Der Januar 2026 war kälter als erwartet. Meteorologen analysieren nun, welche Wetterphänomene Deutschland in den kommenden Wochen bevorstehen.
Der Winter 2026 entwickelt sich anders als erwartet. Während die großen Klimamodelle einen zu warmen Winter prognostizierten, erlebte Deutschland im Januar Temperaturen, die seit 15 Jahren nicht mehr gemessen wurden – doch nicht etwa zu warm, sondern zu kalt. Die Diskrepanz zwischen Vorhersage und Realität wirft jetzt Fragen auf. Welches Strömungsmuster steckt dahinter? Meteorologen beobachten aufmerksam die Entwicklung der kommenden Wochen, denn die Wetterlage könnte sich erneut grundlegend verändern.
Die aktuellen Wettermodelle des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage zeigen einen klaren Trend: Ende Januar 2026 setzt eine neue Kältewelle ein, die bis Mitte Februar andauern soll. Die Temperaturen bleiben in dieser Phase unterdurchschnittlich, allerdings mit wenig Niederschlag. Verantwortlich dafür ist eine kalte Ostlage, bei der trockene arktische Luft aus Osten nach Mitteleuropa strömt. Trotz der aktuellen Kältewelle liegt der Winter bisher rund 0,2 Grad über dem Klimamittel 1991 bis 2020, wie Meteorologe Dominik Jung betont – ein Beleg dafür, wie dominant milde Phasen inzwischen sind, während im Norden bereits neue Kaltluft lauert.
Winterwetter 2026: Kältewelle und Temperatursturz prägen den Februar
Ein kräftiges Skandinavien-Hoch ist bereits in den Prognosen erkennbar. In Moskau werden für die kommende Woche Temperaturen von minus 30 Grad erwartet – selbst für russische Verhältnisse außergewöhnlich niedrige Werte. Diese extreme Kälte könnte sich über Osteuropa hinweg ausbreiten. Sollte sie Deutschland erreichen, würden vor allem die östlichen Regionen deutlich niedrigere Temperaturen erleben, während es im Westen milder bliebe. Der Schneefall bleibt schwer vorherzusagen, da der kalte Ostwind meist trockene Luft mitbringt.
Eine Kälteperiode von mehr als zwei Wochen wäre überraschend, da der Februar ursprünglich als zu warm prognostiziert wurde. Meteorologen rechnen damit, dass der Monat trotz der winterlichen Phase im Durchschnitt wärmer ausfallen könnte. Der direkte Wechsel vom Winter in den Frühling in der zweiten Februarhälfte würde bedeuten, dass Deutschland erneut von einem Wetterextrem ins andere kippt. Zu Beginn einer Kältephase könnte es schneien, sobald jedoch der Ostwind dominiert, bleibt es überwiegend trocken. Ein schneeloser Februar ist daher nicht ausgeschlossen.
Der Polarwirbel spielt ebenfalls eine Rolle für die weitere Wetterentwicklung. Es gibt Hinweise darauf, dass dieser im Februar erneut instabil werden könnte – bereits in den vergangenen Tagen zeigten Wettermodelle Störungen des Polarwirbels, die für Unsicherheit in den Prognosen sorgten. Sollte der Polarwirbel tatsächlich ins Straucheln geraten, könnte auch der März noch winterliche Temperaturen bringen. Wer in den kommenden Wochen auf Nummer sicher gehen möchte, sollte täglich die aktuellen Wetterberichte prüfen – besonders vor dem Berufsverkehr können plötzliche Temperaturstürze zu glatten Straßen führen.