Sorgt ein zweites Gleis am Bahnhof in Schäftlarn dafür, dass auf der S-Bahn-Linie 7 nicht mehr so viele Züge aus dem Takt kommen? Der Bau eines solchen Gleise wird jedenfalls in Erwägung gezogen.
Die S 7 mit ihren ewigen Verspätungen und Zugausfällen zermürbt alle, die auf sie angewiesen sind. Auch weil man keinerlei Hoffnung hat, dass sich die Situation irgendwann bessern wird. Da ist man im Landkreis München über jede Initiative froh, die doch für etwas Bewegung hin zum Guten sorgen könnte.
Sämtliche Abweichungen registriert
So wie der Vorstoß, der ausgerechnet aus der kleinen Gemeinde Icking (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) kommt und durchaus aufhorchen lässt. Dort hat der Grünen-Gemeinderat Philipp Geiger vor knapp einem Jahr damit begonnen, mithilfe einer eigens entwickelten Software sämtliche Abweichungen vom Fahrplan auf der ohnehin wackligen S 7 zu registrieren. Gleichzeitig lud er Anfang des Jahres hochrangige Bahnvertreter sowie die Bürgermeister der zwölf betroffenen Gemeinden zu einem Runden Tisch ein. Das Ganze wurde, wie er jetzt ein weiteres Mal zusammenfasste im Gremium, ein „toller Erfolg“.
Denn: Es hat sich zwar nichts daran geändert, dass fast jede zweite S-Bahn nicht pünktlich einrollt in Icking. Aber: Es ist doch ein wenig Bewegung in die Sache gekommen. Zum einen sollen nun, wie Geiger bei der letzten Sitzung vor Weihnachten ausführte, in allen betroffenen Kommunen Gesprächsrunden nach dem Ickinger Modell abgehalten werden. Zum anderen wird die Bahn wirklich, wie am Runden Tisch am linken Isarhochufer vorgeschlagen, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, die Trennung der S-Bahn-Äste betreffend. Es wird also überlegt, die S 7 zu teilen, in die Stadt rein nur bis zum Ostbahnhof fahren zu lassen, und den Zug nach Aying oder Höhenkirchen erst dort, am Ostbahnhof, aufs Gleis zu setzen.
Nach Krisengespräch eher Verschlechterung
Soweit die guten Nachrichten. Die schlechten, wie schon angedeutet: Gebessert hat sich seit dem dreistündigen Krisengespräch mit insgesamt 23 Teilnehmern wenig. Im Gegenteil, „es hat sich eher ein ganz klein wenig verschlechtert“, so Geiger. Weiterhin ist auf die Züge, die aus der Innenstadt kommen, kein Verlass. An Werktagen zur Stoßzeit sind nur 53 Prozent dieser Bahnen pünktlich. Im Mittel kommen 67 Prozent der Züge, wann sie kommen sollen. Geiger: „Das ist nicht wirklich berauschend.“
Als gut habe sich freilich erst mal erwiesen, die Züge in die Stadt in Wolfratshausen rechtzeitig bereitzustellen. „Das ist eine großartige Neuerung“, meinte Geiger. Je mehr sich diese Züge freilich Richtung Stadt bewegen, desto anfälliger werden sie dafür, aus dem Takt zu kommen.
Gleichzeitig werde, sagte Geiger auch, erwogen, in Schäftlarn am Bahnhof, wo offenbar ausreichend Fläche vorhanden ist, ein zweites Gleis zu legen, um eine weitere Ausweichmöglichkeit zu schaffen. Züge können sich momentan nur in Baierbrunn und in Ebenhausen begegnen. „Das ist ein Finanzierungsthema.“
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