Die Senioren-Union macht sich für einen Neubau der Lüßbachbrücke stark. Viele Bürger hätten den Abriss sehr bedauert, erklärt Vorsitzender Gerd Weger. Landrat Stefan Frey, der zugleich dem Vorstand des Erholungsflächenvereins München angehört, sieht auf absehbare Zeit jedoch keine Möglichkeit zur Finanzierung.
Starnberg – Der Ortsverband Starnberg der Senioren-Union setzt sich für einen Wiederaufbau der Lüßbachbrücke ein. Eine entsprechende Bitte hat der Ortsvorsitzende Gerd Weger nun in einem Brief an Bürgermeister Patrick Janik formuliert. „Da dieses Projekt kein Anliegen einer kleinen Gruppe ist, sondern in Verbindung mit dem Seeuferweg in einem allgemeinen öffentlichen Interesse steht, sollte diese Brücke rasch wieder neu gebaut werden“, schreibt Weger. Den Abriss der Brücke hätten viele Bürger bedauert. Zudem habe sie durch ihre Konstruktion einen besonderen Akzent in der Landschaft gesetzt.
Die Lüßbachbrücke war im Jahr 1975 errichtet und in der Folge zweimal saniert worden. Dennoch musste sie im April vergangenen Jahres abgerissen werden. Nach Angaben des Landratsamtes waren „statische Mängel durch erhebliche Korrosion an der Konstruktion“ aufgetreten. Die Standsicherheit sei nicht mehr gewährleistet gewesen, eine Sanierung zu teuer, hieß es. Seitdem ist die kürzeste Verbindung für Spaziergänger zwischen Starnberg und Kempfenhausen am See entlang gekappt. Fußgänger müssen den Schiffbauerweg nutzen, um den Lüßbach zu queren.
Der Landkreis war für den Unterhalt der Brücke zuständig, Grundstückseigentümer ist jedoch der Erholungsflächenverein München. CSU-Stadtrat Ludwig Jägerhuber hatte sich noch im April vergangenen Jahres in einer Ausschusssitzung für einen Ersatz der Lüßbachbrücke ausgesprochen. Daran wolle die Senioren-Union nun anknüpfen, schreibt Gerd Weger an den Bürgermeister. Die Senioren-Union würde sich sehr freuen, wenn Patrick Janik dieses Anliegen aufgreifen und im Laufe dieses Jahres erste Erfolge verzeichnen könnte.
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Das scheint jedoch ein schwieriges Unterfangen zu werden. Landrat Stefan Frey, der auch zweiter stellvertretender Vorsitzender des Erholungsflächenvereins ist, sieht im Gespräch mit dem Starnberger Merkur derzeit keine Möglichkeit, eine neue Brücke zu finanzieren. Der Verein zähle mehr als 60 Mitgliedsgemeinden, verfüge aber nur über rund zwei Millionen Euro Gesamtetat im Jahr. Ein Neubau der Lüßbachbrücke koste etwa eine Million Euro. Es sei illusorisch, ein solches Vorhaben im Lauf der nächsten Jahre in den Gremien des Vereins durchzubringen, erklärt Frey. „Und auch der Landkreis Starnberg hat nicht das Geld für eine solche freiwillige Leistung.“ So schade der Abriss sei, aber es gebe wichtigere Themen. „Ein Neubau ist ein frommer Wunsch, der sich leider nicht realisieren lassen wird“, sagt Frey. Anders würde das aussehen, wenn sich Spender finden würden. „Dann können wir gerne darüber reden“, erklärt der Landrat. Allerdings seien auch die Belange des Tauchausbildungszentrums der Bundeswehr und der Rambeck-Werft zu berücksichtigen, die ebenfalls über Grundstücke in dem Bereich verfügen.