Am vergangenen Samstag ging die vierte Auflage des Inselfestivals der Kulturfabrik Mindelheim über die Bühne – erneut ein voller Erfolg.
Mindelheim – Alles spielte mit. Die vielen Helfer, die Bands, etwa 300 Besucher – und sogar das Wetter, obwohl es zuvor gar nicht danach aussah. Stefan Dannhart und Dominic Pfeifer, 1. bzw. 2. Vorsitzender des Kulturvereins, zeigten sich denn auch sehr zufrieden mit dem Verlauf des Festivals. Gleichwohl hätten sie sich mehr Gäste gewünscht. Dem kann man sich nur anschließen, war doch der Aufwand der vielen Ehrenamtlichen auch diesmal wieder erheblich und das Programm exzellent. Förderung kam übrigens vom Bezirk Schwaben (Slots for locals) und dem Verband für Popkultur in Bayern.
Mit „Anemoja“, „Gobilove“, „Antipasti“, „Bazodee“ und „Lyca“ hatte man Top-Bands aus der Region auf die Insel zwischen Mindel und Kanal geholt. Mit dem Livemusikangebot, Moderator Andreas Schuster in bester Festivallaune, einem DJ, aber auch mit dem übrigen Angebot hielten die Veranstalter ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt, für komplette Familien, bereit. „Besonders freuen wir uns, dass diesmal so viele Kinder gekommen sind“, unterstrich Pfeifer und verwies auf die verschiedenen Attraktionen, etwa einen Luftballon- und einen Graffitikünstler. Und weil ein derart dichtes Programm hungrig und durstig macht, fehlte es auch nicht an kühlen Getränken und kulinarischen Leckerbissen. Sogar an die Erschöpften hatte man gedacht und eine Chillout-Zone eingerichtet.
Die Bands performten – von „Sound and Fury“ (Bad Wörishofen) und „sam – sound and more“ (Mindelheim) prächtig in Szene gesetzt – ausnahmslos erstklassig. Von der ersten („Anemoja“) bis zur letzten Gruppe („Lyca“) waren die Zuhörerinnen und Zuhörer jeden Alters restlos begeistert. „Anemoja“ hatte den ein wenig undankbaren Job des Openers „gewonnen“, meisterte aber diese Aufgabe bravourös. Mit ihrem soliden Southern Rock beamte das Trio ihre Zuhörer in längst vergangene Zeiten ehrlicher, handgemachter Rockmusik zurück.
Instrumententausch
Nostalgisch ging es weiter mit „Gobilove“, die die Besucher mit ihrem Psychedelic Rock äußerst gekonnt in die psychedelisch geprägten Klangwelten der 70er Jahre entführten. Einen – großartigen! – Kontrastpunkt setzte das Quartett „Antipasti“. Lässig auf Wohnzimmerstühlen sitzend präsentierten sie ebenso lässig, ständig die Instrumente untereinander austauschend, ihre musikalische Vorspeisenplatte und spielten und sangen sich mit ihren Songs in die Herzen des Publikums. „Was auf die Ohren“ gab es dann wieder beim nächsten Act, der Fusion Funk Formation „Bazodee“, die ihre Wurzeln im Progressive Rock und Jazz sieht. Die Band setzte mit ihrem dynamischen Spiel eine gewaltige Energie frei, die sich sofort auf das Publikum übertrug.
Wer schon glaubte, die Präsentationen wären nicht mehr zu toppen, der kannte die sechs Herren von „Lyca“ noch nicht. Perfekt in Auswahl und Beherrschung ihrer Instrumente, dazu im authentischen 60er/70er-Jahre-Outfit, präsentierten auch sie Psychedelic Rock, diesmal jedoch mit Salsa- und Cumbia-Grooves. Santana ließ grüßen! Die Musiker schafften es locker, die zu später Stunde und bei inzwischen recht frischen Temperaturen in dichten Scharen vor der Bühne versammelten Zuhörer zum Mitsingen und Tanzen zu bewegen. Nun war Party bis Mitternacht angesagt!
Bereits jetzt haben die Verantwortlichen das nächste Inselfestival 2026 im Blick. In welchem Format und zu welchem Datum, wird derzeit besprochen und geplant.
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