Wetter im Ticker - Lage in Bayern beruhigt sich, aber jetzt kommt der Kälte-Schock

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    In der Pflanze steckt keine Gentechnik
    Aber keine Sorge: Gentechnish verändert sind die
Armin Weigel/dpa Ein Räumfahrzeug fährt am Samstag durch die verschneite Landschaft in Windberg (Niederbayern)

Fahrgäste müssen in Zügen übernachten, Bahnstrecken sind gesperrt: Im Süden Bayerns sorgte starker Schneefall für Chaos. Auf den Straßen war die Lage kaum besser. Lesen Sie alles zur Lage in Deutschland nach dem Schnee-Wochenende im Ticker.

Bis zu minus 15 Grad! Jetzt kommt der Kälte-Schock

09.21 Uhr: Weiterer Neuschnee soll in weiten Teilen von Bayern am Sonntag zunächst ausbleiben. Lediglich im östlichen Mittelgebirge und an den Alpen werden mehrere Zentimeter Neuschnee erwartet. Die Meteorologen rechnen mit Tiefstwerten von minus 6 bis minus 9 Grad. Südlich der Donau könnten die Temperaturen gebietsweise bei minus 10 bis minus 15 Grad liegen. Auch am Montag und Dienstag bleibt es weiter kalt, Schnee soll dann aber weiter nur vereinzelt fallen.

Dutzende Glätte-Crashs auf den Straßen

09.20 Uhr: Schneefall und glatte Straßen haben vor allem im Süden Bayerns in der Nacht zu Freitag sowie am Morgen für Dutzende Unfälle gesorgt. Mehrere Menschen wurden verletzt, in den meisten Fällen blieb es aber bei Blechschäden.

Markt Indersdorf im Landkreis Dachau: Eine 18 Jahre alte Autofahrerin kam mit ihrem Wagen von der Fahrbahn ab, das Auto überschlug sich. Die junge Frau kam leicht verletzt in ein Krankenhaus.

Landkreis Passau: Fünf Fahrzeuge wurden bei winterlichen Straßenverhältnissen in einen Unfall verwickelt. Bei Aicha vorm Wald kam der Fahrer eines Lastwagens mit seinem Fahrzeug am Freitag ins Schleudern und berührte dabei drei entgegenkommende Fahrzeuge. Ein Autofahrer kam beim Bremsen infolge des Unfalls mit seinem Wagen ins Schleudern und landete schließlich im Straßengebraben. Verletzt wurde niemand, die Straße war für mehrere Stunden gesperrt.

Bruckberg (Landkreis Landshut): Ein Autofahrer rutschte mit seinem Wagen am Morgen in einen mit 40 Schülern besetzten Bus. Nach Angaben der Polizei hatte der 52-Jährige noch Sommerreifen auf seinem Auto montiert. Verletzte wurde keiner. Die Polizei hat Ermittlungen gegen den Mann aufgenommen.

Autobahn 70 im Landkreis Schweinfurt: Der Lastwagen eines 56-Jährigen wurde von Eisplatten eines vorausfahrenden Sattelschleppers getroffen. Der Mann blieb unverletzt. Den Fahrer des Wagens erwartet laut Polizei nun ein Bußgeld.

Loitz (Mecklenburg-Vorpommern): Zwei Personen kamen mit dem Auto von der schneebedeckten Fahrbahn ab und prallten gegen einen Baum. Der 19-jährige Fahrer und der 18-jährige Beifahrer wurden bei dem Unfall am Samstag schwer verletzt, wie es in einer Mitteilung der Polizei von Sonntag hieß. Rettungskräfte brachten sie ins Krankenhaus. Lebensgefahr bestehe allerdings nicht, sagte eine Sprecherin.

Flughafen München nimmt Betrieb wieder auf

07.16 Uhr: Nach dem heftigen Wintereinbruch in Süddeutschland hat der Flughafen München seinen Betrieb am Sonntagmorgen wieder aufgenommen. Der Flugbetrieb laufe seit 06.00 Uhr wieder, teilte der Airport auf seiner Website mit. Es werde aber „weiterhin Einschränkungen im Luftverkehr“ geben. Reisende, die am Sonntag fliegen wollten, sollten sich daher vor ihrer Fahrt zum Flughafen „frühzeitig bei ihrer Airline über den Status ihres Fluges“ informieren.

Der Bahnverkehr liegt allerdings noch brach: Bis mindestens 10.00 Uhr verkehren keine Fernverkehrszüge von und nach München Hauptbahnhof und keine Züge auf den Strecken München - Nürnberg und München - Stuttgart, wie die Deutsche Bahn auf ihrer Website mitteilte. Voraussichtlich den gesamten Sonntag über fallen die Zugverbindungen von München nach Salzburg, Innsbruck und Lindau/Zürich sowie zwischen Stuttgart und Singen/Zürich aus.

Die Bahn empfahl, für Sonntag geplante Reisen von und nach München zu verschieben. Außerdem könne es auch in anderen Teilen von Süddeutschland zu „witterungsbedingten Zugausfällen und Verspätungen“ kommen. Wegen des Ausmaßes der Schäden sei auch für Montag mit Zugausfällen und Verspätungen zu rechnen.

Lage auf Bayerns Straßen beruhigt sich - jetzt kommt der Kälte-Schock

Wintereinbruch in Süddeutschland - München
dpa Ein durch die Schneelast abgebrochener Ast hängt in München über einem Auto

Sonntag, 03. Dezember, 06.31 Uhr: Trotz weiter winterlichem Wetter hat sich die Lage auf den Straßen in Südbayern in der Nacht zu Sonntag beruhigt. Die Behörden meldeten nur kleinere Unfälle, Schwerverletzte oder Tote gab es keine. „Es stürzen immer noch ein paar Bäume um, aber da gab es nur Unfälle mit Blechschäden“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Auch in Niederbayern war das Unfallgeschehen einem Sprecher zufolge für die „Jahreszeit typisch“. Ähnlich ruhig auf den Straßen verlief die Nacht auch im nördlichen Oberbayern und Schwaben, wie die jeweiligen Polizeipräsidien mitteilten.

Vom Winterwetter war nicht nur Bayern betroffen. Auch in einigen Gegenden im Norden Deutschlands gab es witterungsbedingte Probleme auf den Straßen. In Mecklenburg-Vorpommern kam ein Auto von einer schneebedeckten Straße ab und prallte gegen einen Baum. Die beiden Insassen wurden bei dem Unfall schwer verletzt.

Weiterer Neuschnee soll in weiten Teilen von Bayern am Sonntag erstmal ausbleiben. Nur vereinzelt sollen laut Deutschem Wetterdienst Flocken fallen. Lediglich im östlichen Mittelgebirge und an den Alpen werden mehrere Zentimeter Neuschnee erwartet. In den Kammlagen gebe es dort auch Schneeverwehungen oder erhebliche Lawinengefahr. Die Meteorologen rechnen mit Tiefstwerten von minus 6 bis minus 9 Grad. Südlich der Donau könnten die Temperaturen gebietsweise bei minus 10 bis minus 15 Grad liegen. Auch am Montag und Dienstag bleibt es weiter kalt, Schnee soll aber weiter nur vereinzelt fallen.

In einigen Teilen von Deutschland sieht es in den kommenden Tagen ähnlich aus. In Niedersachsen, an der Nordseeküste und zwischen dem Erzgebirge und dem Harz wird am Sonntag gelegentlich etwas Schneefall erwartet. Am Montag sollen die Flocken langsam in Regentropfen übergehen. Trockenbleiben soll es dagegen von Berlin bis Südbayern. Auch am Dienstag ist im Westen und Südwesten weiter Regen angesagt. Hier rechnet der Wetterdienst auch mit Glatteis.

Schneefälle sorgen auch für Verkehrschaos in Österreich

AUT, starke Schneefälle in Salzburg
picture alliance / Stefanie Oberhauser / EXPA / pic Auch in Österreich herrscht Chaos auf den Straßen. Hier warten Snowboarder auf einen Bus im Salzburger Kaprun.

21.48 Uhr: Heftige Schneefälle haben ebenso wie in Süddeutschland auch in Österreich am Samstag für erhebliches Verkehrschaos gesorgt. Vor allem im Westen des Landes kam es zu massiven Behinderungen, in Vorarlberg und Tirol waren über Nacht im Gebirge an vielen Orten 50 Zentimeter Neuschnee oder sogar noch mehr gefallen. Aber auch in Ober- und Niederösterreich sowie im Süden gab es laut einem Bericht der Nachrichtenagentur APA Probleme.

In Wien musste gegen Mittag der für den Durchgangsverkehr wichtige Außenring (A21) in beide Richtungen gesperrt werden, weil mehrere Fahrzeuge hängengeblieben waren. Auch am frühen Abend dauerte die Sperrung an. 

Der österreichische Autoklub ÖAMTC berichtete seinerseits vor allem von der Nordseite und dem Ostrand der Alpen von höchstwinterlichen Fahrbahnverhältnissen. Zahlreiche Hauptverbindungsrouten waren seit dem frühen Morgen nur schwer passierbar, es kam immer wieder zu Staus und Unfällen. „Im Laufe der Nachmittagsstunden hat sich die Lage auf Österreichs Straßen leider nicht entschärft. Zahlreiche Bäume sind unter der Schneelast umgeknickt und müssen entfernt werden“, sagte eine ÖAMTC-Sprecherin auf APA-Anfrage.

Auch im Bahnverkehr führte der Wintereinbruch zu erheblichen Beeinträchtigungen. Das sogenannte Deutsche Eck zwischen Salzburg und Kufstein beziehungsweise nach München wurde gleich bis Sonntag gesperrt.

Luxus-Flieger stellt sich unter Schneelast auf

19.32 Uhr: Der Flughafen München ist dicht und das aus gutem Grund, wie ein Video auf „X“ zeigt. Ein Luxusjet stellte sich bereits am Freitag auf - die Schneelast auf dem Heck der Cessna war einfach zu schwer. Wie ein Sprecher der Bundespolizei zur „Bild“ sagte, gab es „zum Glück keine Verletzten“.

 

Lage entspannt sich - jetzt kommt die Kälte

18.50 Uhr: Die Lage in Südbayern entspannt sich langsam. Der Deutsche Wetterdienst hat die schwere Unwetterwarnung aufgehoben und warnt jetzt noch vor Glätte, Frost und leichtem Schneefall. Dafür wird es kalt. In der Nacht drohen bis zu -15 Grad.

Bahnverkehr lahmgelegt: Schweizer verbringt die Nacht im Zug

18.27 Uhr: Ein 21-Jähriger aus Zürich berichtet gegenüber dem „Blick“ von seiner Horror-Zugfahrt nach München. Eigentlich wollte der junge Mann mit seinem Bruder, der in der bayerischen Landeshauptstadt wohnt, nach Österreich zum Skifahren. Am Ende verbrachte er jedoch die Nacht in einem Zug irgendwo im Nirgendwo in Bayern.

Am Freitagabend um 19.30 Uhr sei der 21-Jährige in Zürich in den Zug nach München gestiegen. Vier Stunden später hätte er eigentlich an seinem Ziel ankommen sollen. Doch aufgrund des Schnees musste der Zug auf Höhe von Geltendorf, einer Gemeinde in Oberbayern, stehenbleiben.

„Um 23.20 Uhr kam die Durchsage, dass wegen des Schnees die Gefahr bestünde, dass Bäume auf die Strecke fallen könnten und diese darum bis auf Weiteres gesperrt sei“, so der Zürcher gegenüber „Blick“. Während einige Fahrgäste ein Taxi bestellen konnten, hatte der Schweizer keinen Erfolg. Rund die Hälfte der Passagiere verbrachte schließlich die Nacht im Zug. Am Samstagmorgen verteilte dann das Rote Kreuz Kaffee und Gebäck. Gegen 9 Uhr konnte schließlich auch der junge Schweizer mit dem Taxi Richtung München fahren.

Trotz Schneechaos: Skigebiete starten Betrieb

18.13 Uhr: Der Winter hat Bayern fest im Griff. Während auf den Straßen Chaos herrscht, starteten heute einige bayerische Skigebiete in die Saison. So nutzten vor allem Einheimische die perfekt eingeschneiten Pisten in den Skigebieten Sudelfeld, Brauneck und Spitzingsee.

Die Bergbahnen an der Zugspitze haben hingegen den Betrieb eingestellt. „Wir haben die Zugspitze komplett geschlossen“, so die Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn, Verena Tanzer. Schneebruch auf der Strecke der Zahnradbahn versperre die Gleise, so Tanzer. Selbst die Mitarbeiter seien nicht nach oben gekommen.

Einsatzkräfte stoßen an ihre Grenzen

17.00 Uhr: Die schweren Schneefälle im Süden Bayerns stellen auch Rettungskräfte und Hilfsorganisationen vor Herausforderungen. „In einigen Landkreisen Südbayerns stoßen die Einsatzkräfte trotz Schneeketten und Allradantrieb an ihre Grenzen - ohne Unterstützung der Bergwacht ist teilweise kein Durchkommen mehr“, teilte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) am Samstag mit. Zusätzlich seien etwa in einem Landkreis ehrenamtliche Schnelleinsatzgruppen alarmiert, um den Rettungsdienst zu unterstützen.

BRK und Technisches Hilfswerk (THW) halfen seit der Nacht auch bei der Evakuierung von Zügen und der Betreuung von Insassen liegengebliebener Fahrzeuge auf Autobahnen. Ehrenamtliche des THW halfen den Angaben nach zudem vielerorts, die nassen Schneemassen von Dächern zu schaufeln oder verunglückte Autos und Lastwagen von Straßen zu räumen, um möglichst den Verkehr am Laufen zu halten.

Eine weitere Herausforderung sei für das Bayerische Rote Kreuz in einigen Teilen Südbayerns die Versorgung mit häuslichen Diensten wie beispielsweise „Essen auf Rädern“ oder „Ambulante Pflege“, sagte der BRK-Sprecher. Hier würden vor Ort pragmatische Lösungen erarbeitet, um die Versorgung der Bevölkerung trotz der erschwerten Bedingungen sicherzustellen.

„Wir schließen uns dem Aufruf des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd an: Bleiben Sie möglichst zu Hause! Das Unfallrisiko ist immens erhöht, jede vermeidbare Fahrt, auf die verzichtet wird, zählt und entlastet die Rettungskräfte in den betroffenen Regionen“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Gestrandete Fahrgäste am Bahnhof München: „Ist ein Armutszeugnis“

16.37 Uhr: Bahnreisende müssen in Bayern bis Montag mit erheblichen Beeinträchtigungen im Zugverkehr rechnen. Der unerwartet starke Wintereinbruch, einschließlich vereister Oberleitungen, wird als Grund für die Probleme genannt. Der Münchner Hauptbahnhof ist außerdem den ganzen Samstag nicht mehr anfahrbar. Viele Fahrgäste sind deshalb am Hauptbahnhof gestrandet. Ihre Meinungen zur Deutschen Bahn sind dabei eindeutig: „Es ist ein Armutszeugnis. In der Schweiz wäre es etwas anderes, aber die sind das gewohnt, die haben jedes Jahr Schnee.“

Zum Video: Gestrandete Fahrgäste am Münchner Hauptbahnhof: „Es ist ein Armutszeugnis"
 

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sh/mit Agenturmaterial
Информация на этой странице взята из источника: https://www.focus.de/panorama/wetter-in-deutschland-wetter-im-ticker-die-lage-nach-dem-schnee-schock_id_54933749.html