„Bin am Verzweifeln“: Vereinschefin prangert fehlenden Platz in Sporthallen an

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Zu wenig Platz für Sportler: Renate Nagel, erste Vorsitzende des TSV Schleißheim, kritisiert die übervollen Turnhallen in Oberschleißheim. © Gerald Förtsch

In den Sporthallen in der Gemeinde ist nicht genug Platz für Schleißheims Sportler. Das bemängelt nun die Vorsitzende des TSV. Der Bürgermeister räumt ein: „Die Situation ist schwierig.“

Oberschleißheim hat in seinen Turnhallen nicht genügend Platz für Sportler. So sieht es zumindest Renate Nagel vom TSV Schleißheim. Sie sagt: „Ich bin als Vereinsvorsitzende am Verzweifeln.“

Die Mitglieder in den neun Sportarten des TSV nutzen laut Nagel die Jahn- und die Hallenbadhalle. Zusätzlich gebe es Hallenzeit in der Einfachturnhalle in der Parksiedlung und im Sehbehindertenzentrum. Auch die Halle der Therese-Giehse-Realschule in Unterschleißheim kann der Verein manchmal nutzen. Dennoch reichen die Kapazitäten „hinten und vorne nicht“, beklagt Nagel. Viele Kinder, die sich für Turnen und Handball interessieren, müssen laut Nagel mit der Warteliste vertröstet werden, da sie wegen Platzmangel nicht aufgenommen werden können. Die Vereinsvorsitzende befürchtet: Die Kinder gehen zu anderen Sportvereinen und kommen nicht wieder.

Handballer können Pässe nicht üben

Selbst die Spieler, die bereits Mitglied im TSV sind, müssten unter schwierigen Bedingungen trainieren. So komme es häufig vor, dass sich in einer Drittel-Halle eine männliche und eine weibliche A-Jugend zusammen aufwärmen müssen, also zwischen 20 und 24 Jugendliche auf engem Raum. Zudem sollte ein Team beim Handball-Training zumindest zeitweise die Halle für sich haben, um Pässe üben zu können, erklärt Nagel. In Oberschleißheim sei dies wegen der übervollen Hallen aber gar nicht möglich.

Außerdem kritisiert Nagel: Auch die Fußballer des FC Phönix drängten im Winter in die Hallen, obwohl dem Verein ein Hartspielplatz zur Verfügung stehe. Zudem sei in den Ferien immer mindestens eine Halle in Oberschleißheim geschlossen. Laut Nagel führen die schlechten Trainings-Bedingungen dazu, dass begabte Spieler vom TSV Schleißheim nach Allach und Ismaning abwandern.

Weiter Probleme an Hallenbad-Turnhalle

Ein weiteres Problem: In der Turnhalle neben dem Hallenbad steht noch immer der Austausch der Fenster an, der sich aufgrund von Problemen mit der zuständigen Firma lange verzögert (wir berichteten). Dadurch war die Halle eine Zeit lang gesperrt. Zwar läuft der Spielbetrieb zurzeit wieder, doch Renate Nagel befürchtet, dass die Sportler bei einem erneuten Anlauf des Fenster-Austausches wieder nicht trainieren können. Besonders im Winter, wenn die Spieler nicht nach draußen ausweichen können, wäre das ein großes Problem.

Wann die Fenster in der Turnhalle neben dem Hallenbad eingebaut werden, kann Oberschleißheims Bürgermeister Markus Böck (CSU) noch nicht beantworten. Denn aktuell laufe noch ein umfangreicher Rechtsstreit mit der zuständigen Firma. Auf die Klagen des TSV angesprochen, antwortet er: „Ja, die Hallensituation ist schwierig.“ Doch die Gemeinde-Finanzen erlaubten es nicht, in näherer Zukunft eine neue Halle zu bauen. „Momentan müssen wir schauen, dass wir unsere Infrastruktur am Laufen halten.“

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