Russland bombardiert Stromnetz – Millionen Ukrainer müssen bei Minusgraden frieren

Russland hat am Mittwoch die Energieinfrastruktur in den ukrainischen Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja angegriffen. Laut dem „Kyiv Independent“ führte dies zu einem vollständigen Stromausfall in beiden Gebieten. Besonders dramatisch ist die Situation, da die Temperaturen in der Ukraine aktuell unter minus 10 Grad Celsius fallen sollen.

In der Stadt Dnipro, dem Verwaltungszentrum von Dnipropetrowsk, hörten Anwohner gegen 22 Uhr eine Explosion. Ein heller Schein war nahe eines Wärmekraftwerks sichtbar, doch ob die Anlage direkt betroffen ist, wurde nicht bestätigt. Viele Orte bleiben weiterhin komplett ohne Strom. 

Krankenhäuser und Verkehr betroffen

Die Angriffe haben auch kritische Infrastruktur getroffen. In Dnipro mussten alle städtischen Krankenhäuser auf Generatoren umstellen, erklärte Bürgermeister Borys Filatow. Der öffentliche Nahverkehr, darunter die Metro, kam ebenfalls zum Erliegen. Busse wurden verstärkt eingesetzt, um die Mobilität aufrechtzuerhalten. Zusätzlich meldeten Bewohner Probleme mit Mobilfunk und Internetverbindungen.

Mehr als eine Million Menschen in Dnipropetrowsk stehen laut Oleksii Kuleba, Minister für Gemeinde- und Gebietsentwicklung, ohne Wasser und Heizung da. In Saporischschja begann die Wiederherstellung der Stromversorgung erst nach Mitternacht am Donnerstag und dauerte bis in die frühen Morgenstunden.

Nach dem russischen Angriff: zerstörte Autos in Dnipro
Nach dem russischen Angriff: zerstörte Autos in Dnipro Mykola SYNELNYKOV / AFP via Getty Images

Schulen bleiben geschlossen – Firmen arbeiten im Dauereinsatz

Auch das Bildungssystem ist betroffen. In Dnipropetrowsk wurden die Schulferien um zwei Tage verlängert, teilte der regionale Gouverneur Wladyslaw Haivanenko mit. In Dnipro bleiben die Schulen sogar bis zum 11. Januar geschlossen, wie das städtische Humanitäre Politikamt bekanntgab.

Trotz der schwierigen Bedingungen arbeiten ukrainische Energieunternehmen rund um die Uhr an der Wiederherstellung der Versorgung. Laut DTEK, dem größten privaten Energieversorger des Landes, konnten am Donnerstagmorgen erste wichtige Einrichtungen wieder ans Netz gebracht werden.