Wer die Unterführung an der Zargesstraße schon mal als Radfahrer oder Fußgänger genutzt hat, weiß: Hier kann‘s laut werden – und einem schon sehr eng vorkommen. Die Agenda 21 regt an, die Stelle zu entschärfen. Doch ihre Lösungsvorschläge überzeugen nicht.
Weilheim – Es ist gewissermaßen ein Nadelöhr: die Unterführung an der Zargesstraße. Sowohl Fahrer von Autos und Lastkraftwagen als auch Radfahrer und Fußgänger nutzen die Möglichkeit, im Norden Weilheims auf die andere Seite der Bahnstrecke zu kommen. Der Arbeitskreis „Mobilität und Verkehr“ der Weilheimer Agenda 21 blickt mit Sorge auf die Stelle und hat deshalb einen Antrag gestellt, diese für Radfahrer zu entschärfen. Wie im Verkehrsausschuss des Stadtrats erläutert wurde, wurde die Absenkung des Bürgersteigs direkt in der Unterführung sowie das Aufstellen von Hinweisschildern angeregt.
Ordnungsamt sagt: Antrag ist „klar abzulehnen“
Brunhilde Hink, Leiterin des Amts für öffentliche Sicherheit und Ordnung der Stadt Weilheim, erläuterte dazu eingegangene Stellungnahmen. Aus Sicht des Staatlichen Bauamts sei der Antrag „klar abzulehnen“, sagte Hink. Das Absenken des Bürgersteigs gefährde die Fußgänger. Sie würden durch den bestehenden Absatz vor dem Verkehr geschützt. Zudem verhindere der Randstein Überschwemmungen des Gehsteigs. Auch neue Schilder, die auf mögliche Gefahren hinweisen, seien nicht zielführend. „Wir sind eher angehalten, Schilder abzubauen anstatt neue aufzustellen.“ Wie Hink berichtete, habe die Polizei in den vergangenen fünf Jahren zwei Unfälle mit Radfahrern in dem Bereich aufgenommen. „Beide aufgrund von falschen Fahrverhaltens des Fahrradfahrers.“
Das Problem, das die Agenda ausgemacht hat, wurde im Ausschuss trotzdem anerkannt. Denn während Fußgänger auf dem Gehweg dem Verkehr aus dem Weg gehen können, müssen Radfahrer kurz vor der Engstelle vom kombinierten Geh- und Radweg auf die Straße wechseln. „Es ist wirklich eine gefährliche Stelle“, befand Horst Martin (SPD): „Es ist sinnvoll, dass man sich da Gedanken macht.“ Immerhin sei die Route auch im Radwegekonzept durchaus eine wichtige Verbindung. Martin regte an, mit roten Markierungen deutlich zu machen, dass auch Radfahrer die Strecke nutzen.
Ortstermin soll Lösung bringen
Das sei „keine schlechte Idee“, befand Bürgermeister Markus Loth, sprach sich aber trotzdem dagegen aus. Eine solche Bodenmarkierung „verleiht dem Radfahrer eine scheinbare Sicherheit“. Jeder sei angehalten, tatsächlich gut aufzupassen. „Die Situation ist schon brenzlig.“ Durch das angrenzende Gewerbegebiet nutzen sehr viele Lkw die Straße.
Manuel Neulinger (Grüne) wies darauf hin, dass man auch eine mögliche Verbreiterung der Unterführung in Betracht ziehen könnte. „Es geht nicht schnell, aber es geht“, sagte er. Dürfte allerdings auch kostenintensiv sein.
Bürgermeister Loth schlug schließlich eine Ortsbesichtigung mit Fachbehörden vor, was vom Gremium begrüßt wurde. „Danach können wir abwägen zwischen baulichen Maßnahmen und Beschilderungen.“