Die Freie Wählergemeinschaft hat den Amtsinhaber einstimmig nominiert. In der Nominierungsversammlung reagierte er auch auf Aussagen seines Herausforderers Sepp Danner.
Jachenau – Mit Rückenwind geht der Jachenauer Bürgermeister Klaus Rauchenberger in die Kommunalwahl. In der Aufstellungsversammlung der Freien Wählergemeinschaft votierten alle 39 Stimmberechtigten dafür, den Landwirt (56) ins Rennen um eine zweite Amtszeit zu schicken. Vor insgesamt rund 70 Interessierten im Schützenhaus setzte Rauchenberger auf Realismus und sagte: „Ich mache keine Wahlversprechen.“
Die FWG-Kandidaten
1. Klaus Rauchenberger
2. Georg Riesch jun.
3. Klaus Stock
4. Maximilian März
5. Peter Oswald
6. Johann Schwaiger jun.
7. Theresia Sachenbacher
8. Andreas Kohlhauf
(gefettet sind der Bürgermeister und die aktuellen Gemeinderäte).
Die finanziellen Spielräume der Gemeinde seien begrenzt, führte Rauchenberger aus. Infolge des Kaufs und Umbaus der ehemaligen „Post“ zu Rathaus und Hotel – „was vollkommen richtig war“ – habe die Jachenau 1,26 Millionen Euro Schulden. Dem stünden Rücklagen in Höhe von 1,3 Millionen Euro gegenüber. Dieses Geld werde für laufende und anstehende größere Aufgaben benötigt, wie den gemeindlichen Anteil am Hochwasserschutzausbau an der Großen Laine, den Glasfaserausbau oder die Anschaffung eines Fahrzeugs für die Feuerwehr.
Dorfheizung für die Jachenau geplant
Als ein weiteres Thema für seine mögliche zweite Amtszeit nannte der verwitwete vierfache Vater und bald fünffache Großvater das Vorhaben einer Dorfheizung. „Wir haben in der Jachenau das Potenzial, die ganze Gemeinde mit Holz zu heizen – das Problem sind nur die Entfernungen“, so Rauchenberger. Wie berichtet, ist nun eine Hackschnitzelanlage geplant, von der aus über ein Nahwärmenetz der Kern des Ortsteils Dorf versorgt werden könnte. Die Gemeinde hat dafür ein Grundstück gegenüber dem Eisplatz gekauft und sucht einen Investor und Betreiber. „Ein paar Anfragen“, so der Bürgermeister, seien schon eingegangen.
In einigen Punkten ging Rauchenberger direkt auf Punkte ein, die sein Herausforderer, Zweiter Bürgermeister Sepp Danner von der Unabhängigen Wählergemeinschaft, im Tölzer Kurier angesprochen hatte. Dass es mit der Weiterführung des Radwegs seit Jahren nicht vorangeht, „das liegt nicht daran, dass wir uns nicht gekümmert hätten“, betonte Rauchenberger. Zum einen habe der Freistaat lange gebraucht, um sich an einer Engstelle in der Nähe des Sportplatzes für eine um 1,3 Millionen Euro teurere Variante mit Verlegung der Staatsstraße zu entscheiden. Das habe einen neuen landschaftspflegerischen Begleitplan nötig gemacht, für den zwei Vegetationsperioden ins Land hätten gehen müssen. Und schließlich habe es beim beauftragten Ingenieursbüro wegen eines Krankheitsfalls Verzögerungen in der Planung gegeben. Nachdem nun genauer klar sei, welche Grundstücke benötigt werden, befinde er sich aktuell in Gesprächen mit Grundeigentümern, sagte Rauchenberger.
Wasserrechte am Walchenseekraftwerk sind „komplexes Thema“
Beim „komplexen Thema“ Wasserrechte am Walchenseekraftwerk wies der Bürgermeister darauf hin, dass die Forderung nach mehr Restwasser für die Jachen, die Danner genannt hatte, längst einstimmig vom Gemeinderat beschlossen sei. In den Verhandlungen zeige sich aber, dass vieles aus rechtlichen Gründen nicht durchsetzbar sei. Als wichtiges Anliegen nannte Rauchenberger, dass im Hochwasserfall mehr im Walchensee zurückgehalten und nicht über Alpenbach und Eibllaine in Richtung Jachen abgeleitet wird.
Zuletzt merkte Rauchenberger an, dass ein Bürgermeister seiner Ansicht nach zwingend dem Kreistag angehören müsse, um dort die Interessen der Gemeinde zu vertreten. Er selbst kandidiere wieder als Parteifreier auf der CSU-Liste. „Ich hätte von meinem Gegenkandidaten auch erwartet, dass der sich für den Kreistag aufstellen lässt.“
Kohlhauf und Demmel hören im Gemeinderat auf
Außer zum Bürgermeisterkandidaten wählten die 39 Stimmberechtigten Rauchenberger auch auf Platz 1 der Gemeinderatsliste der Freien Wählergemeinschaft – hier allerdings mit zwei Nein-Stimmen. Für die Plätze 2 bis 8 hatten sich neun weitere Personen beworben – alle jünger als 50, sechs sogar unter 40 Jahre alt. Wieder ins Rennen gehen die amtierenden Gemeinderäte Georg Riesch jun. und Klaus Stock, während Georg Kohlhauf nach 13 und Andreas Demmel nach 6 Jahren im Gemeinderat nicht mehr zur Verfügung stehen. (ast)