In der afrikanischen Inselnation São Tomé und Príncipe sind acht Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes der Norwegian Cruise Line gestrandet und versuchen verzweifelt, ihr Kreuzfahrtschiff wieder einzuholen, das sich die westafrikanische Küste hinaufbewegt. Das berichtet CNN. Die Passagiere kamen am vergangenen Mittwoch (27. März) zu spät zu ihrem Schiff zurück und der Ozeanriese legte ohne sie ab.
Passagiere waren auf eigene Faust unterwegs
Laut einer Erklärung der Norwegian Cruise Line waren die acht Gäste entweder allein oder mit einer privaten Führung unterwegs und verpassten die letzte Fähre zurück zum Schiff. „Obwohl dies eine sehr unglückliche Situation ist, sind die Gäste dafür verantwortlich, dass sie zur festgelegten Zeit zum Schiff zurückkehren. Die Zeit wurde über den Schiffsfunk und speziell bevor die Gäste das Schiff verlassen, wiederholt kommuniziert.“
Allerdings war das Schiff laut Jill und Jay Campbell, ein gestrandetes Ehepaar aus South Carolina, noch nicht losgefahren, als sie im Hafen ankamen. „Der Kapitän hätte die einfache Entscheidung fällen können und uns mit einem Tenderboot holen können“, sagte Jay Campbell gegenüber CNN.
Da die anderen gestrandeten Passagiere - darunter eine schwangere Frau und ein Mann mit Herzproblemen - keine Kreditkarten dabei hatten, die auf der Insel akzeptiert wurden, mussten die Campbells mehr als 5000 Euro für die Verpflegung der anderen Passagiere vorstrecken, berichtet die „New York Post“.
Gestrandete Kreuzfahrer müssen für Unkosten selbst aufkommen
Wer auf eigene Faust einen Landausflug machen möchte oder einen Ausflug bei einem lokalen Reiseveranstalter bucht, muss bei Kreuzfahrten selbst sicherstellen, wieder rechtzeitig beim Schiff zu sein, bevor es ablegt. Bucht man jedoch bei der Reederei des Schiffes einen Ausflug, wartet der Kapitän, sollte es zu einer Verspätung kommen.
Für die Unkosten müssen die Kreuzfahrer selbst aufkommen. Das Kreuzfahrtunternehmen arbeitet laut eigenen Angaben mit den örtlichen Behörden zusammen und steht in Verbindung mit den gestrandeten Passagieren.
Ehepaar will in Senegal wieder an Bord gehen
Gegenüber CNN berichteten Jill und Jay Campbell, ein gestrandetes Ehepaar aus South Carolina, darüber, dass die acht gestrandeten Passagiere 15 Stunden lang durch sechs Länder reisten, um am Sonntag ihr Schiff in Gambia wieder zu erreichen. Die Gruppe reiste mit einem Van durch Afrika. Doch wegen des niedrigen Wasserstandes konnte das Schiff in Gambia nicht anlegen und verbrachte einen zusätzlichen Tag auf See.
Die Campbells planen als nächstes per Fähre nach Senegal zu reisen, wo das Schiff am Dienstag (2. April) anlegen soll. „Wir haben viel Geld für diese Reise ausgegeben und hoffen am Ende noch in Spanien zu landen“, sagte Campbell.
Ähnlich wie den acht gestrandeten Passagieren erging es auch einem deutschen Ehepaar, das nach einer Corona-Erkrankung nicht mehr zurück an Bord durfte.