Der Kramerwirt in Unterpfaffenhofen wird heuer 150 Jahre alt – und gleichzeitig war er wegen eines Wirtewechsels lange geschlossen. Jetzt ist klar, wer die Wirtschaft übernimmt.
Germering - In ein Dorf gehört ein Wirtshaus, das ist Tradition. Seit 150 Jahren gibt es in Unterpfaffenhofen den Kramerwirt – und diese Tradition wird weiter bestehen. Mit dem 27. Oktober übernehmen Ines und Eduard Kosak den Gasthof an der Salzstraße.
Wie die Vorgänger, die sechs Jahre lang Gäste und viele Stammtische bewirtet hatten, kommen die Kosaks aus Kroatien. Ein Gespür für Tradition, bayerische Küche und Gastlichkeit bringen sie bereits mit. Denn Ines und Eduard Kosak führen seit Februar 2024 den Landgasthof Haller in Buchendorf bei Gauting, den sie auch weiterhin betreiben werden.
Inkognito beim neuen Wirtepaar zu Gast
Besitzer Rudolf Widmann hatte bei der Wahl des neuen Wirtspaares schnell ein gutes Gefühl. Allein schon, weil er den Tipp vom bisherigen Wirt bekommen hatte. Widmann betrieb ein wenig Recherche im Internet, dann vor Ort in Buchendorf bei einem Probeessen. „Da noch inkognito“, wie Widmann erzählt. Doch sein Geschmack war getroffen und ein Gespräch rasch vereinbart. „Wir alle haben bald gemerkt, dass das passt, ein guter Draht da war“, erzählt Widmann.
Das Ehepaar, das zwei Töchter im Alter von 16 und 18 Jahren hat, hat sich schnell in der hiesigen Gastronomie eingearbeitet. Ihr Werdegang zeigt, dass sie sich schwierigen Situationen stellen und flexibel reagieren können. Vor fünf Jahren kamen die beiden nach Deutschland, weil Eduard Kosak in Kroatien wegen Corona seine Anstellung als Busfahrer verloren hatte.
Seine Frau, gelernte Lebensmitteltechnikerin, trug die Entscheidung, nach Deutschland zu gehen, mit. Hier arbeitete sie im Restaurant eines Gartencenters, packte aber auch schon im Buchendorfer Gasthof mit an. Der Schritt, dort als Wirtepaar zu übernehmen, war dann nicht mehr allzu groß.
Den Kramerwirt können Ines und Eduard Kosak ohne große Übergangsphase übernehmen – auch weil Vorgänger Ivan Oslakovic das Equipment, die Technik, die Küche stets gut gepflegt hat. Nur eine Kleinigkeit wollen die Kosaks aber dann doch ändern: Die Wände sollen einen neuen helleren Anstrich erhalten.
„Wir wollen den Mittagstisch pflegen und den Stammtischen eine Heimat bleiben“, kündigt Ines Kosak. So wie es beim Vorgänger gute Tradition war. Dazu wird ebenso ein „Schnitzeltag“ gehören. Den Skatclub wird das ebenso freuen wie Unterpfaffenhofens Burschen, die Handballer des SC Unterpfaffenhofen oder den Förderverein für Heimatpflege. Für die ist der Kramerwirt allesamt Treffpunkt.
Biergarten soll größer werden
Einem anderen Stück bayerischer Tradition wollen die Kosaks aber mehr Aufmerksamkeit schenken. Nächsten Sommer sollen in den Biergarten mehr Tische kommen. „Wir wollen den Gasthof und den Biergarten pflegen“, betont Eduard Kosak. Und wie in Buchendorf will man auch Catering anbieten.
Die Öffnungszeiten des Kramerwirts sind ab Ende Oktober: Montag, Mittwoch bis Samstag warme Küche von 12 bis 21 Uhr, Sonntag wird etwas eher geöffnet. Dienstag ist Ruhetag.