Die Junge Union will beim CDU-Parteitag Reformen durchsetzen. Es geht um Rente, Gesundheit und Pflege. Spannende Forderungen stehen im Raum.
Berlin – Als Renten-Rebellen hat die Junge Union zuletzt für Aufsehen gesorgt und sich offen mit der Regierung von Kanzler Merz angelegt. Jetzt will man nachlegen: Beim CDU-Parteitag im Februar will die JU umfassende Renten-Reformen vorschlagen. Auch Gesundheit, Pflege und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall stehen dabei im Fokus.
Ein Antrag der JU, der am Donnerstagabend über das Portal The Pioneer veröffentlicht wurde, enthält unter anderem den Vorschlag, die Abschläge bei der Altersrente für langjährig Versicherte zu erhöhen, um die Frühverrentung unattraktiver zu machen. Zudem wird eine Begrenzung der Lohnfortzahlung in den ersten Krankheitstagen gefordert.
Rente, Pflege, Karenztage und Lohnfortzahlung bei Krankheit: Junge Union legt brisantes Papier vor
Der Antrag mit dem Titel „Reformjahr 2026 - Mut zu Entscheidungen“ umfasst zehn Reformvorschläge für das Rentensystem. Eine der Forderungen ist, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln und die „Rente mit 63“ außer in Härtefällen abzuschaffen. Die Abschläge bei vorzeitigem Renteneintritt sollen von derzeit 0,3 auf 0,6 Prozent pro Monat verdoppelt werden.
Zukünftig sollen sich die Rentenerhöhungen an der Inflation orientieren und nicht mehr an der Lohnentwicklung. Der Nachhaltigkeitsfaktor zur Dämpfung des Rentenanstiegs soll „schnellstmöglich“ wieder eingeführt und verdoppelt werden.
Eltern sollen in Zukunft geringere Rentenbeiträge zahlen: „Der Beitragssatz für kinderlose Erwerbstätige soll dabei um einen Prozentpunkt und für Erwerbstätige mit einem Kind um 0,5 Prozentpunkte höher liegen als der Beitragssatz für Erwerbstätige mit zwei oder mehr Kindern“, so der Antrag. Zudem wird eine stärkere Förderung der betrieblichen Altersvorsorge und eine Erweiterung der staatlich geförderten Frühstartrente zur Bildung eines Vorsorgedepots gefordert.
Angesichts der steigenden Defizite in der gesetzlichen Krankenversicherung fordert die JU eine stärkere Ausrichtung auf ambulante statt stationäre Behandlungen in Krankenhäusern. „Über vier Millionen Operationen könnten medizinisch sicher ambulant durchgeführt werden, was ein Einsparpotenzial von bis zu acht Milliarden Euro jährlich eröffnet“, heißt es im Antrag.
Über den CDU-Parteitag:
Der CDU-Parteitag findet am 20. und 21. Februar in Stuttgart statt. Vor dem Treffen positionieren sich Parteigruppierungen mit Anträgen, die dort diskutiert werden sollen.
Im Krankheitsfall plädiert die Junge Union für die Einführung „eines moderaten Karenzzeitraums oder eine zeitlich begrenzte Absenkung der Lohnfortzahlung, um Fehlzeiten zu senken“. Die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung ohne persönlichen Arztkontakt soll abgeschafft werden.
Im Bereich der Pflege schlagen die jungen CDU-Mitglieder die Einrichtung eines kapitalgedeckten Pflegeversorgungsfonds sowie eine verpflichtende private Zusatzversicherung vor. Für Geringverdiener sollen staatliche Zuschüsse bereitgestellt werden. (Verwendete Quellen: afp)