen, Bestandsentwicklungen, Verbissschäden und Wildunfälle – und zeigte vor allem das Engagement der heimischen Jägerschaft für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen.

Leistungen und Rechtssicherheit der Jagd bei Hegeschau in Rammingen thematisiert

Vor der Bühne waren an mehreren Spalieren – etwa „Salzstraße“, „Obere Eggen“, „Fuchsberg“ oder „Wertachtal“ – Dutzende Gehörne aufgereiht. Mit dem traditionellen Halali eröffnete die Jagdhornbläsergruppe den Abend. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Peter Heckel sprach Bezirksvorsitzender Fred Steinberger zur Novellierung des Bayerischen Jagdrechts und stellte zentrale Positionen des Verbandes vor: etwa die Aufwertung der Hegegemeinschaften zu Körperschaften des öffentlichen Rechts, den Erhalt von Freiflächen-PV-Anlagen als Jagd- und Biotopflächen sowie rechtliche Fragen rund um Drohneneinsätze, Tierschutz und verlängerte Jagdzeiten.

Wie steht’s um Wald und Wild?

Hanna Müller von der Unteren Jagdbehörde des Landratsamts und Jagdberater Hubert Klucker erläuterten die Abschusszahlen von Schwarz- und Rehwild. Diese zeigten keine gravierenden Auffälligkeiten, erforderten aber tendenziell einen höheren Abschuss. Klucker appellierte: „Jagen Sie an den Brennpunkten, damit Situationen befriedigend gelöst werden können.“ Der für 2024 geplante Abschuss von 6.434 Rehwild zeigte 6.097 erlegte Tiere im Unterallgäu mit etwa zehn Prozent „Fallwild“ –also Unfallopfern. 668 Stück Schwarzwild, Keiler, Bachen, Überläufer und Frischlinge gingen ab. Aber auch mehrere Hundert Feldhasen, Füchse, Enten und Gänse wurden erlegt sowie 86 Biber entnommen. Der Kreisjagdverband umfasst 217 private und 30 staatliche Reviere.

Waidmannsdank und Waldzustand bei Hegeschau in Rammingen

Nach der eindrucksvollen Ehrerweisung vor dem toten Wild durch die Jagdhornbläser referierte Johannes Kutter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über das Ökosystem Wald, die Folgen des Klimawandels und das forstliche Gutachten 2024. Beeindruckend waren auch weitere Zahlen des Abends: Allein 2024 verursachte der Borkenkäfer rund vier Millionen Festmeter Schadholz. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Füchsen stieg zwischen 2012 und 2024 von 118 auf zuletzt 279.

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