Von Amaryllis bis Outdoor-Mode: Oberbayerische Geschäfte starten hoffnungsvoll ins Weihnachtsgeschäft

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Freut sich auf das Weihnachtsgeschäft: Peter von der Wippel, Inhaber von StadtLandFluss in der Marktstraße. © Fuchs

Die Einzelhändler blicken optimistisch auf das Weihnachtsgeschäft. Der Trend geht zu nachhaltigen und hochwertigen Produkten.

Bad Tölz/Lenggries – Knapp drei Wochen vor Weihnachten laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten, steigender Energiekosten und Online-Konkurrenz blicken die lokalen Geschäftsleute optimistisch auf das Weihnachtsgeschäft.

Ein falscher Flurfunk

Stefan Zauner, Geschäftsführer des gleichnamigen Tölzer Schreibwarenladens, hat „absolut positive“ Erwartungen. Verkaufsschlager könne er nicht benennen, das Sortiment sei zu breit. Auffällig ist für ihn ein Wandel im Kaufverhalten: „Das Haptische gewinnt wieder an Stellenwert.“ Papier und Schreibmaschinen sind wieder gefragt, viele Kunden suchten bewusst einen „Gegenpol“ zum digitalen Alltag. Gleichzeitig sei das Einkaufsverhalten undurchsichtiger geworden: „Die Schwankungen sind stärker ausgeprägt. Es ist unklarer geworden, wer wann was kauft.“ Zauner setzt auf den persönlichen Kontakt: „Persönlich für die Kunden da sein – das ist meine Verantwortung.“ Ein hartnäckiges Gerücht räumt er zudem aus: „Dass wir schließen, stimmt nicht. Das ist schlicht eine falsche Information.“

Outdoor-Mode Bestseller

Im Outdoor-Modegeschäft „StadtLandFluss“ sind die Wochen vor Heiligabend die umsatzstärkste Zeit. „Das Weihnachtsgeschäft ist eine klare Gewinnzone“, sagt Inhaber Peter von der Wippel. Sein Konzept – „fair und nachhaltig“ – besteht seit 2017 und findet stetig mehr Zuspruch. „Die Frage nach Naturmaterialien nimmt immer mehr zu“, erzählt er. Die Kundschaft wolle wissen, „wo und wie produziert wird“. Zudem seien Gutscheine besonders zu Weihnachten beliebt – ein Hinweis darauf, dass viele die Idee hinter dem Laden weiterschenken möchten. Seine Überzeugung ist klar: Kreislaufwirtschaft sei der richtige Weg, auch wenn logistische Strukturen sich weiterentwickeln müssten. Wichtig ist ihm jedoch vor allem eins: Authentizität – auch im Umgang mit Trends. Welche Wintermode dieses Jahr besonders gefragt ist? „Wir haben für die Damen viele Parkas und Mäntel da“, sagt von der Wippel. Auch Daunenjacken und Strickpullover im „Norweger-Muster“ gehörten zu den Bestsellern, ebenso Mode im Stil der 70er-Jahre. Bei seiner Kundschaft hat von der Wippel festgestellt, „dass die Leute mehr aufs Geld schauen“. Insgesamt gehe der Trend aber hin zum bewussten Investieren. Ein Satz eines Kunden ist im Gedächtnis geblieben: „Ich bin zu arm, um billig einzukaufen.“

„Aufwendig arrangiert oder pur“

Im „Blüten Raum“ von Mirjana Hunger läuft das Geschäft auf Hochtouren. Die Amaryllis hat sich zum heimlichen Star der Saison entwickelt. „Aufwendig arrangiert oder pur – sie hat den traditionellen Weihnachtsstern in den vergangenen Jahren zurückgedrängt“, sagt Verkäuferin Melanie Borsos. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten kaufen die Leute gerne Blumen. „Die Leute wollen zu Weihnachten etwas Schönes verschenken. Blumen machen Freude“, so Hunger. Bei den Schnittblumen zählen Ilex, Protea und alles rund um den Eukalyptus zu den Rennern. Auch Gutscheine sind beliebt als „Last-Minute“-Geschenk. „Da schauen dann die Männer am 24. Dezember noch schnell vorbei“, sagt Hunger.

Weil man sich Qualität leisten will

Bei „Verkorkst – Kreatives mit Kork“ in der Marktstraße ist Inhaber Andreas Bauer optimistisch: „Wenn es so weiterläuft, sind wir mehr als zufrieden.“ Besonders am Stand auf dem Christkindlmarkt verzeichnet er starken Zulauf. Die Nachfrage verteilt sich auf Mode und Möbel gleichermaßen, vor allem die Korktaschen werden als Geschenk geschätzt. Dass die Produkte im höheren Preissegment rangieren, schreckt Käufer nicht ab. Die Hauptkundschaft sind Frauen – „die 50- bis 55-jährige Dame, die Wert auf Hochwertiges und Nachhaltiges legt, die Dinge auch hinterfragt – und sich Qualität leisten kann“. Zunehmend würden aber auch jüngere Käufer kommen.

Besonders ansprechend serviert: gelb-golden, mit ein bisschen Glitzer

Auch bei der Kräuterhexe in Lenggries herrscht Hochbetrieb. Beliebt seien in diesem Jahr vor allem feine Liköre und kleine Geschenk-Kombinationen, sagt Inhaberin Ingrid Pummer. „Es geht wieder mehr hin zum Klassischen – wie einem Bratapfellikör zum Beispiel, weniger ausgefallene Sachen.“ Auch bei der Dekoration zeigt sich der Trend: schlichte Holz-Eichhörnchen, einfache Servietten werden gerne gekauft. Ein besonderes Highlight in diesem Jahr ist der neue Bio-Chai-Likör aus Kokosblütenzucker, ideal auch für Diabetiker, berichtet Pummer. Serviert mit Sekt oder anderen Getränken wirkt er optisch besonders ansprechend: gelb-golden, mit ein bisschen Glitzer.