Der Gemeinderat Waakirchen beschloss neue Grundsteuerhebesätze. Ab 1. Januar sinken die Hebesätze auf einheitlich 250 Prozent. Die Gemeinde erwartet trotzdem Mehreinnahmen.
Waakirchen – Nach fast fünf Jahrzehnten verändert die Gemeinde Waakirchen ihre Grundsteuerhebesätze. Ab dem 1. Januar 2025 sinken die Hebesätze sowohl für die Grundsteuer A als auch für die Grundsteuer B auf einheitlich 250 Prozent. Trotzdem erwartet die Gemeinde Mehreinnahmen.
Grundsteuer in Waakirchen sinkt: Gemeinderat erwartet trotzdem Mehreinnahmen
Die Anpassung der Hebesätze ist eine Folge der Grundsteuerreform, die bundesweit eine Neubewertung aller Grundstücke erforderlich macht. Bayern geht dabei noch mal einen eigenen Weg. Bürgermeister Norbert Kerkel erklärte in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres, dass Waakirchen seine Hebesätze zuletzt 1976 angepasst habe, die mit bisher 290 Prozent (Grundsteuer A) und 270 Prozent (Grundsteuer B) im Vergleich zu anderen Kommunen im Landkreis ohnehin niedrig lagen.
Anschließend legte Kämmerer Michael Moosmair dem Gremium vier Optionen zur Entscheidung vor. Bei unveränderten Hebesätzen würde die Gemeinde mit der Reform zwar rund 128.000 Euro mehr einnehmen. Dennoch entschied sich der Gemeinderat mehrheitlich für die einheitliche Senkung auf 250 Prozent, womit Waakirchen trotzdem mit einem Plus von knapp 80.000 Euro kalkulieren kann und die jährlichen Einnahmen auf etwa 595.000 Euro steigen.
Gemeinde Waakirchen kalkuliert trotz Senkung auf 250 Prozent mit einem Plus von 80.000 Euro
Christine Weindl (CSU) betonte: „Wir sollten den Leuten entgegenkommen“ – und sah es damit wie die meisten ihrer Ratskollegen. Nur Rudi Reber (ABV) äußerte Bedenken und wollte die alten Hebesätze so belassen: „Das Geld fließt ja in die Infrastruktur.“ Er stimmte letztlich als einziger gegen die Senkung. Die präsentierten Berechnungen basieren auf vorläufigen Zahlen, da noch nicht alle Messbescheide vorliegen.
Besonders bei der Grundsteuer A sind erst etwa 75 Prozent der Bescheide vom Finanzamt übermittelt, bei der Grundsteuer B sind es bereits 93 Prozent, gab Moosmair an. „Wir wissen erst in ein bis zwei Jahren, wie es wirklich ausschaut.“ Zudem rechnet die Gemeinde mit Widersprüchen, da die Reform für manche Bürger höhere und für andere niedrigere Steuerbeträge bedeutet.
Kerkel machte deutlich, dass die Gemeinde keinen Einfluss auf Einzelbescheide habe, und kündigte an, dass nach Abschluss aller Berechnungen möglicherweise Nachjustierungen erforderlich werden: „Dann können wir noch mal überlegen.“ Mit den neuen Hebesätzen sei Waakirchen jedoch vorerst gut aufgestellt. Die angepasste Hebesatzsatzung wurde einstimmig verabschiedet.
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