Mega-Hit stürmt die Charts – doch den Sänger gibt es gar nicht

Mit „Walk My Walk“ hat die virtuelle Band Breaking Rust die Spitze der Billboard-Charts im Bereich „Country Digital Song Sales“ erreicht. Die Stimme klingt authentisch nach rauem Cowboy, doch es gibt keinen echten Sänger hinter dem Song – die gesamte Produktion wurde von einer künstlichen Intelligenz generiert.

Auf Spotify folgen Breaking Rust über zwei Millionen monatliche Hörer, einzelne Songs überschreiten die Millionengrenze an Streams. Auf Instagram zeigt der KI-Artist düstere, cineastische Clips eines einsamen Cowboys und hat mittlerweile mehr als 37.000 Fans.

Anonymer Hit aus dem Computer: Breaking Rust erobert die Charts

Musiktechnologe Jason Palamara von der Indiana University lobt die Fortschritte: „Der Stimmcharakter ist konstant und wiederverwendbar – ein großer technischer Sprung im Vergleich zu früheren KI-Bands.“ Gleichzeitig kritisiert er die Songs inhaltlich: „Die Texte sind vage und bedeutungslos.“

Auch die Anonymität ist Teil des Konzepts. Da die Band Breaking Rust nirgendwo live auftritt, zeigen YouTube, Spotify & Co. lediglich generische Cowboy-Bilder und Lyric-Videos.

Mensch vs. Maschine: KI-Songs werden menschlicher

Der Anteil KI-generierter Songs wächst: Auf Plattformen wie Deezer stammen inzwischen rund 30 Prozent der neuen Titel aus künstlicher Produktion. Dies sorgt für Kritik, nicht nur wegen fehlender kreativer Tiefe, sondern auch wegen urheberrechtlicher Bedenken.

Als Reaktion auf den KI-Boom experimentieren Musiker damit, KI-Songs menschlich zu interpretieren. Die Band Sons of Legion veröffentlichte beispielsweise eine Version des KI-Hits „Dust on the Wind“, um dem Lied emotionale Tiefe zu verleihen. Ob dies gelingt, bleibt Geschmackssache – zeigt aber, dass Musik auch im Zeitalter von KI vom menschlichen Ausdruck lebt.

Breaking Rust ist kein Einzelfall. Auch die KI-Rockband Velvet Sundown oder die virtuelle Sängerin Xania Monet erzielten bereits große Reichweite. Mit ihrem Erfolg verschieben sich die Grenzen zwischen realer und digitaler Musik – und die Country-Szene in den USA zeigt nur den Anfang einer möglichen Revolution.

Auch eine andere fiktive Band stürmt die Charts. Die Band aus dem Netflix-Film „KPop Demon Hunters“ feiert mit „Golden“ einen großen Hit.