Die Ampelmännchen in Dachau tragen jetzt Tracht

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Stecken und Hut mit ausgebreiteten Armen: Der Ampertaler-Mann bedeutet: Stopp. © hab

An drei Ampeln leuchten nun Ampertaler in Tracht. Die Idee kam dem Oberbürgermeister beim Fernsehen. Die Kosten sind überraschend gering.

München hat den Pumuckl, Friedberg in Hessen Elvis Presley, Augsburg den Kasperl, Bremen die Stadtmusikanten. Und in Dachau sind es die Ampertaler, die seit neuestem an drei Ampeln den Fußgängern signalisieren, ob sie stehen oder gehen sollen.

„Sehr nett“ findet Rosi König die Ampelmännchen: „Sie passen sehr gut zu Dachau. Erst dachte ich an ein Münchner Kindl, aber jetzt erkenne ich die Dachauer Tracht.“
„Sehr nett“ findet Rosi König die Ampelmännchen: „Sie passen sehr gut zu Dachau. Erst dachte ich an ein Münchner Kindl, aber jetzt erkenne ich die Dachauer Tracht.“ © hab

Doch von vorne: Oberbürgermeister Florian Hartmann saß vor dem Fernseher, gemeinsam mit seiner Frau Julia, wie er erzählt. Die beiden verfolgten einen Beitrag über Ampelmännchen und deren regionale Varianten in verschiedenen Städten in Deutschland. „Und da dachte ich mir, das wäre doch auch was für Dachau!“ Hartmann grübelte, welche Figur von Dachaus Fußgängerampeln leuchten könnte. „Es muss ja etwas Ikonisches sein“, so der OB, also etwas Bildhaftes. Und ihm fielen die Ampertaler ein.

Schwungvoll mit Haube und Körberl: Mit dieser Ampertaler-Frau können die Fußgänger die Straße überqueren.
Schwungvoll mit Haube und Körberl: Mit dieser Ampertaler-Frau können die Fußgänger die Straße überqueren. © hab

Hartmann ging zunächst davon aus, dass die Ampelmännchen geschützt seien, dem war aber nicht so. Daraufhin informierte er sich beim Bauhof. Es gebe lediglich zwei Anforderungen: zum einen die Lichtstärke, und zum anderen müsse für Menschen mit Rot-Grün-Schwäche die Botschaft auch ohne Farberkennung sichtbar sein; also ein stehendes Männchen für Stopp, ein laufendes für Gehen. „Auch da passt so ein Ampertaler Trachtenpärchen wunderbar!“

So wurde ein Grafiker engagiert, der die Bilder gestaltete. Die Herausforderung: „Man muss charakteristische Dinge überhöht darstellen, dass es wirkt“, erklärt Ampelmännchen-Experte Hartmann. Beim stehenden Mann also der Stecken und der Hut – die Faltenstiefel würden nicht wirken. Bei der Frau fallen vor allem die Haube und das Körberl ins Auge. Zu guter Letzt wurden die Schablonen gelasert und vom Bauhof an drei Fußgängerampeln eingebaut: am Unteren Markt, an der Eisdiele Venezia und der Martin-Huber-Treppe.

Die Rückmeldungen seien durchweg positiv, berichtet der OB: „Es gibt sehr viele Leute, denen die Ampelmännchen sehr gut gefallen.“ Und natürlich gefallen sich auch die Ampertaler selbst gut auf den Ampeln, Vorsitzender Markus Erhorn habe die Idee „sehr nett“ gefunden, berichtet Hartmann. Die Aktion kostete ein Grafikerhonorar in Höhe von rund 2000 Euro sowie 300 Euro für die Schablonen, plus eine halbe Stunde Arbeitszeit für den Bauhof. Ein „niedriger Betrag“, so Hartmann, für ein bisschen Heimatverbundenheit. Und für ein schönes Weihnachts- und Wahlkampfgeschenk.

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