Zivile Führungskräfte erleben eine Woche den Soldaten-Alltag in der Pöckinger Kaserne
Pöcking - Der Ausflug von Führungskräften aus ganz Deutschland in die Welt der Pöckinger Bundeswehr beginnt in der Kleiderkammer der Servicestation in München. Die Teilnehmenden der Dienstlichen Veranstaltung zur Information (InfoDVag) der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum (CIR) tauschten eine Woche lang Blazer und Anzug mit dem Feldanzug.
Der CIR-Kommandeur, Brigadegeneral Rainer Simon, ermutigte die rund 20 Gäste zu einem intensiven Austausch mit seinen Soldatinnen und Soldaten. Eingeladen waren hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Bildung, darunter Innenstaatssekretär Dr. Markus Richter, damit sie einen persönlichen Eindruck von der Bundeswehr und speziell der Teilstreitkraft CIR bekommen. „Diese leistet im Rahmen der Zeitenwende einen entscheidenden Beitrag zur digitalen Kriegstüchtigkeit Deutschlands“, heißt es in einer Mitteilung der Bundeswehr.
Der Dienstplan für die „Soldatinnen und Soldaten auf Zeit“ war eng getaktet. Gelöbnisunterricht, Feldgottesdienst und feierliches Gelöbnis im Schloss Höhenried, dazu Vorträge zu Fähigkeiten der Teilstreitkraft CIR wie dem Militärischen Nachrichtenwesen, der Geo-Info-Unterstützung, Digitalisierung oder dem Betrieb und Schutz des IT-Systems der Bundeswehr. Außerdem gab es praktische Stationen wie eine Waffen- und Sicherheitseinweisung, Übungen am Schießsimulator und ein spannendes Gästeschießen mit Siegerehrung. Auch die Lehrsammlung des Ausbildungszentrums CIR in Feldafing wurde besucht.
Die ganze Bandbreite der CIR-Fähigkeiten wurde den Teilnehmenden im Rahmen einer dynamischen Geräte- und Leistungsschau auf dem Standortübungsplatz präsentiert. So lernten die Teilnehmenden unter anderem mehr über mobile Gefechtsstände, Kleinstnetzwerke, Wetterballons und die interkulturelle Einsatzberatung. Und sie erlebten einen simulierten Feuerüberfall im Rahmen einer Patrouille.
Begleitet wurde die Gruppe an diesem Tag vom Inspekteur CIR, Vizeadmiral Dr. Thomas Daum, der einen Überblick über die sicherheitspolitische Lage und aktuelle Bedrohungen wie Cyber-Attacken, Drohnenangriffe oder Propaganda gab. „Wir benötigen eine gesamtgesellschaftliche Resilienz – Widerstandsfähigkeit im Krisenfall über das Militär hinaus – also in Politik, Gesellschaft und Industrie, für das gemeinsame Ziel der Verteidigung unserer Freiheit und Sicherheit“, sagte er.
Höhepunkt war für die Gäste der Lufttransport in die Edelweiß-Kaserne Mittenwald mit einer Sikorsky CH-53 des Hubschraubergeschwaders 64 aus Laupheim. Bergerfahrene Soldaten hatten eine Vielzahl von unterschiedlichen Kletter- und Hinderniselementen wie Seilsteg und Seilrutsche errichtet und abgesichert.
Die „Soldaten auf Zeit“ waren begeistert. „Die Einblicke in die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen der Cyber- und Informationsraumtruppe haben mir zahlreiche neue Erkenntnisse gebracht“, sagte Innenstaatssekretär Richter. Seine Wertschätzung für diese wichtigen Tätigkeiten sei noch weiter gestärkt.