Die DTM-Saison 2025 ist vorbei. In Hockenheim gab es einen spannenden Kampf um die Meisterschaft – die mit einer absoluten Premiere endete.
Hockenheim – Bereits vor dem Saisonfinale der DTM am Hockenheimring war eines klar: Es bleibt spannend bis zur letzten Kurve. Vor dem letzten Rennen am Sonntag hatten noch immer acht Piloten realistische Titelchancen. Am Ende setzte sich Ayhancan Güven (Manthey EMA) in einem spannenden Finale durch.
Der Porsche-Pilot überholte mit seinem Sieg am Sonntag den Meisterschafts-Führenden Lucas Auer (Landgraf Mercedes). Um ein Haar hätte es für den Österreicher aber doch noch mit dem Titel geklappt, denn im Motodrom zog Marco Wittmann (Schubert BMW) an Güven vorbei. Doch der konterte spektakulär und sicherte sich den Sieg. Dadurch krönte er sich als erster Türke zum DTM-Champion.
Güven holt DTM-Titel: „War nie ein realistischer Traum“
Nach seinem historischen Sieg zeigte sich Güven tief bewegt und reflektierte über seinen langen Weg zum Erfolg: „Das bedeutet für mich alles, wofür ich mein ganzes Leben lang gearbeitet habe. Als ich mit dem Rennsport anfing, habe ich nur davon geträumt, ein professioneller Rennfahrer zu werden. Aber den DTM-Titel zu gewinnen, war nie ein realistischer Traum.“
Die Spannung vor dem Finale hätte kaum größer sein können. Lucas Auer führte die Meisterschaft mit 175 Punkten an, dicht gefolgt von Thomas Preining mit 172 und René Rast mit 169 Punkten. Maro Engel lag mit 168 Punkten auf dem vierten Platz, während Ayhancan Güven mit 167 Punkten die Top 5 komplettierte. Zwischen dem Führenden Auer und dem Fünftplatzierten Güven lagen also nur acht Punkte.
Das Rennen begann mit einem Paukenschlag: In der ersten Runde kam es zu einem folgenschweren Zweikampf zwischen Güven und dem dreimaligen DTM-Champion René Rast. Der Kontakt führte zum Ausscheiden Rasts, was seine Titelträume vorzeitig beendete. „Eigentlich war ich schon vorbei, er hat versucht, etwas zu machen, was aussichtslos ist. Der Auslöser war Güven, das war komplett over the Limit und unnötig“, ärgerte sich der dreifache DTM-Champion.
Auer zeigte sich trotz des verpassten Titels sportlich: „Ich gratuliere Ayhancan. Er hat einen super Job gemacht, die ganze Saison. Wir haben alles gegeben. Mehr war nicht drin.“ Der Österreicher reflektierte über die Saison: „Wir hatten ein paar Rennen, wo wir echt Pech hatten. Aber so ist Motorsport. Ich bin mega stolz auf mein Team.“
Der Österreicher zeigte sich jedoch frustriert von Jordan Pepper und Jake Aitken. Die beiden DTM-Piloten hatten ihn unter Gelb überholt und dafür drei Strafrunden kassiert. Diese absolvierten Pepper und Aitken jedoch nicht. „Das war schade, weil in dem Moment in die Meisterschaft eingegriffen wurde. So scheiße es ist, aber es wurde unter Gelb überholt. Andernfalls hätte das Rennen vielleicht einen anderen Rhythmus nehmen können. Ich bin aber nicht nachtragend“, so der Mercedes-Pilot. (smo)