Reichlich Geld gibt es in Garmisch-Partenkirchen wieder für Vereine, die Außergewöhnliches leisten. Den Löwenanteil erhält der Eishockey-Nachwuchs.
Garmisch-Partenkirchen – Der Markt Garmisch-Partenkirchen schüttet wieder sein Füllhorn über Vereine aus, die in Kultur oder Sport Außergewöhnliches leisten. Im Rahmen der Sonderförderung 2024 gab der Gemeinderat in seiner Mai-Sitzung 360 000 Euro frei. Den größten Batzen erhält mit 156 000 Euro der Eishockey-Nachwuchs des SC Riessersee, der aber auch die mit Abstand teuerste Sportstätte braucht.
48 200 Euro entfallen im Sportbereich zudem auf den Hauptverein des SCR mit den restlichen Abteilungen wie Eiskunstlauf, Curling und Bob.
Der Zuschuss mag hoch sein, gewünscht hatten sich die Verantwortlichen der Eishockey-Jugend mehr. Für die kommende Saison hatten sie 225 000 Euro Förderung beantragt, da die Eiskosten wieder gestiegen waren. Darauf ließ sich der Markt nicht ein – auch wegen der angespannten Haushaltslage. Der Haupt- und Finanzausschuss plädierte dafür, die Förderung auf dem Niveau des Vorjahres zu belassen. Dem folgte der Gemeinderat einstimmig.
Martin Sielmann (Freie und Liberale) nutzte die Gelegenheit, auf einen Missstand bei den Kabinen des Nachwuchses aufmerksam zu machen, den er dem Rathaus auch schon per E-Mail mitgeteilt hatte. Er sei von Eltern auf den schlechten Zustand angesprochen worden. „Es ist richtig, dass wir den SCR fördern, aber genauso wichtig sind die Räumlichkeiten.“ Umkleiden wie auch die sanitären Anlagen „spotten jeder Beschreibung“. Er fordere akzeptable Rahmenbedingungen für die Mädchen und Buben und beantragte eine Ortsbesichtigung mit dem Gremium. Ein Ansinnen, dem Werkechef Wotan Lichtmeß laut Elisabeth Koch (CSU) offen gegenübersteht. Er habe einen Termin ab Mitte Juli vorgeschlagen, was Sielmann begrüßte.
Im Bereich der Kultur gehen rund 80 000 Euro an den Kulturbeutel, der 2024 wieder 26 Musikveranstaltung rund um den Ende-Kurpark und im U1 plant. 46 775 Euro erhält das Kleine Theater, das heuer sein 75-jähriges Bestehen feiert. 17 verschiedene Stücke hat das Ensemble für die Theatersaison im Repertoire, in diesem Jahr sollen sogar fünf neue Produktionen erscheinen. Eine erfreuliche Bilanz beim Kleinen Theater machte die Rathausverwaltung aus: Die Zuschauerzahl hat sich 2023 gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert: Es gab ein Plus von mehr als 1000 Besuchern. Besonders die Uraufführung von „Pierre Brice – Mein Leben und Winnetou“ hat auch überregional Beachtung gefunden. Faktoren, die das Gremium bestärkten, einstimmig für den vollen Zuschuss zu entscheiden.
Der Verein Partenkirchen erleben organisiert im Ortsteil auch in diesem Jahr das Straßenkunstfestival vom 20. bis 22. September. Rund 10 000 Menschen hat die Veranstaltung in den vergangenen Jahren über die drei Tage angezogen – Tendenz steigend. Ein Grund für die Gemeinde, 28 275 Euro auszuschütten. Zudem kann der Verein Bauhofleistungen bis zu einer Summe von 15 000 Euro abrufen.
„Die Vereine leisten sehr viel für unseren Ort“, betonte Vize-Bürgermeisterin Claudia Zolk (CSB) im Nachgang zur Sitzung. Die Zuschüsse womöglich nicht mehr beisteuern zu können, „wäre aus unserer Sicht fatal“. Beide Rathauschefinnen hoffen daher, dass sich die Finanzlage nicht weiter verschärft – unter anderem wegen des Defizits des Klinikums. Sonst muss der Markt vielleicht doch eines Tages an dieser Stelle sparen.
Auch interessant
Kommentare
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wir erweitern den Kommentarbereich um viele neue Funktionen. Während des Umbaus ist der Kommentarbereich leider vorübergehend geschlossen. Aber keine Sorge: In Kürze geht es wieder los – mit mehr Komfort und spannenden Diskussionen. Sie können sich aber jetzt schon auf unserer Seite mit unserem Login-Service USER.ID kostenlos registrieren, um demnächst die neue Kommentarfunktion zu nutzen.
Bis dahin bitten wir um etwas Geduld.
Danke für Ihr Verständnis!