Kandidat der Grünen will in Gröbenzell Bürgermeister werden

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Man baut auf ihn: Daniel Holmer (Mitte) nach seiner Nominierung mit Gabriele Walter und Reinhard Jurk. © Guido Verstegen

Nun steht der Grünen-Kandidat in Gröbenzell fest. Daniel Holmer geht erneut ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus. Und er nimmt kein Blatt vor den Mund, was Missstände im Ort angeht.

Gröbenzell – Er hat früher mal bei den Jusos vorbeigeschaut, hat sich kurz mit der Jungen Union befasst und ist nicht der Grünen Jugend beigetreten. Erst im Jahr 2010, mit dem Ziel, vier Jahre später in den Gemeinderat einzuziehen, wurde er Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen, sprang 2014 ins kalte Wasser und scheiterte bei der Wahl zum Bürgermeister. Jetzt ist Daniel Holmer bei der Aufstellungsversammlung erneut zum Bürgermeisterkandidaten gekürt worden und geht bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 ins Rennen.

„Elf Jahre Kommunalpolitik haben mir viele Probleme vor Augen geführt, aber auch gezeigt, dass es immer Lösungen gibt“, sagte der 41-Jährige in seiner Vorstellungsrede. Es gebe so einiges zu tun, sprach Holmer unter anderem den offensichtlichen Sanierungsstau an, verwies auf die „überproportional vielen älteren Menschen“ im Ort, die in großen Häusern wohnen, nannte die Baustelle Personalsuche und -schwund im Rathaus und wandte sich dem leidigen Thema Kinderbetreuung zu.

Es gebe bereits „wildeste Spekulationen“, viele Eltern beschwerten sich, dass sie immer noch nicht wissen, ob sie ihren Nachwuchs mit Beginn des neuen Betreuungsjahres im September unterbringen können. Bis zum 31. März konnten sie ihren Bedarf bei der Gemeinde anmelden. „Aber mir liegen keine Zahlen vor. Wir dürfen die Familien nicht alleinlassen, wir brauchen da eine bessere Kommunikation aus dem Rathaus“, viele Leute würden derzeit überhaupt nicht erreicht, kritisierte er: „Ab dem 1. Mai 2026 hat das oberste Priorität“, sagte er mit Hinweis auf seinen möglichen Amtsantritt.

„Wir müssen an vielen Stellen unsere Zukunft in die Hand nehmen“, forderte Holmer. Das gelte im Besonderen für die brach liegenden gemeindeeigenen Grundstücke: „Wir haben lange gewartet, um da einen finanziellen Nutzen zu erzielen, und es müssen ja nicht alle Grundstücke auf einmal angegangen werden.“ Der Zustand der Gebäude an der Dr.-Troll-Straße sei „mit beschämend noch freundlich beschrieben“. Beim Bebauungsplan der Kirchenstraße-West müsse man sich fragen, ob der so bleiben soll (Stichwort: Ortsentwicklung).

Die Grünen-Ortsgruppen-Sprecherin Gabriele Walter stellte angesichts des lang anhaltenden Applaus‘ nach Holmers Rede eine Art Aufbruchstimmung fest: „Da steckt viel Herzblut dahinter, Sachverstand und Durchhaltevermögen sind da.“

Für die konkrete Programmplanung bilden sich nun Arbeitsgruppen zu sieben Themenfeldern. Am 16. Oktober soll die Grünen-Liste der Gemeinderatsmitglieder in spe aufgestellt werden.

„Ich freue mich über das große Vertrauen und bin bereit, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern unseren Ort weiterzuentwickeln“, sagte Daniel Holmer nach seiner Wahl. Und Grünen-Landtagsabgeordneter Andreas Birzele stellte fest, dass es keinen besseren Tag für die Nominierung als Bürgermeisterkandidat habe geben können, wo doch in Würzburg gerade der erste grüne Oberbürgermeister in Bayern gewählt worden sei.

Auch die CSU in Gröbenzell hatte jüngst einen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen geschickt.

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