Frederik Hiemenz ist seit heuer neuer Revierförster im Tegernseer Tal. Damit ist er nicht nur zuständig für die Bewirtschaftung des kommunalen Waldes, sondern auch Ansprechpartner für alle privaten Waldbesitzer.
Bad Wiessee – Mit der Leitung des Forstreviers Tegernseer Tal hat Frederik Hiemenz im wahrsten Wortsinn eine große Aufgabe übernommen. „Es ist mittlerweile das größte Revier Bayerns“, bemerkt der 33-Jährige, der zunächst kommissarisch und seit April offiziell die Nachfolge von Hans Feist angetreten hat. Hiemenz ist als Mitarbeiter der Bayerischen Forstverwaltung zuständig für alle Belange des Waldes und berät die privaten Waldbesitzer, wenn es beispielsweise um Waldpflege, Wegebau oder staatliche Fördermöglichkeiten geht. Auch mit den Staatsforsten arbeite er Hand in Hand, wie er selbst berichtet.
Nach Hagel-Unwetter im August: viel Schadholz und Windbruch
Kürzlich hat sich Hiemenz, der im Gemeindebereich Fischbachau wohnt, dem Gemeinderat Bad Wiessee vorgestellt. Allein die Kommune am Tegernsee-Westufer verfügt über etwa 50 Hektar Waldfläche. „Wir brauchen den Wald. Es ist schön, dass wir so viel davon haben“, sagte der 33-Jährige in der Sitzung. Noch frisch im Amt, sei er gerade dabei, sich einen Überblick in seinem neuen Revier zu verschaffen. Ein erster Windwurf und das schwere Hagel-Unwetter am 26. August haben den Revierförster bereits stark gefordert. „Wir hatten viel, viel Schadholz und Windbruch“, schilderte Hiemenz.
Neuer Revierleiter: Wald schafft es, sich selbst zu verjüngen
Auf die Nachfrage von Grünen-Gemeinderat Johannes von Miller, wie er zu den Themen Waldumbau und Waldverjüngung stehe, erklärte Hiemenz: „Wir haben eine komfortable Ausgangssituation.“ Zu großen Teilen schaffe es der Wald, sich selbst zu verjüngen. „Die Naturverjüngung ist das Beste“, fügte der neue Revierförster hinzu. Flächigen Abholzungen oder gar Kahlschlägen in der planmäßigen Bewirtschaftung erteilte Hiemenz eine klare Absage. „Das ist das Schlimmste, was man machen kann.“ Man schlage das Holz vereinzelt dort, wo es sinnvoll sei und dabei helfe, die benachbarten Bäume im Bestand zu fördern. Wo zu viel Schatten sei, könne ein kleiner Baum nicht wachsen, betonte der Fachmann.
Bewahrung des Schutzwaldes als eine der größten Herausforderungen
Im Gespräch mit unserer Zeitung macht Hiemenz deutlich, wo die größten Herausforderungen seiner neuen Aufgabe liegen. Neben der Gefahr durch den Borkenkäfer, der freilich immer ein großes Thema sei, sei auch der sehr hohe Anteil an Schutzwald im Tegernseer Tal eine Herausforderung. Seine Schutzfunktion zu bewahren oder zu verbessern, sei eine bedeutende Aufgabe. „Dieser Wald schützt unser Leben und Dasein“, macht Hiemenz deutlich. Er müsse stabil bleiben.
Auch dem Naturschutz komme eine wachsende Bedeutung zu, sagt der 33-Jährige. „Das Bewusstsein dafür nimmt zu.“ Insgesamt, so betont der neue Revierleiter vom Tegernsee, stehe er für eine naturnahe Forstwirtschaft. Seine Devise: „Nutzen und schützen im Einklang miteinander.“
gab