Seit 35 Jahren war es dort nicht mehr so kalt: Gefrorene Leguane fallen von den Bäumen

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Eine arktische Kältewelle versetzt den Sunshine State Florida in Ausnahmezustand. Besonders eine Tierart leidet massiv unter den Folgen.

Der US-Bundesstaat Florida gilt weltweit als Symbol für tropisches Klima, Palmenstrände und ganzjährig milde Temperaturen. Doch aktuell erlebt die Region eine außergewöhnliche Wetteranomalie: Arktische Luftmassen aus Kanada haben die Temperaturen selbst im Süden des Bundesstaates auf historische Tiefststände sinken lassen. Schnee wurde an Flughäfen gemeldet, Eiszapfen bildeten sich an Brunnen in Freizeitparks, und die Tierwelt reagiert mit drastischen Anpassungsreaktionen auf die ungewohnten Bedingungen.

Seit 35 Jahren war es dort nicht mehr so kalt: Gefrorene Leguane fallen in Florida von den Bäumen © IMAGO/Matias J. Ocner

In Städten wie Tampa und St. Petersburg wurden die niedrigsten Werte seit 1989 gemessen – so kalt war es dort seit 35 Jahren nicht. Die Folge: Gefrorene Leguane fallen massenhaft von den Bäumen. Die wechselwarmen Reptilien sind nicht an solche Temperaturen angepasst und verfallen bei Werten um den Gefrierpunkt in eine Kältestarre, die ihre Muskelkraft derart schwächt, dass sie aus den Ästen purzeln. Ein norwegischer Auswanderer berichtete der Zeitung „VG“, allein im botanischen Garten etwa zehn leblos wirkende Tiere auf der Straße gesehen zu haben: „Wir waren heute im botanischen Garten unterwegs. Dann sahen wir wahrscheinlich zehn Leguane, die von den großen Bäumen auf die Straße gefallen waren. Sie sahen tot aus.“

Kältewelle Florida: Leguane in Schockstarre – historische Tiefsttemperaturen bedrohen Reptilien

Die Grünen Leguane fühlen sich normalerweise bei Temperaturen zwischen 25 und 28 Grad Celsius wohl. Nächtliche Höchstwerte von teils nur knapp über null Grad führen dazu, dass sich die Körperfunktionen der Tiere dramatisch verlangsamen. In Miami wurden 1,7 Grad Celsius gemessen – der niedrigste Wert für einen 1. Februar seit über 115 Jahren. Tierschützer sammelten bereits Hunderte toter und kaum lebender Exemplare auf. Viele Reptilien sind jedoch nicht lebensgefährlich beeinträchtigt, sondern lediglich „cold-stunned“ – kältegeschockt. Mit wärmenden Maßnahmen können sie wieder aktiv werden, sobald die Außentemperaturen steigen, wie National Geographic berichtet.

Tatsächlich gelten die Grünen Leguane in Florida als invasive Art, die durch den Tierhandel in den 1960er-Jahren eingeschleppt wurde und sich seitdem stark verbreitet hat. Die Florida Fish and Wildlife Conservation Commission erließ eine Sonderregelung, die es Bürgern vorübergehend erlaubt, kältegeschockte Tiere ohne Genehmigung einzusammeln und an fünf Sammelstellen abzugeben. Noch extremer waren die Bedingungen in anderen Bundesstaaten: North Carolina meldete rekordverdächtige Schneemengen, während auch South Carolina, Georgia und Virginia von massiven Schneefällen betroffen waren. In Deutschland kommt aktuell eine akute Glatteiswarnung auf uns zu.

Langzeitbeobachtungen zeigen, dass extreme Kälteperioden wie 2010 oder aktuell meist nur vorübergehende Effekte auf die Leguan-Populationen haben. Die Mehrheit der Tiere überlebt und erholt sich, sobald die Temperaturen wieder steigen. Behörden warnen jedoch auch davor, scheinbar regungslose Leguane ins Warme zu holen: Die Reptilien befinden sich lediglich in Kältestarre und können bei Wärme schnell wieder aktiv werden – mit heftigen Reaktionen wie peitschenartigen Schwanzhieben zur Verteidigung ihres Reviers. Eine irre Hotelregel sorgt aktuell ebenfalls für Aufsehen – hier darf man auf keinen Fall aus dem Fenster schauen.

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