Kurz nach 22 Uhr am Samstagabend erklangen in Halle (Saale) sämtliche Sirenen – auf und abschwellend – typisch für eine akute Gefahrenlage. Eine männliche Stimme wurde zusätzlich eingespielt und sagte in englischer Sprache: "Active shooter. Lockdown now" (Bewaffneter Angreifer aktiv. Sofortiger Lockdown).
Sirenen-Alarm in Halle: Video zeigt die gespenstische Szene
Ein Video der Seite "Du bist Halle" zeigt die gespenstische Szene.
Eine "Katwarn"-Meldung auf die Mobilgeräte der Bürger gab es allerdings nicht. Etwa eine Stunde später verkündete die Stadtverwaltung, es handele sich um eine „technische Störung“.
Auf Anfrage von FOCUS online sagte eine Polizeisprecherin, die genaue Ursache werde gegenwärtig von der Stadtverwaltung geprüft. Gegebenenfalls würden dann Ermittlungen eingeleitet. Die Stadtverwaltung hat bislang nicht auf Fragen von FOCUS online hierzu geantwortet.
Bürger, mit denen FOCUS online in Halle sprach, zeigten sich sehr erschreckt über den Vorgang: "Die Verunsicherung und Angst vor Krieg oder Anschlägen auf den Weihnachtsmarkt sind schon groß genug, da braucht man sowas nicht“, sagt eine Bewohnerin von Halle-Neustadt.
Rückblick: Hacker griffen Sirenensystem an
Vor einigen Jahren waren Bürger in Troisdorf im Rheinland ebenfalls durch falschen Sirenenalarm aus dem Schlaf gerissen worden. Damals handelte es sich mutmaßlich um Computerhacker, die sich in die veralteten Systeme gehackt hatten, um den Alarm auszulösen.
Auch im texanischen Dallas gelang es 2017 Hackern, 156 Tornado-Sirenen zu aktivieren. Auch hier war von veralteter, anfälliger Technik die Rede. Der Bürgermeister brandmarkte das als "Angriff auf unser Notfallsystem".
Im Fall von Halle wäre das allerdings ein komplexeres Vorgehen, da auch Ansagen eingespielt wurden.