Die Bau- und Immobilienpreise ziehen weiter an. Eine Entspannung der Preise ist nicht in Sicht. Besonders die Immobilienpreise könnten in die Höhe schießen.
Berlin – Die Bau- und Immobilienpreise sind gestiegen. Mit Blick auf die Immobilienpreise drohen sogar Rekordzustände im Jahr 2026. „Hält die derzeitige Entwicklung in dieser Form an, so steht zu erwarten, dass bereits im laufenden Jahr wieder das Preisniveau von 2022 erreicht werden könnte und somit die Höchststände zu Zeiten des Immobilienbooms“, sagte Dr. Robert Wagner, Immowelt-Geschäftsführer, in einer Mitteilung.
Immobilienpreise ziehen auch 2026 weiter an – „Höchststände zu Zeiten des Immobilienbooms“
Die Preisrückgänge der Vorjahre würden damit der Vergangenheit angehören. Alle Marktteilnehmer hätten sich mit den aktuellen Rahmenbedingungen arrangiert. „Der Immobilienmarkt hat 2025 insgesamt wieder an Stabilität gewonnen. Die Angebotspreise für Wohneigentum erhöhen sich moderat und konstant“, so Wagner.
Laut Schätzungen von Immowelt könnte sich die aktuelle Entwicklung mit moderat steigenden Preisen im Jahr 2026 am Immobilienmarkt fortsetzen. Das hängt unter anderem mit der wachsenden Bevölkerung in vielen deutschen Ballungsregionen zusammen. Zudem sei das Angebot an Kaufimmobilien schon vielerorts geringer als die Nachfrage. Indes werde zu langsam und zu wenig neugebaut.
Preise für Immobilien: Eigentumswohnungen werden in einigen Großstädten teurer – Preise für Einfamilienhäuser sind differenzierter
Die Preisentwicklung fällt laut Immowelt – abhängig von den Orten und Häuser‑ bzw. Wohnungsarten – unterschiedlich aus. Besonders dynamisch entwickelten sich die Preise demnach bei Eigentumswohnungen in München (+2,1 Prozent auf 8.246 Euro pro Quadratmeter) und Hamburg (+2,2 Prozent auf 5.994 Euro). Auch Frankfurt am Main verzeichnete einen weiteren Anstieg (+1,2 Prozent). Die Preise in Berlin blieben stabil und in Köln gaben sie leicht nach (-0,6 Prozent).
Die Preise für Einfamilienhäuser sanken in hochpreisigen Städten wie München (-2,1 Prozent) und Stuttgart (-1,0 Prozent) zuletzt. In einigen Orten stiegen die Preise für Einfamilienhäuser aufgrund anhaltender Nachfrage: Das ist in Nürnberg (+3,9 Prozent), Hannover (+3,6 Prozent) sowie Leipzig und Dortmund der Fall.
Bau neuer Wohnungen wird teurer – Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
Auch der Bau neuer Wohnungen hat sich verteuert. Der Bau neuer Wohnungen hat sich laut Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) verteuert und ist im November 2025 um 3,2 Prozent zum Vorjahresmonat teurer geworden. Die Preise für Rohbauarbeiten an Wohngebäuden stiegen von November 2024 bis November 2025 um 2,5 Prozent.
Den größten Anteil an den Rohbauarbeiten und auch am Gesamtindex für den Neubau von Wohngebäuden haben laut Destatis Betonarbeiten und Mauerarbeiten. Während die Preise für Betonarbeiten im Vorjahresvergleich um 1,5 Prozent zunahmen, erhöhten sich die Preise für Mauerarbeiten um 1,3 Prozent. Dachdeckungsarbeiten waren im November 2025 um 4,5 Prozent teurer als im November 2024, die Preise für Erdarbeiten stiegen im gleichen Zeitraum um 3,1 Prozent und die Preise für Zimmer- und Holzbauarbeiten um 5,4 Prozent.
Die Preise für Ausbauarbeiten lagen im November 2025 um 3,8 Prozent über denen des Vorjahresmonats. Hierbei erhöhten sich die Preise für Heizanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen wie etwa Wärmepumpen um 4,4 Prozent.
Zahl der Baugenehmigungen leicht gestiegen gegen Ende 2025
Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen war im Oktober erneut gestiegen. Von Januar bis Oktober gab es grünes Licht der Behörden für den Bau von 195.400 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden. Das waren 11,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings reicht das vielen Experten zufolge nicht aus, um für eine echte Entspannung auf dem Wohnungsmarkt zu sorgen. Auftrieb für Bau- und Ausrüstungsinvestitionen durch die angekündigten milliardenschweren Investitionen des Bundes wird es aus Sicht der Bundesbank wohl erst im laufenden Jahr geben. (Quellen: Reuters, Immowelt)