Ein deutsches Biathlon-Ass hat mit einem Achtungserfolg auf sich aufmerksam gemacht.
Wieder einmal hat David Zobel einen Schuss vor den Bug kassiert: Der 29-jährige Biathlet wurde nicht für den Weltcup-Auftakt im schwedischen Idre Fjäll nominiert. Stattdessen muss er sich jetzt im zweitklassigen IBU-Cup für die Elite empfehlen. Und ein erstes Bewerbungsschreiben gab der Murnauer gestern in Obertilliach ab. Beim Sprint über zehn Kilometer sicherte er sich mit der zweitbesten Laufzeit einen starken dritten Rang.
Nach einem etwas gemächlichen Beginn kam Zobel mit 7,5 Sekunden Rückstand zum ersten Schießen. Doch ausgerechnet bei seiner bisherigen Schwäche war er diesmal eine Klasse für sich. Ohne Fehler ging es für ihn zurück auf die Loipe, sodass es auf Rang drei liegend für ihn erneut zum Schießstand ging. Dort setzte er zwar den zweiten Versuch daneben, doch arbeitete sich mit einem beherzten Schlussspurt aufs Podium nach vorne. Daran will der Biathlet morgen im nächsten Sprint anknüpfen.
Dort wo Zobel hinwill, befindet sich Selina Grotian bereits. Allerdings sucht sie in dieser Biathlonsaison ihren Rhythmus. Nach zwei Strafrunden in der Staffel schoss die Mittenwalderin auch beim ersten Einzel sechsmal vorbei. Damit war sie beim Weltcup in Östersund am Dienstagabend wahrlich nicht alleine und landete am Ende auf Rang 50.
Die Bedingungen waren alles andere als optimal. Reichlich Wind sorgte für ein kleines Lotteriespiel am Schießstand. Daran scheiterte Grotian. Liegend haute ihr der Schuss zweimal nach links ab, sodass sie fortan einen kleinen Rucksack mit sich herumtrug. Bitter, weil die laufstarke 21-Jährige eigentlich mit dem Feld hätte mithalten können. Doch dafür leistete sie sich zu viele Fehler. Einmal stehend sowie zweimal liegend ließen ihre Hypothek anwachsen. So war das Rennen für sie beim vierten Schießen bereits gelaufen. Grotian ging mit einer schnellen Abfolge Risiko und sammelte beim Sieg der Italienerin Dorothea Wierer eine weitere Strafminute ein.
Immerhin hat die Mittenwalderin nicht viel Zeit, sich darüber Gedanken zu machen. Bereits am Freitag (16 Uhr) steht der Sprint für die Frauen an.