Dramatische Tage liegen hinter Familie Zeiler. Nach dem Brand in ihrem Fotostudio in Erding gab es viel zu regeln. Eine Übergangsbleibe ist jetzt gefunden.
Erding – Knapp zwei Wochen sind vergangen, seit es im Fotostudio Zeiler an der Zollnerstraße in Erding gebrannt hat (wir berichteten). Einer aufmerksamen Passantin war es zu verdanken, dass das Feuer, das an einem Samstag kurz nach 8 Uhr früh in einem Schaufenster ausgebrochen war, so schnell entdeckt und gelöscht werden konnte.
„Ein Riesenglück“, wie Geschäftsinhaberin Sabine Zeiler-Babisch im Gespräch mit unserer Zeitung sagt. Sie erzählt, dass die Frau bei der VR-Bank schräg gegenüber Geld abgehoben und danach gesehen habe, dass es brennt. Sie habe auch Polizei und Feuerwehr verständigt sowie die Vermieter im zweiten Obergeschoss rausgeklingelt.
Noch immer sitzt der Schock bei der Fotografin, ihrer Familie und den Mitarbeiterinnen tief. Denn „alles ist kaputt. Im Prinzip ist es ein Totalschaden.“ Es habe im Schaufensterbereich gebrannt, der restliche Schaden sei durch Hitze, Rauch und Ruß entstanden.
Brandursache ist wohl ein technischer Defekt an einem Kabel, menschliches Versagen kann ausgeschlossen werden. „Einerseits bin ich erleichtert, dass niemand Schuld hat. Andererseits ist es beunruhigend, dass es so passieren kann“, sagt Zeiler-Babisch. Glücklicherweise sei nur das Ladengeschäft im Erdgeschoss betroffen, die Wohnung der Vermieter unterm Dach nicht. Auch die Sicherheitstür, die in den Hinterhof führt, habe gehalten. Nicht auszudenken, wenn das nicht so gewesen wäre. Für die Fotografin ist am wichtigsten, „dass niemand verletzt worden ist“.
Mittlerweile hat die Kripo das Gebäude freigegeben, Brandfahnder und Gutachter waren vor Ort. Gerade ist die Geschäftsfrau dabei, eine Inventarliste für die Versicherung zu erstellen. Die Zusammenarbeit klappe hervorragend. Das tue gut nach diesen nervenaufreibenden und extrem anstrengenden Tagen, die Zeiler-Babisch in den Sozialen Netzwerken beschreibt. Und: „Schön langsam gibt es wieder Licht am Ende des Tunnels.“
Auch wenn die Renovierungsarbeiten mehrere Monate dauern werden, kann das Fotostudio zeitnah seine Arbeit fortsetzen – und das weiter an der Zollnerstraße. Ab 1. März ist es schräg gegenüber in den ehemaligen Räumen der Firma Wild zu finden. „Wir haben bei der Familie angefragt, und sie hat sofort Ja gesagt“, erzählt Zeiler-Babisch erfreut.
Überhaupt ist sie überwältigt von den Zeichen der Hilfsbereitschaft, die sie nicht nur von Familie und Freunden erreicht hätten. Auch viele alteingesessene Erdinger Geschäftsleute hätten sich gemeldet und ihre Unterstützung angeboten.
Ein Steckenpferd von Zeiler-Babisch ist die Hochzeitsfotografie. Diese sei nicht betroffen, denn dabei handle es sich um Außentermine, „da brauchen wir kein Studio“. Die Saison dafür beginnt ab März. Glück hatte die Geschäftsfrau auch, dass die Daten bereits gemachter Fotos gesichert werden konnten, darunter auch Hochzeitsaufnahmen. „Die externe Festplatte hat Gott sei dank überlebt. Da ist mir ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen“, gesteht sie. Auch eine Kamera und Ersatzlampen fürs Studio, die extern gelagert waren, können noch genutzt werden.
Ende dieser Woche wird das Fotostudio geräumt – von einer Spezialfirma, denn es handelt sich um Sondermüll.