Kürzlich kam Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) nach Sonthofen. Der Grund: Ein Praktikum bei der Apotheke Scharpf.
Sonthofen – Gesundheitsministerin Judith Gerlach machte Halt in Sonthofen. Das Geschwister-Duo Franziska und Christian Scharpf stellten der Ministerin den Alltag und die Herausforderungen ihrer Apotheke vor. Zum Beispiel: Das elektronische Rezept. „Die ältere Generation versteht das nicht“, sagt Franziska Scharpf. Viele hätten dafür auch nicht ein entsprechendes Handy. Gerlach nickt, Gerlach hört zu, Gerlach fragt interessiert nach.
„Ich brauche Bilder“, ruft der Kameramann eines Fernsehteams. Im Labor der Apotheke filmt der Kameramann schließlich wie ein Mineralstoffvitaminpräperat für Kinder in eine Kapsel gepresst wird. Gerlach tauscht sich unterdessen weiter mit Franziska Scharpf aus. Ihr sei es heute darum gegangen noch einmal einen tieferen Einblick in die Arbeitsabläufe zu bekommen, wird Gerlach später sagen. Sie habe heute gesehen, dass sehr viel Aufwand betrieben werde, um für die Menschen da zu sein. Die Beratung, der Service, die Lieferung der Medikamente zu den Menschen werde aber nicht vergütet.
Ministerin Judith Gerlach in Sonthofen: Keine Apotheke ohne Apotheker
„Viele Apotheken stehen mittlerweile am Rand ihrer eigenen Existenz“, sagt die bayerische Gesundheitsministerin. Gegen das Apothekensterben möchte auch der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach vorgehen. Ein Teil der geplanten Reform von Lauterbach sieht vor, dass Apotheken ohne anwesenden Apotheker geöffnet sein dürfen.
Eine Voraussetzung ist, dass der Apotheker bei Bedarf per Video zugeschaltet werden kann. Scharpf und Gerlach halten nichts davon. Eine Apotheke ohne Apotheker dürfe es nicht geben, sind sich beide Frauen einig.
Mit dem Kreisbote-Newsletter täglich zum Feierabend oder mit der neuen „Kreisbote“-App immer aktuell über die wichtigsten Geschichten informiert