Fast 1000 Einwendungen gegen zweigleisigen Ausbau

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Blick von oben auf die Klinik Seefeld: Dieser Teil der Ortsmitte soll mit den Bürgern neu gestaltet werden. Dabei geht es auch um den Bau eines Rathauses. © Gemeinde

Bürgerversammlung: Finanzielle Lage weiter angespannt

Seefeld - Fast 1000 Einwendungen gegen den zweigleisigen Ausbau der Bahn zwischen Steinebach und Hechendorf und ein auf Eis gelegtes Bauprojekt an der Uneringer Straße in Oberalting: Das waren zwei von zahlreichen Fakten, die Seefelds Bürgermeister Klaus Kögel bei der ersten Bürgerversammlung der Gemeinde in der Hechendorfer Turnhalle erläuterte. Rund 50 Zuschauer wollten wissen, wie es steht um die Gemeinde, 88 weitere verfolgten die Veranstaltung am Dienstag daheim an den Bildschirmen online.

Dabei begann Kögel traditionsgemäß mit den Finanzen. Die sehen nicht so gut aus. Die Gemeinde hat einen Kredit in Höhe von 4,3 Millionen Euro aufnehmen müssen für die Realisierung von bezahlbarem Wohnraum an der Spitzstraße in Hechendorf. Größere Probleme sind jedoch die steigende Kreisumlage sowie Personal- und Unterhaltskosten bei rückläufigen Gewerbesteuereinnahmen. „Das ist ein Spagat, den wir hinkriegen müssen“, sagte Kögel.

Projekte wie die Wohnbebauung an der Spitzstraße und an der Stampfgasse in Oberalting verfolgt die Gemeinde weiter. In beiden Fällen entstehen, zeitlich versetzt, rund 20 Wohnungen. Für die Spitzstraße, Fertigstellung 2026, sollen sich Interessenten ab Herbst 2025 bewerben können, für die Stampfgasse läuft noch ein Architekturwettbewerb. Das private Wohnbauprojekt an der Günteringer Straße in Hechendorf werde im Frühjahr nochmals Thema sein, sagte Kögel. Das ebenfalls private Projekt an der Uneringer Straße bezeichnete er als „aktuell ruhend“. Der Vorhabenträger ist ein Immobilienmakler, „die rechnen mit spitzem Bleistift“, sagte der Bürgermeister nach der Sitzung auf Nachfrage. Er sei darüber nicht gram, denn dies entzerre etwas die Diskussion über die Belastung des Ortsteils.

Auf eine Entscheidung wartet die Gemeinde nach wie vor beim Bau des BRK-Kombigebäudes an der Ulrich-Haid-Straße. Im Fokus steht außerdem die Entwicklung der Ortsmitte Seefeld inklusive eines neuen Rathauses: „Das machen wir mit den Bürgerinnen und Bürgern“, kündigte Kögel an. Gute Nachrichten gibt es vom Umbau der Ortsdurchfahrt Drößling. „Wir sind im Zeitplan“, freute sich der Bürgermeister und versprach: „Die Eröffnung vor Weihnachten werden wir feiern.“

Die Diskussionen über den zweigleisigen Ausbau der S-Bahntrasse zwischen Steinebach und Hechendorf dauern derweil an. Wie Kögel berichtete, hätte die Deutsche Bahn „fast 1000 Einwendungen“ im Rahmen der Planfeststellungsauslegung im Sommer erhalten. Was ihm nicht so schmeckt: Die Bahn wolle nun wohl doch den zweigleisigen Ausbau mit dem Umbau des Hechendorfer Bahnhofs verquicken. Das wollte Kögel immer verhindern. „Ich will nicht, dass die Einwender die Bösen sind, wenn der barrierefreie Bahnhof nicht kommt.“ Denn die hohe Zahl an Einwendungen werde möglicherweise Verzögerungen verursachen.

Mit dem zweigleisigen Ausbau hatte auch die erste Frage aus dem Publikum zu tun. Eine Anwohnerin fühlte sich „massiv betroffen“ und beklagte „die Verschandelung des Orts“ durch die geplanten Lärmschutzwände. Und der Schienenersatzverkehr kürzlich sei schlecht organisiert gewesen, „das war ein Vorgeschmack“. Kögel stimmte ihr zu. Er empfahl ihr zwar, sich mit Beschwerden an die Bahn zu wenden. Dass die Gemeinde aber doch versuchen könne, einzuwirken, „das nehmen wir mit“.

Weitere Zuhörer beklagten den Zustand von Wegen wie Bahnweg und Pointweg, das notierte sich die Verwaltung. Und am Mayrhofer Ring sind die Verkehrsschilder nicht mehr zu lesen, darum soll sich der Bauhof kümmern.

Auf die Veranstaltung in Hechendorf und die gestern Abend in Seefeld folgen nun noch Bürgerversammlungen in Meiling am 19. November und in Unering am 20. November jeweils um 19 Uhr im Feuerwehrhaus. Der Link zu dem Videostream vom Dienstag findet sich auf seefeld.de.

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