Gute Nachrichten aus dem Bauausschuss des Landkreises: Die Arbeiten an den Kliniken in Mindelheim und Ottobeuren laufen planmäßig. Bei der jüngsten Sitzung stellte Marie Demuth, eine von drei Geschäftsführern des Klinikverbunds Allgäu, vergangene Woche den aktuellen Stand der Bauprojekte vor – und hatte ausschließlich Positives zu berichten.
Mindelheim / Ottobeuren – In Ottobeuren ist die Sanierung der Klinik weitgehend abgeschlossen. Besonders im OP-Bereich sei alles „sehr hübsch geworden“, so Demuth. Auch bei den Kosten gebe es gute Nachrichten: Diese liegen mit 32,2 statt 33,5 Millionen Euro leicht unter dem zuletzt bekannten Stand. So wurde etwa die Maßnahme „OP / Intensiv“ ursprünglich mit 20 Millionen Euro veranschlagt, die aktuellen Ist-Kosten belaufen sich jedoch auf 19,2 Millionen Euro. Auch bei anderen Maßnahmen, wie der Funktionsdiagnostik oder dem Brandschutz, konnte unter der Prognose abgeschlossen werden.
Seit Januar ist zudem die neue Photovoltaikanlage in Betrieb. „Wir haben alles genutzt, was bebaut werden kann“, sagte Demuth. Zwar decke die Anlage nur rund 3,2 Prozent des Energiebedarfs – bei einer Jahresproduktion von etwa 54.000 kWh gegenüber einem Gesamtverbrauch von rund 1,68 Millionen kWh im Jahr 2024 – „aber immerhin ein Zugewinn – besonders an einem sonnigen Tag wie heute“, betonte sie.
In Mindelheim laufen derzeit die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt des neuen Funktionsgebäudes. Die Erdbau- und Verbauarbeiten sind seit Ende Januar weitgehend abgeschlossen, lediglich das Ziehen der Spundwände steht noch aus. Seit Februar wird am Rohbau gearbeitet, der in drei Abschnitte gegliedert ist. Der erste Abschnitt – angrenzend an den bestehenden Magnetresonanztomographen (MRT) – hat Priorität, um diesen ab Juli 2025 wieder in Betrieb nehmen zu können.
Klinik Mindelheim: Täglich so viel Beton wie für ein Einfamilienhaus verbaut
Täglich werde so viel Beton wie für ein Einfamilienhaus verbaut, berichtete Demuth. Ein Portalkran an der Krankenhausstraße erleichtert seit Anfang 2025 die Arbeiten. Parallel laufen Planungen für den Innenausbau und die
Fassadengestaltung. Diese soll in Grüntönen gehalten sein, abgestimmt mit dem Baumbestand im Umfeld – ein stimmiges Farbkonzept, wie Demuth betonte.
Auch der zweite Bauabschnitt – der Neubau des Bettenhauses – ist bereits in der Vorentwurfsplanung. Die Fördermittelbeantragung nach dem Bayerischen Krankenhausgesetz ist abgeschlossen, die Entwurfsplanung beginnt im Mai 2025. Bis Ende des Jahres sollen die Unterlagen bei der Regierung von Schwaben eingereicht werden. Der Bau selbst startet voraussichtlich 2028 – abhängig von der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts, mit der im letzten Quartal 2027 gerechnet wird.
Neuer MRT in Ottobeuren gelobt – auch Update zu Spendenstand für Gerät
Landrat Alex Eder lobte die Fortschritte und insbesondere den neuen MRT in Ottobeuren, der mit zwölf Tonnen ein echtes Schwergewicht ist, wofür zusätzliche Stahlträger eingezogen werden. Wegen der hohen Magnetfeldstrahlung müssen die Wände mit einer dünnen Kupferschicht verkleidet werden.
Der Spendenstand für das Gerät liegt derzeit bei 470.000 Euro – erhofft sind 500.000 Euro –, gespeist durch Beiträge von Unternehmen und Einzelpersonen. Eder bezeichnete das Engagement als „total klasse“, Demuth als „sehr besonders“.
Lob für den Klinikverbund
Rückblickend zeigte sich Eder überzeugt vom seit 2019 eingeschlagenen Weg mit dem Klinikverbund Allgäu. Diese Entscheidung sei eine „tolle Errungenschaft“, auf die einige Kollegen im Bayerischen Landkreistag neidvoll blicken würden. Angesichts der Verhandlungen um die Bundesmittel aus dem 100-Milliarden-Euro-Topf für Infrastrukturprojekte der Länder hoffe man, dass nicht nur Landkreise mit Klinikdefiziten profitieren.
Bei den Kosten des ersten Bauabschnitts in Mindelheim sieht Eder das Projekt gut aufgestellt – trotz eines deutschlandweit gestiegenen Baukostenindex, der in die Förderberechnung eingepreist ist. So stiegen die prognostizierten Kosten laut Demuth durch den Index von rund 101,8 auf 105,2 Millionen Euro – die Fördermittel erhöhen sich entsprechend von rund 39,9 auf 41,2 Millionen Euro.
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