Ein neuerliches Unwetter hat am Montagabend vor allem Tutzing getroffen. Blitz und Donner sorgten in Starnberg für teils längere Stromausfälle.
Tutzing/Landkreis – Schwere Unwetter sind am Montagabend über den Landkreis Starnberg hinweggezogen – wie vom Deutschen Wetterdienst (DWD) angekündigt. Die Feuerwehren verzeichneten rund drei Dutzend Einsätze, fast ausschließlich im Bereich Tutzing. Das Unwetter hatte aber noch andere Folgen.
Im Raum Starnberg beispielsweise waren mehr als 500 Haushalte für rund vier Stunden ohne Strom. Ab 20.18 Uhr registrierten die Systeme des Bayernwerks Störungen, die folgenreichste durch einen Kabelfehler. Zunächst waren rund 250 Haushalte betroffen, erklärte eine Sprecherin auf Anfrage, die ein bis zwei Stunden ohne Strom waren. Später kamen noch einmal rund 550 Haushalte dazu, bei denen es bis 0.48 Uhr dauerte, bis der Strom wieder da war. Betroffen waren Bereiche in der Starnberger Innenstadt, etwa Maximilian- und Bahnhofstraße sowie die Baderstraße. Ab 22 Uhr gab es Aussetzer, die allerdings nur wenige Minuten dauerten. Insgesamt waren es laut Bayernwerk mehr als 1000 Haushalte in Starnberg, die von den Ausfällen betroffen waren.
Der DWD hatte schon den ganzen Tag vor den Unwettern gewarnt, die gegen 20 Uhr auch wirklich kamen. Sie brachten Regen in Mengen bis 45 Liter je Quadratmeter, aber keinen nennenswerten Hagel. Am meisten betroffen war Tutzing, in dem die Masse der Feuerwehreinsätze von etwa drei Dutzend anfiel. Die Feuerwehren Tutzing und Traubing hatten es fast ausschließlich mit vollgelaufenen Kellern zu tun. Besonders betroffen seien Bereiche wie Bräuhausstraße, Kellerwiese oder Fischerbuchet gewesen, berichtete Kommandant Christoph Knobloch. Alles Bereiche am Hang oder an dessen unterem Ende. Einsätze gab es auch in Kampberg und Unterzeismering – in Letzterem den, der der Wehr am meisten Sorgen machte. Im Bereich Oberange hatten die Regenmassen dafür gesorgt, dass etwa eineinhalb Meter vom Bahndamm der Strecke Tutzing-Kochel das Wasser geradezu heraussprudelte und Richtung Ort lief. Der Notfallmanager der Bahn ließ die Strecke sperren. Die hielt allerdings nicht lange an. „Der Bahndamm ist unbeschädigt. Aufgrund von Gleisunebenheiten, die ausgebessert werden müssen, sind die Züge auf der Strecke aktuell mit verringerter Geschwindigkeit unterwegs“, erklärte ein Bahn-Sprecher am Dienstagvormittag. Die Arbeiten sollten noch am selben Tag abgeschlossen werden.
Bei einigen Einsätzen, so Knobloch, fing die Feuerwehr gar nicht erst mit dem Pumpen an. Wenn das Grundwasser hochdrücke beispielsweise, „hat die Feuerwehr keine Chance“, weil immer neues Wasser nachläuft. Mehrere Straßen wurden überflutet, an der Lindemannstraße blieb ein Fahrzeug in den Wassermassen stecken. Die Insassen konnten sich in Sicherheit bringen, der Wagen lief voll. Während es in Unterzeismering „zu viel Wasser“ war, das Wege überschwemmte, liefen in Tutzing die Kanäle über. Gegen 1 Uhr waren die Feuerwehrleute wieder zu Hause – für 45 Minuten. Dann kam wieder ein Alarm wegen eines nur wenig unter Wasser stehenden Kellers.
Auch Keller in Berg vollgelaufen
Außer Tutzing mussten auch die Feuerwehren auf der anderen Seite des Sees ausrücken: Im Bereich Berg waren mehrere Keller vollgelaufen. In anderen Gemeinden gab es dagegen keine Unwetter-Einsätze, bilanzierte Kreisbrandinspektor Max Wastian am Dienstagmorgen. Die Kreisbrandinspektion hatte vorsorglich die landkreiseigene Leitstelle im Landratsamt (KEZ) besetzt, die allerdings nicht in Betrieb ging. „Wir sind gut davongekommen“, so Wastian. Auch das Landratsamt hatte kurzzeitig keinen Strom, was für die KEZ folgenlos blieb – sie hat eine abgesicherte Stromversorgung.
Während das Gewitter noch tobte, wurde die A 96 Richtung Lindau im Bereich der Galerie bei Gilching gesperrt – „aus technischen Gründen“, wie es im Verkehrsfunk hieß. Auch das war eine Unwetterfolge. Kurz vor 21 Uhr habe es bei Systemen der Lärmschutzgalerie einen Stromausfall gegeben. „Die in den Autobahntunneln verbaute Sicherheitstechnik ist für diesen Fall so ausgelegt, dass automatisch auf eine Versorgung mit Notstrom umgeschaltet wird. Es stellt sich aktuell so dar, dass jedoch auch die Notstromanlage im Zuge des Gewitters vermutlich durch einen Blitzschlag beschädigt wurde und somit die Stromversorgung des Tunnels nicht übernehmen konnte“, erklärte die Autobahn-GmbH. In einem solchen Fall schaltet das Sicherheitssystem automatisch auf Sperrung der Autobahn. Die Sperre gilt so lange, bis die Polizei die Lage geprüft und die Freigabe veranlasst – wie bei Auslösung einer Höhenkontrolle. Das war gegen 22.30 Uhr der Fall.
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