Der Gemeinderat Karlsfeld hat ein Standortkonzept für Freiflächenphotovoltaikanlagen beschlossen. Das Problem: Nicht viele Flächen sind in Karlsfeld geeignet.
Karlsfeld – Damit die Klimawende in Karlsfeld gelingt, ist die Gemeinde auf Solarenergie angewiesen. Das Problem: Vor Ort ist kaum Platz, um Sonnenstrom zu erzeugen. Zu diesem Ergebnis kam der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München, der für die Gemeinde ein Standortkonzept für Freiflächenphotovoltaikanlagen (Freiflächen-PV-Anlagen) erarbeitete. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend das Konzept nun einstimmig beschlossen.
Die Analyse des Planungsverbands ergab, dass im Gemeindegebiet von Karlsfeld zirka 17,82 Hektar Flächen vorhanden sind, die sich uneingeschränkt für Freiflächen-PV-Anlagen eignen. Wie berichtet, konzentrieren sich die geeigneten Flächen im Wesentlichen an der nördlichen Gemeindegrenze zum Hauptort Dachau westlich und östlich der Bahnlinie München-Treuchtlingen sowie der B 304 und umfassen zirka 16,82 Hektar. Auch im Norden Karlsfelds an der Bajuwarenstraße kommt ein Standort infrage.
Die Gemeinde will mit einem solchen Regelwerk eine Anleitung an der Hand haben, um mit zukünftigen Anfragen von Investoren oder Bürgern einheitlich umgehen zu können und mögliche Konfliktsituationen zwischen unterschiedlichen Interessensgruppen im Vorfeld zu vermeiden, wie die Verwaltung erklärt. Daher entschied sich der Umwelt- und Verkehrsausschuss, wie berichtet, im April vergangenen Jahres ein solches Standortkonzept erstellen zu lassen.
In Karlsfeld gab es vor zwei Jahren bereits eine Anfrage auf Errichtung von Freiflächen-Photovoltaik. Wie berichtet, hatte der Eigentümer eines Grundstücks mit einer Fläche von 1,8 Hektar westlich der S-Bahn zwischen Lärchenweg und Waldschwaigweg ungefähr auf Höhe des Kinderhauses Glücksklee beantragt, dort eine Freiflächen-Photovoltaik zu errichten. Dem stimmte der Bau- und Werkausschuss Ende Oktober 2023 einstimmig zu. Doch einige Interessensgruppen äußerten damals Bedenken gegen das Bauvorhaben. Auch der Bund Naturschutz sah das Projekt kritisch (wir berichteten).
Wie die Klimaschutzmanagerin Franziska Reitzenstein in der Beschlussvorlage erklärt, „ist die Errichtung von PV-Anlagen auf Freiflächen des Gemeindegebietes grundlegend erforderlich, um die angestrebten Ziele der Klima- bzw. Treibhausgasneutralität zu erreichen“. Der Ausbau von Photovoltaik auf Dächern werde aber weiterhin angestrebt.