„Richtig genervt“ von „Salamitaktik“

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Die Freizeitanlage am Oedberg bot zuletzt immer wieder Diskussionsstoff im Gemeinderat. Nun soll die Bebauungsplan-Änderung in Kraft treten. © Thomas Plettenberg

Die Entwicklungen am Freizeitgelände am Oedberg stoßen im Gmunder Gemeinderat schon länger sauer auf. Den Bebauungsplan, der einige ohne Genehmigung erfolgte Bauten nachträglich legalisieren soll, trugen im Bau- und Umweltausschuss nun nicht alle mit.

Es ist der vorläufige Schlusspunkt unter ein schon länger dauerndes Verfahren: Der Bau- und Umweltausschusses des Gemeinderats Gmund hat nun mehrheitlich die zweite Änderung des Bebauungsplans Nummer 46 „Sondergebiet Freizeitanlage Oedberg“ verabschiedet und die Satzung in Kraft gesetzt. Die Regeln für die bisherige Entwicklung des Freizeitgebiets Oedberg sind damit offiziell gesetzt.

Grünen-Rätin Andrea Schack, die neben Barbara von Miller (SPD) ihr Ja verweigerte, begründete ihre Ablehnung mit einer ausführlichen Stellungnahme. Der Oedberg sei ein schönes und wichtiges Freizeitgelände, räumte Schack ein, doch fühle sie sich inzwischen „richtig genervt“. „Ich fühle mich hinters Licht geführt wegen der ständig nachträglichen Baugenehmigungen“, sagte Schack. Wegen solcher Salamitaktik mit oftmals illegalen Bauten, ja Schwarzbauten, und weil sie kein Vertrauen mehr habe, könne sie nicht zustimmen. Vor allem aber würden die Umweltauflagen wieder nicht vollständig erfüllt. „Und bereits wieder wurde weitere Fläche im Landschaftsschutzgebiet verbraucht, und das wieder ohne vorherige Genehmigung.“

Die Grünen-Rätin kam damit auf die aktuellste und bisher nicht genehmigte Erweiterung der im Bebauungsplan festgelegten Fläche durch die Errichtung von komfortablen Glampingzelten (wir berichteten) zu sprechen. Einem „Versuch“, wie die Oedberg GmbH gegenüber der Gemeinde offenbar kundgetan hatte.

Am Ratstisch wurde über die neueste Veränderung nicht diskutiert, wenngleich Vize-Bürgermeister Herbert Kozemko (CSU), der die Sitzung in Vertretung von Rathauschef Alfons Besel (FWG) leitete, einräumen musste, dass Schack nicht ganz Unrecht habe und ein neues Missverhältnis entstanden sei. Dies sei aber nicht Gegenstand der Sitzung.

Denn dabei ging es um den Bebauungsplan, der eine weitere Runde hatte drehen müssen. Vor allem wegen der Themen Ausgleichsflächen und Begrünung. Bauamtsleiterin Christine Wild informierte, dass zwischenzeitlich ein Ortstermin mit dem Landratsamt und der Unteren Naturschutzbehörde, Vertretern der Gemeinde und der Oedberg GmbH stattgefunden habe. 150 Sträucher und Büsche sowie sieben Bäume seien inzwischen gepflanzt worden zur Eingrenzung der Parkflächen, was auch überprüft worden sei. Zusätzliche Absperrungen durch Holzzäune entlang der westlichen Parkplätze werden noch nötig.

Noch nicht erfolgt seien Pflanzungen in einer Ausgleichsfläche zwischen Staatsstraße und dem Freizeitgelände im Einzugsgebiet des Wasserversorgungsvereins Gmund. Durch Anpflanzungen werde die Erde aufgebrochen, Schadstoffe könnten ins Wasser gelangen, führte Wild aus und kündigte an, dass dies noch mit dem Naturschutz geklärt und eine Befreiung erteilt werden müsste. Auch ein Streifen im Bebauungsplangebiet, der auf dem Papier als Feuchtwiese dargestellt, faktisch jedoch inzwischen eine Schotterfläche sei, müsse auf eine weitere, am Rande des Gebiets liegende Ausgleichsfläche angerechnet werden.

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