Jungem Mann droht Abschiebung – trotz Integration und Aussicht auf Ausbildung in Bayern

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Trotz Integration in Bayern droht einem jungen Mann die Abschiebung. Doch er könnte für seine Ausbildung in Veitshöchheim wieder zurückkommen.

Veitshöchheim – Er hatte gerade erst ein Praktikum absolviert und wollte seine Ausbildung als Konditoreifachverkäufer starten. Nun wurde der Asylantrag von Jafaar jedoch abgelehnt und er muss nach Griechenland ausreisen. Dort wurde der 18-jährige Syrer bei seiner Einreise in die EU bereits registriert.

Abschiebung für Jafaar – Er hatte schon eine Ausbildung in Bayern in Aussicht

Der junge Mann habe sich bereits gut integriert, berichtet BR24. In seinen vier Wochen bei „Eis Stephan“ in Veitshöchheim im Landkreis Würzburg arbeitete er zusammen mit seinen Kollegen, die ihn wohlwollend aufnahmen. In diesem Bereich sei es schwierig, jemanden für die Ausbildung zu finden.

„Er ist ein so fleißiger, zuverlässiger und herzlicher Mensch, der unser Team mit seiner Art bereicherte. Leider hat das Gericht seine Klage abgewiesen – er darf nicht in Deutschland bleiben“, teilt Inhaberin Theresa Götz auf Facebook mit. Es sei ein großer Verlust.

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Als Azubi hätte Jafaar auch Steuern in Deutschland gezahlt. Doch für die Entscheidung zu seinem Asylantrag spiele das keine Rolle. „Integrationsleistungen oder Deutschkenntnisse sind bei dieser Prüfung nicht relevant“, erklärt das Bayerische Innenministerium laut BR24. Bei einem Asylverfahren werde überprüft, ob die betreffende Person aufgrund von drohenden Gefahren in ihrem Heimatland Schutz benötige. In letzter Zeit ist die Zahl der Geflüchteten in den bayerischen Landkreisen auch wieder gesunken.

Asyl könne auch nicht gewährt werden, um den Mangel an Arbeitskräften zu beheben. „Es muss klar unterschieden werden zwischen Personen, die Anspruch auf Schutz haben, und jenen, die diesen Anspruch nicht haben und denen somit keine Bleibeperspektive zukommt“, heißt es auf der Website des Ministeriums.

Integration spielt bei Asylverfahren keine Rolle – Jafaar könnte mit Visum nach Veitshöchheim zurückkehren

Eine Abschiebung kann allerdings auch ausgesetzt werden. Im Fall eines Mannes, der bei der Messerattacke in Aschaffenburg heldenhaft eingriff, war dies geschehen. Mit dieser Duldung sei es für den Helfer möglich, zu arbeiten und zu sich weiter zu integrieren, um eine Bleibeperspektive in Deutschland zu eröffnen.

Auch für Jafaar ist die Geschichte noch nicht auserzählt. Er könnte freiwillig nach Griechenland ausreisen. Im Anschluss bestehe für ihn die Möglichkeit, wieder mit einem Visum nach Deutschland zurückzukehren. Die Eiscafé-Inhaberin kündigte schon auf Facebook an, ihn dabei über ein offizielles Verfahren zu unterstützen. Dann könnte der 18-Jährige im nächste Jahr tatsächlich seine Ausbildung in Veitshöchheim beginnen.

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