„Das Ganze ist der Wahnsinn“: Radweg scheitert an baufälligem Stadl

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Ein Hindernis stellt der Troadstadl in Langau dar. Er ist denkmalgeschützt, baufällig und steht ausgerechnet auf der möglichen Radweg-Trasse. © Arndt Pröhl

Der Radweg über die Langau nach Penzberg lässt weiter auf sich warten. Das sorgt für Frust im Gemeinderat. Der machte seinem Ärger nun Luft.

Bad Heilbrunn – Der Radweg vom ehemaligen Seniorenheim in Bad Heilbrunn über Langau nach Penzberg ist ein Dauerbrenner im Heilbrunner Gemeinderat. Seit Jahrzehnten versucht das Gremium, das Projekt voranzutreiben, und seit Jahrzehnten geht nichts vorwärts – was für viel Frust sorgt. In der jüngsten Sitzung fielen deutliche Worte. Bürgermeister Thomas Gründl resümierte leicht resigniert: „Das Ganze ist fast schwieriger als die Verhandlungen über die Hoefter-Grundstücke.“

Gefahrenstelle: Die unübersichtliche Kreuzung über die Kreisstraße zum Fußballplatz in Langau. Gemeinderat Kilian Spindler (vo.) plädiert für eine bauliche Veränderung.
Eine Gefahrenstelle ist die unübersichtliche Kreuzung über die Kreisstraße zum Fußballplatz in Langau. Gemeinderat Kilian Spindler (vorne) plädiert für eine bauliche Veränderung. © Arndt Pröhl

Bereich am Fußballplatz ist eine Gefahrenstelle

Angestoßen hatte das Thema Kilian Spindler, Gemeinderat und Nachwuchstrainer beim SV Bad Heilbrunn. Er wies darauf hin, dass die Kreuzung am Fußballplatz in Langau eine extrem gefährliche Stelle sei. Durch die Zäune sei die Kreisstraße kaum einsehbar, die Autos seien an dieser Stelle mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 60 Kilometern pro Stunde unterwegs. Zugleich werde das Trainingsgelände durch die Fußballer immer stärker genutzt, bis zu 100 Kinder trainieren dort: „Und viele fahren mit dem Radl dorthin.“

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Es gebe zwar einen Weg vom Hauptort über das Café Waldrast zum Trainingsgelände, doch auch dafür müssen die Kinder die viel befahrene Straße überqueren. Einige Kinder würden auf der Kreisstraße zum Training fahren, manche seien dort auch mit dem E-Scooter unterwegs: „Es ist ein Wunder, dass da noch nichts passiert ist“, sagte Spindler und fragte: „Kann man da nicht straßentechnisch irgendwas machen?“

Stadl ist denkmalgeschützt

Bürgermeister Thomas Gründl antwortete, dass es sich um eine Kreisstraße handle und die Gemeinde keinen Zugriff habe. Er könne die Anfrage aber an den Landkreis weiterleiten. Er gab zu bedenken, dass es noch nicht genau absehbar sei, wie sich das Trainingszentrum weiter entwickeln wird. Wie berichtet gibt es am Fußballplatz einen Stadl, in dem sich die Fußballer umziehen können. Es ist angedacht, diesen Stadl mit Toiletten und Duschen auszustatten.

Spindlers Ausführungen seien völlig richtig, befand Josef Schröfl. Der Radweg sei seit vielen Jahren angedacht, scheitere seines Wissens aber vor allem an einem baufälligen und denkmalgeschützten „Troadstadl“ an der Kreisstraße. Diesen müsse man um 10 oder 15 Meter nach hinten versetzen, forderte er: „Ich finde es eine Sauerei, dass man wegen so was die Sicherheit von Kindern und Erwachsenen gefährdet, aber von irgendeiner Stelle ist der Radweg nicht gewollt. Das ist ein Saustall.“ Die Gemeinde mache viel möglich: „Und dann scheitert es an so was – da hat doch keiner Verständnis.“

Bürgermeister: „Das Ganze ist der Wahnsinn“

Gründl pflichtete bei: „Das Ganze ist der Wahnsinn.“ Es sei nur ein Radweg ab dem Kreisverkehr bis zu Kreuzung an der Fischzucht vorbei in Richtung Penzberg angedacht. Viel sinnvoller sei es, einen kompletten Radweg vom ehemaligen Seniorenheim bis zur Kreuzung in Richtung Penzberg durchzuziehen. Dies sah auch Josef Schwaller so. Er würde es befürworten, dass der Stadl versetzt wird: „Dann wird er repariert, das Dach wird auf neue Beine gestellt. So würde er noch länger stehen.“

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