Jugendliche können laut sein - auch am Ammersee-Westufer. Deshalb haben die Gemeinden teilweise Jugendpfleger eingestellt - wie beispielsweise in Schondorf.
Schondorf – Mit bisweilen zu umtriebigen Jugendlichen haben die Ammersee-Gemeinden am Westufer seit Jahren zu kämpfen. Alkohol-Exzesse am Dießener Bahnhof, Zerstörungswut in Utting oder Schikane gegenüber einem Wanderzirkus in Schondorf sorgten immer wieder für unschöne Schlagzeilen.
Jugendarbeit am Ammersee-Westufer: Viele Maßnahmen umgesetzt
Dabei sind die Gemeinden in Sachen Jugendarbeit nicht untätig. Utting baut gerade mit dem „Refugium“ einen neuen Jugendtreff und sucht bereits einen Jugendpfleger. Bis zur Fertigstellung dient die mit viel Eigenregie gebaute „Pergola“ neben dem Rathaus als provisorischer Treffpunkt. In Dießen gibt es den Jugendtreff in der Johannisstraße mit Simon Brieger als Leiter. Er wird unterstützt von Alexander Sauter, der als mobiler Streetworker in der „aufsuchenden Jugendarbeit“ tätig ist. Dazu teilen sich die drei Westufer-Gemeinden seit 1. Dezember 2023 über die „Brücke Oberland“ mit Katharina Frankl eine gemeinsame Streetworkerin. Dreißig Wochenstunden ist sie ebenfalls aufsuchend unterwegs. Da sie sich im Mai beim Fußball ein Bein gebrochen hat und längere Zeit ausgefallen ist, kann sie erst jetzt richtig loslegen, wie sie in der jüngsten Sitzung des Schondorfer Gemeinderats erklärte. Sie hat in der Jugendpsychiatrie gearbeitet und während der Corona-Zwangspause sogar eine Schreinerlehre absolviert.
Vorgestellt hat sich dem Gemeinderat auch Fabian Konstantin Hugo (34), der neue Jugendpfleger von Schondorf und damit Leiter des Jugendtreffs „JuKult“ in der Bahnhofstraße. Er ist Nachfolger von Andi Langgartner, der viele Jahre für die Jugendarbeit in Schondorf zuständig war. Seinen neuen Arbeitsplatz kennt Hugo bereits, da er hier 2021 ein paar Monate als Elternzeitvertreter ausgeholfen hat.
Auch die gesamte Region ist für Fabian Konstantin Hugo kein Neuland. Er wuchs in Schondorf auf und besuchte die Freie Waldorfschule in Landsberg. An der Freien Rudolf Steiner Schule in Ottersberg machte er die Fachhochschulreife und studierte in Bremen Soziale Arbeit. Berufserfahrung sammelte er unter anderem bei der Lebensgemeinschaft Höhenberg, im Waldorfkindergarten Bremen-Mitte oder als sozialpädagogische Fachkraft beim freien Kinder- und Jugendhilfeträger Wolkenkratzer in Bremen.
Schondorf neuer Jugendpfleger: JuCafé hat Zukunft
Jetzt freut er sich, endlich wieder „dahoam“ tätig zu sein. Während den Sommerferien hilft er bei den lokalen Ferienprogrammen mit, bevor es im September richtig los geht. Das bei den Besuchern lieb gewonnene „JuCafé“ im Jugendtreff während des Wochenmarktes am Freitag will er fortführen.
Für die Jugendpfleger und Streetworker ist es übrigens ein Glücksfall, dass die Ammersee-Bahn zwischen Geltendorf und Weilheim wegen Sanierungsarbeiten bis Dezember Pause macht. Denn zwischen den Gemeinden Schondorf, Utting und Dießen gab es in den letzten Jahren vor allem an den Wochenenden einen regelrechten „Sauftourismus“. Wenn bei zu viel Remmidemmi die Polizei anrückte, saßen die Jugendlichen längst im Zug zum nächsten Hotspot.
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