Der russische Generalstabschef Waleri Gerasimow hat am Dienstag erklärt, dass Moskaus Truppen entlang der gesamten Frontlinie in der Ukraine vorrücken würden. Besonders im Blick habe man die Stadt Myrnohrad in der Region Donezk, wo ukrainische Einheiten eingekesselt seien. Gerasimow sagte laut „Reuters“, Präsident Wladimir Putin habe den Befehl gegeben, die dortigen ukrainischen Streitkräfte zu besiegen.
Myrnohrad, eine Stadt mit rund 46.000 Einwohnern vor dem Krieg, liegt östlich von Pokrowsk. Russland habe mittlerweile die Kontrolle über mehr als 30 Prozent der Gebäude in Myrnohrad, sagte Gerasimow bei einem Treffen mit Offizieren der Armee.
Ukraine widerspricht russischen Angaben
Die russische Seite bezeichnet Pokrowsk weiterhin mit dem sowjetischen Namen Krasnoarmejsk und behauptet, die gesamte Stadt eingenommen zu haben. Zudem sei Myrnohrad vollständig umzingelt, das von Russland Dimitrow genannt wird.
Die Ukraine weist diese Behauptungen jedoch zurück. Demnach halte die ukrainische Armee Teile von Pokrowsk weiterhin und leiste in Myrnohrad Widerstand gegen die russischen Angriffe. Laut ukrainischen Angaben zahle Russland „einen hohen Preis“ für seine Fortschritte, die von Kiew als „relativ bescheiden“ bezeichnet werden.
Putins will Kontrolle über den Donbass
Russland kontrolliert laut „Reuters“ derzeit etwa 19 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets, darunter die Krim sowie große Teile der Regionen Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja. Auch kleinere Gebiete in den Regionen Charkiw, Sumy, Mykolajiw und Dnipropetrowsk stehen unter russischer Kontrolle.
Putin hatte vergangene Woche angekündigt, die vollständige Kontrolle über den Donbass übernehmen zu wollen – notfalls mit Waffengewalt. Ein Rückzug der ukrainischen Truppen aus der Region ist für Kiew jedoch keine Option.